Truth Club - Not an exit

Truth Club- Not an exit

Tiny Engines
VÖ: 03.05.2019

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der Letzte macht die Tür zu

Ein Song, drei Songs, sieben, neun: Toll von Anfang bis Ende, keine Nieten, all killer, no filler. Und ist man erstmal drin, kommt man hier nicht mehr raus. Diese Band hat Dich gewarnt! Truth Club sprechen eben nur Wahrheiten aus und keine Lügen, und wenn eine so benannte Formation ihr Debütalbum schon "Not an exit" betitelt, hast Du hoffentlich genügend Snacks in den Jackentaschen, gemütliche Schuhe an den Füßen und ausreichend Sitzfleisch am Popo. Die Band aus Raleigh in North Carolina ist gekommen, um zu bleiben – und sie denkt gar nicht daran, Dich frühzeitig wieder aus ihrem Griff zu entlassen.

Eigentlich reicht schon ein Blick auf die früheren und aktuellen Künstler, die bei Tiny Engines unter Vertrag standen und stehen – dann weiß man schon so ungefähr, in welche Richtung das hier geht. Es wird laut, intensiv und nicht immer gemütlich. Truth Clubs Mischung aus Indie- und Noise-Rock mit detaillierten Post-Punk-Sprenkeln erinnert in genau den richtigen Momenten an genau die richtigen Bands und schafft es trotzdem, eine eigene Duftmarke zu hinterlassen. "Student housing", das frühe und offensichtlichste Highlight der Platte, ist ein solches Exemplar: Hier ein bisschen Protomartyr, da ein bisschen Parquet Courts, aber nie bloße Kopie. Die Fuzz-Gitarren drängen sich nicht in den Vordergrund und sind doch allgegenwärtig, trotzig schiebt sich die Unterlippe von Sänger Travis Harrington nach vorne, das Herz marschiert dennoch zuerst über die Ziellinie. Am Ende: Explosion, Chaos, Verzweiflung. Ausbruch. Und dann nix mehr.

Nix mehr? Moment. "No planned sequel" dreht dann spontan doch noch eine kleine Fortsetzung vor dem inneren Auge, die Beziehung ist vorbei, die Bude wieder leer, der Kopf noch nicht. Ist egal, ist nicht egal, ist egal, ist nicht egal, dieses Blümchen hat keine Blüten mehr zum Abzupfen. Weg damit. Der Titeltrack von "Not an exit" startet als entspannte Noise-Pop-Nummer, wird plötzlich rabenschwarz und findet erneut den Lichtschalter. Stroboskop-Geflacker, von einer Sekunde auf die andere ist alles anders. Und anders. Und anders. Sturm und Drang, Drang und Sturm. Kurze Verschaufpause mit dem Instrumentaltrack "Luminescence", schwelgerisch kommt man wieder zu Sinnen, "Tethering" zieht Dich wieder zurück und hält Dich fest, umarmt Dich, tröstet Dich, erdrückt Dich. Du wehrst Dich nicht. "Dry off" ist kühl und in der Tat trocken, ein warmes Gefühl macht sich dennoch in der Magengrube breit, zum Schluss bleibt kein Auge trocken. Die Tür öffnet sich. Du bleibst sitzen. Die Tür schließt sich wieder.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Student housing
  • No planned sequel
  • Not an exit

Tracklist

  1. I know there is
  2. Student housing
  3. Path render
  4. No planned sequel
  5. Luminescence
  6. Naesha
  7. Not an exit
  8. Tethering
  9. Dry off

Gesamtspielzeit: 27:18 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

slowmo

Postings: 655

Registriert seit 15.06.2013

2020-01-04 20:52:23 Uhr
Ja das ist auch wieder war. ;)

Jennifer

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 2890

Registriert seit 14.05.2013

2020-01-04 18:41:16 Uhr
Das freut mich, slowmo! "Tethering" hat es nur ganz knapp nicht in die Highlights geschafft. Bei gerade mal neun Songs ist die Auswahl denkbar schwierig. :)

slowmo

Postings: 655

Registriert seit 15.06.2013

2020-01-04 17:36:06 Uhr
Nach den Referenzen bin ich neugierig geworden. Tatsächlich eine runde Platte irgendwo zwischen Postpunk, LoFi und ein Hauch von Shoegaze. Weiß durchaus sehr zu Überzeugen. :)

Tethering gefällt mir nachdem ersten hören auch sehr gut und würde ich noch als kleines Highlight dazu zählen.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18088

Registriert seit 08.01.2012

2020-01-03 21:23:44 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Als "Vergessene Perle 2019".

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