Me And That Man - New man, new songs, same shit, Vol. 1

Me And That Man- New man, new songs, same shit, Vol. 1

Napalm / Universal
VÖ: 27.03.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Wild wild East

Mit seiner Hauptband, der polnischen Black-Metal-Legende Behemoth, scheint Adam Darski alias Nergal zeitlich nicht ausgelastet zu sein. Schließlich findet er immer wieder die Muße für Provokationen jeglicher Art – oder nutzt freie Kapazitäten, um musikalisch auf komplett anderen Pfaden zu wandeln. Me And That Man heißt sein Nebenprojekt, mit dem er bereits 2017 das Debüt "Songs of love and death" veröffentlichte. "New man, new songs, same shit, Vol. 1" mutet als Titel vielleicht etwas unterkomplex an – dahinter verbirgt sich jedoch eine ziemlich spannende Konzeptidee. Bei Me And That Man versammelt Nergal eine ziemlich illustre Runde an Gästen um einen wilden Mix aus dunklem Blues, wildem Folk, Gothic-Country und Rock'n'Roll zu spielen.

Die Gesangsbeiträge stammen dabei beispielsweise von Corey Taylor (Slipknot), Sivert Høyem (Madrugada), Brent Hinds (Mastodon), Rob Caggiano (Volbeat), Ihsahn (Emperor). Von den elf Stücken kommt lediglich "Męstwo" ohne Feature aus, da Nergal selbst singt. Das Wichtigste ist aber: Dieses Album funktioniert. Viele Köche verderben den Brei, heißt es sprichwörtlich – hier jedoch zaubern sie ein mehrgängiges Sternemenü ohne Ausfälle. Klar, mit einer Stimme wie Sivert Høyem, der auch ohne weiteres Telefonbücher vorlesen könnte, kann ein Song wie "Coming home" gar nicht scheitern. „Burning churches“ etwa hat diesen kaputten, schunkeligen Desert-Vibe der Nick-Cave-Soundtracks, den nur noch der Opener "Run with the devil" toppt, wenn Jørgen Munkeby von den norwegischen Blackjazz-Metallern Shining sein schräges Saxofon mit einbringen darf.

Eine weitere Referenz bei dieser musikalischen Verortung ist natürlich David Eugene Edwards mit seinem Projekten Wovenhand und Sixteen Horsepower. Me And That Man können durchaus als Gegenpol des düsteren Wanderpredigers herhalten, insbesondere "Deep down South", bei dem sogar ein Banjo zentrales Element ist. Ob nun "Surrender" mitsamt seinem Stampfbeat oder das schwer beladene "How come?", das mit gleich drei Features eingespielt wurde: Hier können diverse Größen des Metal einmal zeigen, dass sie stimmlich wesentlich mehr drauf haben als growlen, kreischen oder keifen. Mag man ob der Genrebeschreibung zunächst noch zweifeln, wie ernst Me And That Man zu nehmen sind, wird man schnell eines Besseren belehrt: "New man, new songs, same shit, Vol. 1" ist eine Ansammlung komplett gelungener, dabei sehr kurzweiliger Songs.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Coming home (feat. Sivert Høyem)
  • Burning churches (feat. Mat McNerney)
  • Surrender (feat. Dead Soul & Rob Caggiano)

Tracklist

  1. Run with the devil (feat. Jørgen Munkeby)
  2. Coming home (feat. Sivert Høyem)
  3. Burning churches (feat. Mat McNerney)
  4. By the river (feat. Ihsahn)
  5. Męstwo
  6. Surrender (feat. Dead Soul & Rob Caggiano)
  7. Deep down South (feat. Johanna Sadonis & Nicke Andersson)
  8. Man of the cross (feat. Jérôme Reuter)
  9. You will be mine (feat. Matt Heafy)
  10. How come? (feat. Corey Taylor, Brent Hinds & Rob Caggiano)
  11. Confession (feat. Niklas Kvarforth)

Gesamtspielzeit: 40:28 min.

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