Lisa Loeb - A simple trick to happiness

Lisa Loeb- A simple trick to happiness

Furious Rose / H'Art
VÖ: 28.02.2020

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Tür bleibt zu

Lisa Loeb ist für viele eine "Das war doch die mit ..."-Künstlerin. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht, da "Stay (I missed you)" bis heute der mit Abstand größte Hit der Singer-Songwriterin ist. Doch sind derlei Zuschreibungen auch ganz schön unfair. Besonders, wenn wie im Falle Loebs eine Vielzahl gelungener Alben auf den Hit folgte. Unermüdlich veröffentlicht die US-Amerikanerin alle paar Jahre eine neue LP, ohne dabei große Experimente zu wagen. Auch "A simple trick to happiness" folgt diesem Schema. Unaufgeregt und charmant präsentiert Loeb elf neue Songs, die sich nahtlos in ihr Repertoire einfügen. Wer Musik mit Knalleffekt sucht, ist hier an der falschen Adresse. Es geht mal ruhig und mal ganz ruhig zu. Selbst wenn sie wie in "This is my life" das Tempo anzieht, bleibt die große Eskalation aus. Aufregen sollen sich die anderen.

Dieses Festhalten an den eigenen Stärken sorgt dafür, dass das Album wie aus einem Guss wirkt. Ganz in sich selbst ruhend berichtet die Musikerin aus ihrem Leben und wählt dabei bewusst einprägsame Aussagen. "Doesn't it feel good" schrammt haarscharf an der Kalenderspruch-Romantik vorbei, dem souveränen Vortrag Loebs sei Dank wird die Kitsch-Falle geschickt umschifft. Am schönsten ist die Musik immer dann, wenn alles Unwichtige weggelassen wird. In "For the birch" geschieht dies beispielsweise auf liebenswürdige Weise. Gitarren, Klavier und Cello bilden einen dichten Klangteppich, auf dem die Sängerin ihre wohlklingende Stimme ausbreiten kann. Pathos? Heute nicht. Stattdessen sucht Loeb das Lyrische im Alltag: "Most of all" vermeidet das Rührselige, indem die klassische Geschichte vom Vermissen mit Begebenheiten aus dem täglichen Leben erzählt wird. Große Gefühle brauchen keine großen Worte.

In eine ähnliche Kerbe schlägt "Sing out", in welchem Loeb über das Überwinden des inneren Schweinehundes singt und damit sich und ihren Hörern Mut zu machen versucht. Der Mitsingrefrain – "Lalala" inklusive – mag zwar simpel wirken, ist aber genau das, was der Song braucht. Zum Dahinschmelzen. Bisweilen keimt allerdings Langeweile auf, besonders das uninspirierte "Shine" eignet sich maximal als Einschlafhilfe. Doch derlei störende Elemente sind zum Glück selten. Songs wie das tröstende "I wanna go first" zeigen, wie sicher sich Lisa Loeb ihrer Sache ist. Da musiziert jemand, der sich nichts mehr vormachen muss. Wer sich für eine halbe Stunde aus der Hektik des modernen Lebens ausklinken möchte, findet in "A simple trick to happiness" einen musikalischen Begleiter. Die Welt darf auch mal draußen bleiben.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Doesn't it feel good
  • For the birch
  • Sing out

Tracklist

  1. Doesn't it feel good
  2. Skeleton
  3. Another day
  4. This is my life
  5. For the birch
  6. Most of all
  7. Shine
  8. Sing out
  9. I wanna go first
  10. The upside
  11. Wonder

Gesamtspielzeit: 34:31 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

hesmovedon

Postings: 46

Registriert seit 20.10.2019

2020-03-29 12:40:54 Uhr
Ob sie nochmal an ihre alten Großtaten wie "Tails" oder "Firecracker" rankommt?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 17865

Registriert seit 08.01.2012

2020-03-25 21:04:39 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

musie

Postings: 2771

Registriert seit 14.06.2013

2020-03-01 23:10:41 Uhr
jaaa sie kanns noch. schön einfach, so wie es schon immer war. Sing out!!

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 17865

Registriert seit 08.01.2012

2020-02-26 19:52:44 Uhr
Erscheint am Freitag. Ob sie's noch kann?
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