Humanist - Humanist

Humanist- Humanist

Ignition / Indigo
VÖ: 21.02.2020

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Die große Lösung

Rob Marshall kann man kennen, muss man aber nicht. Seine Band Exit Calm, deren Gitarrist er war, hat nicht unbedingt im vorderen Feld der Indie-Aufmerksamkeit operiert. Eher konnte man über Marshall stolpern in seiner Rolle als Songwriter für das Album "Gargoyle" von Mark Lanegan. Dieses wurde seitens der Kritik kräftig gefeiert und ist auch unter Lanegan-Fans äußerst beliebt. Da wundert es nicht, dass sich Marshall für sein erstes Album als Humanist reichlich Unterstützung vom ehemaligen Frontmann der Screaming Trees geholt hat. Vier der 15 Songs auf dem selbstbetitelten Album werden stimmlich von Lanegan veredelt, doch damit endet es nicht, auch ein Dave Gahan oder John Robb von Membranes steuern unter anderem ihre Vocals bei. Bei einer Laufzeit von über einer Stunde kann man natürlich etwas skeptisch sein, ob so ein Album nicht zu einer selbstgefälligen, aufgeblasenen Nabelschau verkommt, doch meist hat das Dargebotene Hand und Fuß, auch wenn manches verzichtbar ist.

Zuerst einmal Mark Lanegan: Der Amerikaner glänzt in den Gewändern, die ihm Marshall geschneidert hat. Da geht der Industrial-Disco-Glam von "Beast of the nation" genauso gut runter, wie die Schrottplatz-Revue "Kingdom". Letzteres liefert ein lakonisches, beiläufiges "Death is riding by my side", gespiegelt im feurigen Saxophon-Glimmer. "Shock collar", die Kollaboration mit Dave Gahan, hingegen schwächelt ein wenig. Das unterschwellig Erhabene kann sich beim etwas gezwungen wirkenden Gesangsvortrag Gahans nicht so recht entfalten, bleibt sonderbar krampfhafte Pose. Besser gelingt der Neo-Kraut-Abgang "English ghosts" mit John Robb, da hier die weiten Wege nicht gescheut werden und sich das Stück in hypnotischen Spiralen abspulen kann. Die größte Stärke der Platte wird, so ein bleibender Eindruck, manchmal auch zu ihrem Schwachpunkt. Dadurch, dass so viel Abwechslung herrscht, entsteht manchmal der Eindruck, Marshall wolle etwas bemüht so ziemlich alles abdecken. In den einzelnen Songs funktioniert das auch, in Sachen Gesamtwerk aber bleibt manchmal der Geschmack von Beliebigkeit auf der Zunge zurück.

Da ist "How're you holding up" mit Ron Sexsmith für sich gesehenen eine wunderbar zärtliche blue-eyed Folk-Miniatur, doch fügt sich dies nicht so recht in die übergeordnete Atmosphäre der Platte ein. Dabei darf aber auch gefragt geben, ob es eine solche überhaupt gibt. Denn wo Manches in markiger Rockigkeit den Olymp erklimmen will, geben sich andere Songs bescheiden. Beides deckt "In my arms" mit Joel Cadbury ab, erst vorsichtiges Flimmern, dann ein wuchtiger Auftritt mit martialischen Drums. Wie gesagt, für sich gesehen funktioniert das gut, eine übergeordnete Narration mag man aber nicht ausmachen. Auch das mit Ilse Maria eingespielte "Truly too late" mit seiner hymnischen Weichheit ist ein wunderschöner Song, doch bevor man nur den Wunsch nach mehr Ähnlichem von der Sorte aussprechen kann, wird gleich wieder ein ganz anderes Fass aufgemacht. Und so wechselt "Humanist" etwas unentschlossen zwischen überlebensgroßer Rock-Geste und intimer Verletzlichkeit hin und her, wirft dabei etliche tolle Songs ab, schafft es aber nicht, einen geschlossenen Überbau zu erzeugen.

(Martin Makolies)

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Highlights

  • Beast of the nation
  • English ghosts
  • Truly too late

Tracklist

  1. Intro
  2. Kingdom
  3. Beast of the nation
  4. Shock collar
  5. Lie down
  6. Ring of truth
  7. Skull
  8. English ghosts
  9. In my arms
  10. When the lights go out
  11. Truly too late
  12. How're you holding up
  13. Mortal eyes
  14. Shoot kill
  15. Gospel

Gesamtspielzeit: 67:23 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18353

Registriert seit 08.01.2012

2020-03-03 13:05:54 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

VelvetCell

Postings: 2560

Registriert seit 14.06.2013

2020-02-24 08:22:40 Uhr
Die Scheibe gibt es jetzt bei Spotity. Gleich vier Songs mit Lanegan! Fein!

MM13

Postings: 1943

Registriert seit 13.06.2013

2020-01-16 18:49:23 Uhr
oh ja hat was!

VelvetCell

Postings: 2560

Registriert seit 14.06.2013

2020-01-16 09:56:19 Uhr
Angenehm shoegazig. Und Lanegan ist auch dabei – das Album merke ich mir mal vor!

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18353

Registriert seit 08.01.2012

2020-01-13 19:02:12 Uhr - Newsbeitrag
HUMANIST joined by Depeche Mode’s Dave Gahan for stirring new single “Shock Collar”



Eponymous self-titled debut album due for release Feb 21st via Ignition Records

Featuring Mark Lanegan (Queens Of The Stone Age), Dave Gahan (Depeche Mode), Mark Gardener (Ride), Carl Hancock Rux (David Holmes, Portishead), John Robb (The Membranes), Joel Cadbury (UNKLE), Ilse Maria, Ron Sexsmith and Jim Jones (The Jim Jones Revue, Thee Hypnotics)

2020 LIVE DATES ALSO ANNOUNCED


Humanist, the expansive and ambitious project orchestrated by guitarist and producer Rob Marshall, is announced today alongside the album’s new single “Shock Collar”, featuring iconic Depeche Mode singer Dave Gahan. The self-titled debut album will be released via Ignition Records on Feb 21st. Pre-order the album on CD / LP / digital HERE.

Masterfully conducted by Rob Marshall (guitarist of Exit Calm and co-writer of Mark Lanegan’s celebrated “Gargoyle” and “Somebody’s Knocking” albums) who wrote, played and produced all the music here, Humanist is a swirling Niagara of fuzzed-out industrial melody and noise, that has attracted an all-star cast of collaborators including Mark Lanegan (Queens Of The Stone Age), Dave Gahan (Depeche Mode), Mark Gardener (Ride), Carl Hancock Rux (David Holmes, Portishead), John Robb (The Membranes), Joel Cadbury (UNKLE), Ilse Maria, Ron Sexsmith and Jim Jones (The Jim Jones Revue, Thee Hypnotics).

New single “Shock Collar” featuring Dave Gahan offers a stirring insight into the world that Humanist soundtracks, and its accompanying video is a dizzying, emotive and luminous visual gateway into the song. Filmed in New York, directed by Derrick Belcham (Brian Eno) and designed by Tracey Maurice (Arcade Fire), the video explores the psychology of a heartbroken and regretful figure and the dual symbol of the halo / shock collar as a guide. Gahan comments; “It was a pleasure to be asked to be a part of Rob’s 'Humanist' project. Mark Lanegan asked me, and I liked the idea immediately… It’s a beast! I went for the vocal, with the visual of driving fast on an empty highway… We shot the video over a couple of days in New York, and it all came together”.

Rob Marshall continues; “I’d been writing a lot of music at the time for the record, and I was really getting back into big guitar tracks again, and I had a song (which would eventually become ‘Shock Collar) that I felt could be a great single. It was something special when Dave said he would sing this. He’s achieved so much over the years, an incredible front man, with such a soaring voice and presence, but with no trademark tone of celebrity or ego whatsoever. Very humble, gentle and giving. When we shot the video, he worked extremely hard on the day, performing each take with total gusto and energy, which didn't let up throughout his performances.”

Humanist will also tour through the UK in 2020 with the following live dates announced so far.

March 23rd - The Sunflower Lounge, Birmingham
March 24th - The Lexington, London
March 25th - Sheffield Picture House, Sheffield
March 26th - Nice N Sleazy, Glasgow
March 27th - Riverside 2, Newcastle
March 28th - Soup Kitchen, Manchester
March 29th - Prince Albert, Brighton
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