MakeWar - Get it together

MakeWar- Get it together

Fat Wreck / Edel
VÖ: 01.11.2019

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Wenn es gut ist

Olli Schulz hat gelogen! Das hat in einem Text über ein Punkrock-Album – keine Sorge, dazu kommen wir noch – zwar eigentlich nicht allzu viel verloren, trotzdem sollte mal festgehalten werden, dass "und ein Leben lang passieren" eine doofe Zeile ist. Weil eben fast nichts für ein Leben lang gemacht und gedacht ist. Nur: Die Liebe zur Musik könnte so eine Ausnahme sein. Der Verfasser dieser Zeilen kann jedenfalls nach fast zwei Jahrzehnten immer noch grinsen, wenn gut zusammengebastelte Powerchords grüßen. Sogar wenn es, wie im Falle von MakeWars dritten Album "Get it together", keine 30 Sekunden dauert, ehe man weiß, was einen die folgende gute halbe Stunde erwarten wird.

Nämlich: So komplex wie nötig und so simpel wie möglich zusammengebastelte Powerchords. Eine Produktion, die sich niemals besonders aufdrängt oder gar sich den Songs in den Weg stellt, aber zeitgleich keinen Gedanken verliert, irgendjemandem weh zu tun. Und natürlich eine ganze Wagenladung an Melodien, die direkt in Kopf, Arme und Beine wollen. Dass man das Trio trotzdem nicht direkt auf den viel zu großen Stapel des Punkrock-Allerlei ablegt, liegt dann an einer ganz simplen Tatsache: Es ist gut, was die machen! Klar bekommt der Opener "Hopeless dreamers" für die Zeile "The night is drunk / And we are young" keinen Pulitzer-Preis, trotzdem springt das Stück mit so viel Schmiss durch die Tür, wie ihn The Bouncing Souls auch gerne mal wieder auf Band bekommen würden.

Klar hat man einen Song wie "Squeeze" in seiner Machart auf schon mal bei Basement hören können, trotzdem ist man angenehm überrascht, wenn einem MakeWar direkt nach der Highspeed-Abfahrt von "No excuses" nahtlos und schlüssig plötzlich diesen schweren Kopfnicker servieren. Oder, wenn "No más" und "Immunda realidad" mittendrin die Sprache wechseln und sich zwischendurch "Sails" gefährlich nahe an den Balladen-Abgrund wagen darf, ohne abzustürzen. Doch wenn der Titeltrack sich zum Schluss über vier Minuten austoben darf, weiß man dennoch: Es sind nicht die kleinen Überraschungen, die "Get it together" ausmachen. Es ist sein selbstbewusster Umgang mit dem eigenen Charakter. "Get it together" ist 34 Minuten Punkrock und versucht keinen Moment, mehr aus sich zu machen. Ein Album, das in keiner Bestenliste auftauchen wird. Auf das man sich aber immer verlassen können wird, wenn man Bock auf dieses Genre hat. Ob ein Leben lang oder nicht: Das ist doch mal gut!

(Martin Smeets)

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Highlights

  • Hopeless dreamers
  • Squeeze
  • Get it together

Tracklist

  1. Hopeless dreamers
  2. My bones
  3. No excuses
  4. Squeeze
  5. No más
  6. Americán futbol
  7. Immunda realidad
  8. Oh, brother
  9. Hands on the tyrant
  10. Get it together

Gesamtspielzeit: 34:17 min.

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