Gameface - Four to go

Gameface- Four to go

Doghouse / Defiance / Zomba
VÖ: 28.07.2003

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Game over

Ach, hätte man nur. Aber zu spät. Morgens war die Welt noch in Ordnung. Der Toast war hart, die Butter ranzig, der Kaffee kalt. Idyllisch. Schön. Das Grauen kam erst später. Es gab einmal eine Zeit, da konnte man mit Gameface nichts bis wenig falschmachen, um sich schon früh für und gegen das Leben zu wappnen. Nach dem netten "Always on" jetzt also "Four to go". So als erstes Hallo-ich-bin-noch-da-kennst-Du-mich-überhaupt-noch-Zeichen nach sage und schreibe fast drei Jahren. Jeff Caudill hatte ja auch noch seine Solo-Sache am Start. Na bitte. Geht doch.

Yeah, yeah, Viervierteltakt. Es fängt verzichtbar an, es hört noch viel verzichtbarer auf. So viel sei jetzt schon mal verraten. Aber eigentlich verrät sich das Teil hier mit den ersten Wir-gehen-auf-Nummer- sicher-Akkorden gleich selbst. Also, bitte. Jetzt mal wirklich. Was soll das denn? Ihr wart doch Helden. Wahrscheinlich ist man jetzt bloß wohl schon satt. Caudill knödelt, und seine Mitstreiter haben wohl auch keinen Durst. Ohne Scheiß, das sind stinknormale und noch viel mehr unspektakuläre Ja-schaun-mer-mal-und-ab-dafür-Rocksongs für IKEA-möblierte Langweilerhütten. Oder BWL-Punk für Jungs mit modischen Umhängetäschchen und Mädchen mit Avril Lavigne-Shirts. Spaghettiträger inklusive. Bäh. Gibt es was ekligeres? Eben drum.

Das tut ganz schön weh. Vierzig Minuten die blanke Folter, obwohl man mit "Four chords, seven years" oder "The Word" doch zuallermindest ansatzweise andeutet, warum man mal am allerliebsten mit Gameface nach den Sternen griff. Fragt mal eure Oma. Und euren Opa. Heute ist man wohl sogar mit Reamonn besser bedient. Dem deutschen Rohrkrepier-weil-hier-ja-sonst-kaum-was-geht-Tum halt. Krepieren tut hier sowieso ziemlich viel.

Zumal Gameface nicht nur kaum mehr wissen, was sie wollen, sondern eben auch nicht, wohin sie wollen. Radio oder Abfalltonne? Ist ja auch eh scheißegal. Fäkaljargon muß hier einfach erlaubt sein. Der Stachel sitzt nun mal tief. Ach, hätte man nur. Aber kann ja jetzt nicht mehr. Zu spät. Die Welt war noch in Ordnung. Idyllisch. Schön. Aufhören. Bitte.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Four chords, seven years

Tracklist

  1. This old house
  2. Everybody
  3. Four chords, seven years
  4. When you've had enough
  5. The word
  6. Crash course in polite conversation
  7. Give me something real
  8. Stop anytime
  9. Rescue mission
  10. How far is goodbye?
  11. Don't get me started
  12. A test

Gesamtspielzeit: 49:38 min.

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