The Flaming Sideburns - Sky pilots

The Flaming Sideburns- Sky pilots

Ranch / Spinefarm / Universal
VÖ: 28.07.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Flugschau

Irgendjemand hat letztes Jahr in einer finnischen Garage das Kännchen mit dem Motoröl entwendet und stattdessen ein Kanisterchen LSD auf der Werkbank deponiert. Zumindest klingt das neue Album der Flaming Sideburns sehr nach dieser zugegeben etwas abstrusen Theorie. Die Band jedenfalls testet das neue Mittelchen, vorsichtig, aber keineswegs mißtrauisch. Sie machen nicht den Fehler, die buntschillernde Flüssigkeit als Treibstoff benutzen zu wollen, haben aber die höchst positiven Eigenschaften der Substanz als Schmiermittel erkannt.

In der richtigen Dosierung bewirkt es wahre Wunder. Fahrzeuge, die gar nicht dafür gebaut zu sein scheinen, erheben sich in die Lüfte und schweben sanft davon, immer den knallbunten Kondensstreifen folgend. Ganz langsam starten die Sideburns durch. Bei "Save Rock'n'Roll" (Das mußte dringend mal wieder gesagt werden!) ist noch gar keine bewußtseinerweiternde Wirkung auszumachen, doch dann pendelt "Invisible hands" bereits seltsam zielos wirkend zwischen The Who und bekifftem Folk hin und her, um schließlich in einem wilden Orgelritt zu münden.

Auch im weiteren Verlauf fliegen die "Sky pilots" manches gewagte Manöver, dessen verborgene Eleganz sich dem Zuhörer nicht sofort offenbart. "Let me take you far" wirkt auf den ersten - und zugegebenermaßen auch auf den zweiten - Blick wie ein ziemlich plumper Stones-Ripoff. Und doch: ein kleiner Funke will überspringen, traut sich aber nicht so recht. Tatsächlich dauert es eine gute Weile, bis das neue Album zündet, fast zu lange. Doch grade wenn man versucht ist, einen Abstellplatz bei den weniger interessanten Platten im Regal zu suchen, sollte man dieser eigenwilligen Flugschau mit ihren verschraubten Figuren noch eine letzte Chance geben. Vielleicht drehen die "Sky pilots" dann doch noch so manche Ehrenrunde auf dem Plattenteller.

(Rüdiger Hofmann)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Save rock\'n\'roll
  • Invisible hands
  • Off direction
  • Submarine sensation

Tracklist

  1. Save rock'n'roll
  2. Invisible hands
  3. Since the beginning
  4. Off direction
  5. Pictures far behind
  6. The interpreter
  7. Effect-o tequila
  8. Heavy tiger
  9. Let me take you far
  10. Into the golden shade
  11. Submarine sensation
  12. Drive on

Gesamtspielzeit: 38:26 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Himbeer-Toni
2007-09-14 12:26:53 Uhr
böser vergleich ... argh
hallo
2004-04-25 18:46:26 Uhr
klingen ziemlich nach the hives muss ich sagen...
Peter Brandenburg
2003-09-06 16:09:25 Uhr
Ich kann mich der rezension von rüdiger hofmann nur in den grundansätzen anschließen. sicher fällt bereits mit den ersten takten auf, dass die sideburns die sache etwas ruhiger angehen lassen. aber das bemerkenswerte daran ist (und mir erschloss sich das bereits beim ersten hören im laden), dass es immer noch genauso lässig und uneingeschränkt eingängig rockt, ohne auch nur ansatzweise nach altherrenrock zu klingen. ich fühlte mich ein bisschen an das grandiose "exit the dragon" von urge overkill erinnert, das ja auch eher ruhig und stones-like daherkommt, aber eben - stones-fans, entschuldigung! - im gegensatz zu den stones einfach schweinecool ist. hätte ich die rezension von rüdiger hofmann schon vorher gelesen, hätte ich eine ganz andere platte erwartet (irgendwas abgedrehtes, was mit dem geradeausrock der sideburns wenig zu tun hat), insofern kann ich nur jeden drum bitten, sich die scheibe auf jeden fall selbst anzuhören und sich ein eigenes urteil zu bilden. das bemerkenswerte für mich an der neuen platte ist, wie bereits angedeutet, dass die spitze der härten (vor allem beim gesang) gekappt wurde, man aber nicht das gefühl hat, dass etwas fehlt, sondern die sache irgendwie damit auch runder klingt, obwohl ich gegen die beiden vorgänger damit nichts sagen will. quintessenz für mich ist: wer vielleicht die aggressionen der jugend schon ausgelebt hat, mit sich halbwegs im reinen ist, es gerade mal nicht so ganz extrem laut braucht, es aber trotzdem sideburns-mäßig rocken lassen will, MUSS diese scheibe kaufen und kann das eigentlich blind tun. meine favoriten: "invisible hands" und "pictures far behind". und um nicht den eindruck zu erwecken, mir seien vom LSD der sideburns die sinne vernebelt, auch noch eine kritik: nicht alle stücke können den standard ganz halten (nach meiner auffassung 9 und 10), außerdem klingen manche riffs arg vertraut und erscheinen auch schon auf dem vorgänger-album vertreten. aber sei's drum.

9 von 10 punkten für diesen erneut großen wurf der sideburns!
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum