Knxwledge - 1988

Knxwledge- 1988

Stones Throw / PIAS / Rough Trade
VÖ: 27.03.2020

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Locker aus dem Ärmel

Der Sage nach soll dieses Album bereits im Sommer 1988 entstanden sein, circa fünf Monate nach der Geburt von Glen Earl Boothe. Als Neugeborenes habe er sich den SP-12-Sampler eines Familienmitglieds unter den Nagel gerissen und erste Beats produziert. Als Mutter Boothe zum Windelwechseln vorbeischaute, seien die Grundzüge des Albums längst im Kasten gewesen. "1988" heißt das Album also, das nun rund 32 Jahre später veröffentlicht wird, und das ist als Programmatik zu verstehen: Glen Earl Boothe, der heute als Produzent Knxwledge um die Häuser zieht, stilisiert sich hier als Genius, dem das Komponieren so selbstverständlich wie Atmen ist. Kendrick Lamar kann darüber sicher ein paar Strophen rappen.

"1988", das offiziell zweite eigenständige Album des Kaliforniers, ist eine maximal homogene Songzusammenstellung: Die Beats sind allesamt luftig, mild, zeitgeistig, die Samples soft, dazu hier und da sanftes Klavier und ein stets angenehm brummender Bass. Die meistens Songs speisen sich aus Gospel-Pop-, Vocal-Jazz-, Motown- und frühen Hip-Hop-Einflüssen, ein bisschen Auto-Tune kommt auch dazu, und mehr braucht es dann auch gar nicht, um aus "1988" eine sommerlich entspannte 40-minütige Soundmeditation zu machen. Aber, okay, um ein bisschen mehr als Peace, Love and Harmony geht es hier dann doch schon.

Knxwledge gewann mit seiner Zuarbeit für Kendrick Lamars Jahrhundertalbum "To pimp a butterfly" (2015) einen Grammy, gilt spätestens seit dieser Zeit als sicheres Pfund auf der Produzenten-Bank für massentauglichen US-Rap. Entsprechend visitenkartenartig gerät "1988": So krass abgebrühten smoothigen und groovigen Instrumental-HipHop gibt's derzeit selten zu hören. Die Nummern sind hier in der Regel nicht länger als zwei Minuten und bieten all das auf, was die aktuell meistgestreamten Songs auf Spotify als gemeinsamen Nenner aufweisen können. Kaum Überraschungen, dafür viel Könnertum. Wie Pink Floyd ab 1973.

Das Single-Duo "Learn" und "Howtokope." steht exemplarisch für diese Werkschau. Das sind knapp vier Minuten locker aus dem Ärmel geschüttelter L.A.-Hip-Hop, der vielleicht auch schon auf "Good kid, m.A.A.d city" (2012) mitlaufen hätte können. Mit "Awomanslifeislove" bewirbt sich Knxwledge für eine künftige Zusammenarbeit mit Alicia Keys, mit "Minding_my business" rettet er die Errungenschaften von Blackstreet in dieses Jahrtausend. Am Ende bleibt hier ein fantastisch klingendes Achselzucken.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Do you
  • Howtokope.

Tracklist

  1. Dont be afraid
  2. [Bc] tm_s not promised
  3. Do you
  4. Thats allwekando.
  5. Listen
  6. Learn
  7. Howtokope.
  8. With[reality]
  9. Uonlygetone
  10. Solivelife
  11. Be safe
  12. Watchwhoukallyourhomie
  13. Theykome&go
  14. Don'tgottabe
  15. Gangstallthetime
  16. Believeme
  17. Itkanbe[sonice]
  18. Makeuseofthetime
  19. Makeitliveforever
  20. Awomanslifeislove
  21. Amansloveislife_keepon
  22. Minding_my business

Gesamtspielzeit: 37:19 min.

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Armin

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2020-03-25 21:04:16 Uhr - Newsbeitrag
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