Entombed - Inferno

Entombed- Inferno

Threeman / Music For Nations / Zomba
VÖ: 04.08.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Dauerfeuer

Als ob es derzeit nicht schon heiß genug wäre, liefern die schwedischen Veteranen Entombed uns nun auch einem akustischen "Inferno" aus. Die spätestens seit dem Split von Carcass unumstrittenen Könige des Death'n'Roll destillieren im 15. Jahr der Bandgeschichte mit dem achten Studioalbum die Essenz ihres bisherigen Schaffens und legen zudem mal wieder ein echtes Brett hin. Eine Tendenz zur "Verweichlichung" etwa als Folge der im letzten Jahr bejubelten Auftritte der Band als Begleitmusiker für das Königliche Stockholmer Ballett ist keineswegs festzustellen.

So gibt's auf der einen Seite derb hingebolzte Nackenbrecher im Stile der Klassiker wie "To ride, shoot straight and speak the truth" (1997) oder der gelegentlich gar in Punk-Revieren wildernden jüngeren Bollerwerken "Uprising" und "Morning star" (2000 und 2001), welche jedoch noch nie so mitgrölkompatibel wie bei "That's when I became a satanist" daherkamen. Bei diesem Track mag man sogar vermuten, daß der bis 1997 als Hauptsongwriter und Drummer der Band agierende Nicke "Hellacopter" Andersson mal wieder bei seinen alten Kumpels reingeschaut und ihnen eine Bastelanleitung für catchy Refrains überlassen hätte. Doch auf der der anderen Seite finden sich vor allem nach dem mittig eingeschobenem Klavierstück "Intermission" auch wieder düster grollende Death Metal-Elemente, die Entombeds Wurzeln als Pioniere des Genres freilegen. Die abschließende Dampframme "Night for day" zeigt eindrucksvoll, daß Todesblei auch anno 2003 noch gut zu Gesicht stehen kann.

Doch so lupenrein wie in den genannten Songs dröhnt es eher selten aus den Boxen. Ansonsten wurden die erwähnten Entombed-Trademarks in unterschiedlichen Gewichtsanteilen zusammengewürfelt. All das wird vom furztrocken unter Mithilfe von The Hives-Knöpfchendreher Per Gunnerfeldt entstandenen Sound und der unverkennbar daherraunenden Stimme von L.G. Petrov zusammengehalten. Mal im gepflegtem mittleren Tempo groovend wie bei der Eröffnungswalze "Retaliation", dem Beinahe-Titeltrack "Descent into inferno" oder "Flexing muscles", mal mit Überhang zu skandinavischem Rotzrock, siehe Hitkandidat "The fix is in", "Incinerator" oder "The public burning". Oder alles in einem Song plus Reminiszenz an Black Sabbath: "Children of the underworld".

So kann man Entombed entweder einen gelungen Stilmix quer durch die Welt des harten Rock attestieren oder aber der Einfachheit halber das Etikett "Metal" draufpappen. Und zwar solcher, wie er sein soll. Kraftstrotzend, ehrlich und direkt. Da braucht man nicht einmal so zu tun, als sei man der Heilige Zorn.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • The fix is in
  • Children of the underworld
  • That\'s when I became a satanist
  • Night for day

Tracklist

  1. Retaliation
  2. The fix is in
  3. Incinerator
  4. Children of the underworld
  5. That's when I became a satanist
  6. Nobodaddy
  7. Intermission
  8. Young & dead
  9. Descent into inferno
  10. Public burning
  11. Flexing muscles
  12. Skeleton of steel
  13. Night for day

Gesamtspielzeit: 45:55 min.

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