Various Artists - The early days Vol. II – Post-Punk, New Wave, Brit Pop & beyond (1980-2010)

Various Artists- The early days Vol. II – Post-Punk, New Wave, Brit Pop & beyond (1980-2010)

Unter Schafen / Al!ve
VÖ: 06.03.2020

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Zu leicht gemacht

Braucht natürlich kein Mensch mehr, kuratierte Playlists jahrzehntealter Songs, und diese auch noch, haha, auf CDs gepresst. Was früher das mühsam zusammengestellte Mixtape war, ist heute der rübergereichte Spotify-Link. Besser sogar: die Zusammenstellungen lassen sich modifizieren, verfälschen, ignorieren. Braucht man niemandem zu erklären. Nun gut, die Leute von Unter Schafen lassen sich von solch neumodischen Erscheinungen nicht beirren und ziehen mit ihrem Sampler-Konzept "The early days" die alte Bravo-Hits-Idee knallhart durch. Zum zweiten Mal bereits. Und, Gott sei's gedankt, diese rund 75-minütige Zusammenstellung wird auch auf Vinyl dargereicht. Ändert dennoch nichts an der Frage: Was soll das?

Die Kompilitatoren stellen sich der Saalwette, mit ihrer Song-Aneinanderreihung unter anderem den Beginn des Britpops abzubilden und dem Hörer das Gefühl zu vermitteln, "wirklich dabei gewesen zu sein". Eine kühne Aufgabe, die sie zu Beginn nahezu keck mit Belle & Sebastians "The boy with the arab strap" angehen. Puh. Weiter geht der milde Ritt mit dem zwar unkaputtbaren, dafür aber mittlerweile fast unhörbaren "There she goes" von The La's. Eine sichere Bank für die Ü-40-Party in der Dorfdisco. Eine Gitarrenpop-Werkschau mit diesen totgetrampelten Hits einzuleiten, ist mindestens mutig. Eher aber Bauernfängerei.

Klar, "A forest" von The Cure, das geht immer, ob Berghain oder City-Club Kelkheim. Nach "Spellbound" von Siouxsie and the Banshees den New Order-Klassiker "Ceremony" ins Rennen zu schicken, ist zwar nicht todesmutig, tut aber natürlich auch niemandem weh. Skurril wird es besonders mit dem Auftritt der heute völlig zurecht weitgehend ignorierten Starsailor und deren Radiohit "Four to the floor", oder wenn Pulp mit ihrem Programm-Song "Common people" den Schauer egalisieren müssen, der sich durch die Darbietung des Rolling-Stones-Covers "I'm free" der Soup Dragons einstellt.

Weder positiv Überraschendes noch Erhellendes noch Relevantes bietet dieser Sampler. Hier werden alte und neue, teils totgehörte Dancefloor-Klassiker willkürlich aneinandergereiht. Einzig wichtiges Kriterium: Auf der Tanzfläche muss es funktionieren. Und das ist ein bisschen sehr wenig Ambition. So kommt es zu den kuriosen Zusammentreffen der Indie-Popper von The xx und der deutschen New-Wave-Wegbereiter Malaria oder den total egalen Hot Hot Heat und, Gott hab' Mark E. Smith selig, The Fall. 5/10 allein wegen The Gun Club und The Fall.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • New big prinz (The Fall)
  • Sex beat (The Gun Club)

Tracklist

  1. The boy with the arab strap (Belle & Sebastian)
  2. There she goes (The La’s)
  3. Made of stone (The Stone Roses)
  4. Crystalised (The xx)
  5. Kaltes klares Wasser (Malaria)
  6. A forest (The Cure)
  7. Spellbound (Siouxsie And The Banshees)
  8. Ceremony (New Order)
  9. Crash (The Primitives)
  10. Young adult friction (The Pains Of Being Pure At Heart)
  11. I'm free (The Soup Dragons)
  12. Common people (Pulp)
  13. Bandages (Hot Hot Heat)
  14. New big prinz (The Fall)
  15. Sex beat (The Gun Club)
  16. Four to the floor (Starsailor)
  17. Jailbird (Primal Scream)
  18. Torch (Soft Cell)
  19. Girls on film (Duran Duran)

Gesamtspielzeit: 73:14 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18441

Registriert seit 08.01.2012

2020-03-10 21:33:28 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?



Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18441

Registriert seit 08.01.2012

2020-02-29 16:51:58 Uhr - Newsbeitrag

2017 erschien, initiiert von der beliebten Partyreihe King Kong Kicks, der erste Sampler "The Early Days", der das goldene Zeitalter der Indie-Disco feierte. Im März erscheint nun der zweite Teil der Compilation: 19 großartige Songs zwischen Welthit und Geheimtipp versammelt auf 2 LPs!

Die zweite Staffel der The Early Days - Compilation spielt gerne mit den 90ern, schaut manchmal ein Stück zurück, blinzelt aber auch kurz in die 00er. Sie fasst den Moment in dem Rock, Pop und Dance verschmolzen, erzählt wie der Brit Pop entstand und kommt zum Abspann, als in Manchester die Lichter so langsam wieder ausgingen.

Analog zur The Early Days - Partyreihe, die monatlich in Berlin, Hamburg, Köln, Chemnitz, Nürnberg und Essen stattfindet, setzt die Compilation auf eine szenerelevante Auswahl, die auch vor großen Namen keinen Halt macht und manchmal aufdeckt, wo Streaming an seine Grenzen stößt.
"The Early Days Vol. II - 1980 - 2010" erscheint am 06. März 2020 über Unter Schafen Records. Die liebevoll gestaltete Doppel-LP kommt mit zusätzlicher CD des Sampler sowie Vorworten von Mark Reeder (Gründer des MFS Labels und Regisseur von "B-Movie Lust & Sound in West Berlin"), Bettina Köster (Malaria!) sowie Christian Vorbau (King Kong Kicks Party).

Die geschmackvolle Tracklist liest sich wie folgt:

The Early Days Vol. II - Tracklist

01. Belle & Sebastian - The Boy With The Arab Strap
02. The La's - There She Goes
03. The Stone Roses - Made of Stone
04. The xx - Crystalised
05. Malaria! - Kaltes Klares Wasser
06. The Cure - A Forest
07. Siouxsie and the Banshees - Spellbound
08. New Order - Ceremony
09. The Primitives - Crash
10. The Pains of Being Pure at Heart - Young Adult Friction
11. The Soup Dragons - I'm Free
12. Pulp - Common People
13. Hot Hot Heat - Bandages
14. The Fall - New Big Prinz
15. Gun Club - Sex Beat
16. Starsailor - Four To The Floor
17. Primal Scream - Jailbird
18. Soft Cell - Torch
19. Duran Duran - Girls on Film

Die Veröffentlichung des Samplers wird mit zahlreichen King Kong Kicks Parties überall in Deutschland gefeiert. Bisher bestätigt sind folgende Termine:

The Early Days - Release Parties 2020

06.03. Berlin, Lido
06.03. Essen, Hotel Shanghai
07.03. Köln, Stereo Wonderland
07.03. Nürnberg, Club Stereo
12.03. München, Cord
21.03. Chemnitz, Nikola Tesla
26.03. Hamburg, UWE
27.03. Düsseldorf, Cube
27.03. Wuppertal, Mauke
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