Various Artists - Come on up to the house: Women sing Waits

Various Artists- Come on up to the house: Women sing Waits

Dualtone / SPV
VÖ: 22.11.2019

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

True love Waits

Dass noch niemand vorher darauf gekommen ist: Frauen singen Waits. Pünktlich zum 70. Geburtstag des ewigen Grantlers erscheint ein Album mit Coverversionen etlicher Tom-Waits-Klassiker, eingesungen von mehr oder minder bekannten Damen der amerikanischen Pop- und Countryszene. Wie spannend das Konzept ist, wird deutlich, wenn man "Time" von Rosanne Cash hört. Zu sachten Saitenklängen mimt die älteste Tochter Johnny Cashs die Geschichtenerzählerin. Ihr unprätentiöser und einfühlsamer Vortrag passt perfekt zum Ausgangsmaterial. Leider kann die Zusammenstellung dieses Niveau nicht halten. Für sich sind praktisch alle Interpretationen gelungen, nur ähneln sie sich im Ansatz recht stark. Hier ein Klavier, da eine Akustikgitarre, ganz eventuell mal ein paar Streicher.

Wohlklang für die dunkle Jahreszeit ist das, auf Dauer aber auch ziemlich fad. So gibt sich Iris DeMent beispielsweise alle Mühe, "House where nobody lives" noch trauriger als das Original klingen zu lassen. Da sie es mit dem Vibrato übertreibt, bleibt eher ein schaler Nachgeschmack. Viel besser macht es da Aimee Mann, deren Version von "Hold on" die Stimmung des "Mule variations"-Tracks ganz wunderbar einfängt. Apropos "Mule variations": Gleich fünf Songs des Konsenswerks aus dem Jahr 1999 haben es auf "Come on up to the house" geschafft. Neben den beiden bereits genannten Kompositionen sind dies "Georgia Lee", "Take it with me" und der Titelsong. Besonders toll ist das von Phoebe Bridgers mit viel Feingefühl dargebotene "Georgia Lee". Ebenfalls spannend: Kat Edmondsons Cover von "You can never hold back spring", das an alte Hollywood-Soundtracks erinnert. Hiervon hätte es gerne mehr sein dürfen.

Insgesamt liegt der Schwerpunkt klar auf dem eher balladesken Material. Wunderbar schwelgerisch gerät Courtney Marie Andrews Version von "Downtown train". Hier wird auch deutlich, wie massentauglich die Songs des Mannes mit der Grummelstimme eigentlich sind. Nur verstümmelt er seine Stücke gerne bewusst, was ihnen mehr Tiefe verleiht. Eine Ausnahme bildet sicherlich "Tom Traubert's blues", einer der größten Hits des Kaliforniers. Auch im Original drückt Waits mit Geigen und Piano auf die Tränendrüse, aber die Neueinspielung von The Wild Reeds erreicht bei weitem nicht diese Intensität. Zu gefälliger Begleitung wählen die Sängerinnen einen eher distanzierten Ansatz, was dem Song jedes Leben raubt. Schade drum. Dies kann man auch zu dem gesamten Projekt sagen. Gute Ansätze sind vorhanden, aber es wurden einfach zu viele Kompromisse eingegangen. Tom Waits wird es grantelnd zur Kenntnis nehmen.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Hold on (Aimee Mann)
  • Time (Rosanne Cash)
  • You can never hold back spring (Kat Edmonson)

Tracklist

  1. Come on up to the house (Joseph)
  2. Hold on (Aimee Mann)
  3. Georgia Lee (Phoebe Bridgers)
  4. Ol' 55 (Shelby Lynne, Allison Moorer)
  5. Take it with me (Angie McMahon)
  6. Jersey girl (Corinne Bailey Rae)
  7. Ruby's arms (Patty Griffin)
  8. Time (Rosanne Cash)
  9. You can never hold back spring (Kat Edmonson)
  10. House where nobody lives (Iris DeMent)
  11. Downtown train (Courtney Marie Andrews)
  12. Tom Traubert's blues (The Wild Reeds)

Gesamtspielzeit: 55:15 min.

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Armin

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2019-12-19 21:45:20 Uhr - Newsbeitrag
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