The Deadnotes - Courage

The Deadnotes- Courage

22 Lives / Indigo
VÖ: 14.02.2020

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Scheitel

Nein, The Deadnotes sind nicht bei Fat Wreck oder Epitaph. Sie kommen nicht mal aus den USA. Auch wenn vieles auf den ersten Blick und aufs erste Ohr darauf hindeutet: Nicht nur Konzerte im Uncle-M-Umfeld mit den eingängigen Genre-Größen. Natürlich auch die Art von Musik, die die drei Freiburger mit ihren nicht mal 24 Lenzen im Schnitt darbieten. Eine Mischung aus melodischem Punkrock, rhythmisch anspruchsvollem 90s-Emo und hymnischem College-Punk. Nicht zu vergessen der volle, aber niemals zu fett beschmierte Sound ihres bemerkenswerten Zweitlings "Courage".

Wer dieses Ausrufezeichen von Album gehört hat, der weiß aber auch: Richtig grün hinter den Ohren sind Darius Lohmüller, Yannic Arens und Jakob Walheim alias The Deadnotes natürlich nicht. Ihre Band gibt es schon seit 2011, und lauscht man dem dreckig groovenden Punkrocker "Makeup" oder dem Emo-Hit "Cling to you", dann sollte man meinen, dass das Trio nun endgültig durch die hiesige Rock-Decke gehen wird. Doch "Courage" macht es sich beim freudigen Hitschleudern eben nicht zu einfach. Sondern versteckt seine vielen kleinen Hooks und schüchtern perlenden Refrains oft genug hinter dem Bühnenvorhang, oder hinter dem rhythmisch-verschleppten Takt von "Never perfect". Und auch sonst hütet das Songwriting erstaunliche Überraschungen, wie das sich von der sonnigen Pop-Veranda in die düster-dreckige Ecke schleppende "Ghost on the ceiling" und die flirrenden Post-Punk-Gitarren im tollen Closer "Hopeless romantic".

"Fickle fake friend" zeigt etwa Taking Back Sunday, wie man den Nullerjahre-Emo-Sound auch heute noch unanstrengend auf die Platte bringt. Und bei allen schmerzlichen Erfahrungen, von denen die Band auf "Courage" erzählt, wird auch klar, dass man ob all des Alltagsdrucks der modernen Gesellschaft immer bedenken sollte, dass Herunterfahren und Nerven bewahren manchmal die bessere Taktik ist, denn nobody is perfect. The Deadnotes bemerken das womöglich auch selbst, wenn sie sich den Schmachtfetzen "Get lost, get found" nochmal vorknöpfen. Aber um Himmels Willen! Gäbe es dieses erdige Signal nicht und schlüge auch "Failsafe" nicht einen Emo-Looping zu viel, der Rezensent würde glatt 8 von 10 Punkten dort oben einblinken. Und fragt sich nicht nur wegen emotionalen Kleinoden wie "I must have been blind" und Über-Songs wie dem Opener, warum er The Deadnotes nicht schon längst entdeckt hat.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Makeup
  • Never perfect
  • Cling to you
  • Romantically broke

Tracklist

  1. Makeup
  2. Never perfect
  3. Ghost on the ceiling
  4. Cling to you
  5. Failsafe
  6. Functionally
  7. I must have been blind
  8. Fickle fake friend
  9. Get lost, get found
  10. Romantically broke

Gesamtspielzeit: 36:18 min.

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Armin

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2020-02-03 20:39:52 Uhr - Newsbeitrag
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