Killing Joke - Killing Joke

Killing Joke- Killing Joke

Zuma / Sony
VÖ: 28.07.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Saurer Regen

Rückkehr, die nächste. Killing Joke haben bekanntlich Erfahrung im ehrfurchterregenden Wiederauftauchen. Zuletzt trat ihr "Democracy"-Album 1996 kräftig vors Schienenbein. Vorher sprengten sich die gestandenen Kerls um Schreihals Jaz Coleman mit Songs wie "Wardance", "Eighties" oder "Love like blood" eine ganz eigene musikalische Kategorie zurecht. Mit ihrer Lust am Lärm beeinflußten die Briten so unterschiedliche Acts wie Helmet, Metallica, Faith No More, Fear Factory und Marilyn Manson. Noise rockte, und Coleman kicherte heiser.

Während jedoch der Sound, den Killing Joke damals überhaupt erst aus dem Boden stampften, längst durch andere populär gemacht wurde, ist der Name der Band noch immer beinahe nur Insidern bekannt. Das muß sich ändern, fand Dave Grohl, dessen semibekannte Ex-Combo Nirvana sich einst für "Come as you are" ziemlich dreist bei einem Riff der Postpunk-Lärmenden bedient hatte. Also drängte er sich auf, als ruchbar wurde, daß Coleman zusammen mit Baßmann Youth und Klampfer Geordie ein neues Werk plane. Und so dürfen wir den vielbeschäftigten Knüppler diesmal in der ungewohnten Rolle des menschlichen Drumcomputers erleben.

Viel wichtiger als Grohls Wumms sind aber einmal mehr die skurrilen Charaktere, in die Coleman schlüpft und sie bis an den Rand des Nervenzusammenbruchs auslebt. Er kreischt, beschwört, zischt, geifert und keift, bis es schmerzt. Und noch ein wenig länger. Neongrelle Blitze umzucken seine Selbstinszenierung, während die Gitarren Löcher in die Luft ätzen. So klingt denn wohl saurer Regen.

Neben exaltiertem Gestampfe wie "The death & resurrection show" und bedrohlichem Geschepper à la "Loose cannon" oder "Asteroid" setzt es auch wieder jene unwirklichen Hymnen, die Killing Joke schon immer drauf hatten. Das zwingende "Blood on your hands" plärrt seine Anklage in die sternenklare Nacht, und "You'll never get to me" jagt wohlige Schauer über den Rücken. Wenn sterile Riffs übereinandergeschichtet werden, der Baß harmonische Schleifen auslegt und Coleman für einen Moment lang so tut, als sei er ein Romantiker, genießt man die Wiederkunft der wilden Alten. Auch wenn mittlerweile andere längst gefährlicher klingen: "Survival is my victory."

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The death & resurrection show
  • Blood on your hands
  • You\'ll never get to me
  • Seeing red

Tracklist

  1. The death & resurrection show
  2. Total invasion
  3. Asteroid
  4. Implant
  5. Blood on your hands
  6. Loose cannon
  7. You'll never get to me
  8. Seeing red
  9. Dark forces
  10. The house that pain built

Gesamtspielzeit: 55:47 min.

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