Jane's Addiction - Strays

Jane's Addiction- Strays

Capitol / EMI
VÖ: 21.07.2003

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Klangstreicher

Eine Band, deren Sound und Attitüde maßgeblich zum alternativen Antlitz der Neunziger beigetragen haben, ohne daß sie selber nennenswert in den aufkommenden Hype um Grunge, Crossover, New Metal und Co. eingegriffen hätte, begrüßt man gerne wieder zurück auf der Bildfläche. Jane's Addictions' angeschrägte Klassiker wie "Jane says" oder "Been caught stealing" hinterließen schließlich einen ähnlich bleibenden Eindruck wie die Hymnen der Pixies. Nach diversen Projekten und mehreren verzagten Wiederbelebungsversuchen - man denke an die laue Resteverwertung von "Kettle whistle" - legen Perry Farrell, Dave Navarro und Stephen Perkins mit "Strays" ihre Rückmeldung nach dreizehn Jahren Auszeit vor. Da der etatmäßige Baßmann Eric Avery dankend ablehnte, Martin LeNoble verhindert war und auch Chilischote Flea nicht mehr zur Verfügung stand, schnappte sich Morissette-Gehilfe Chris Chaney den Tieftöner.

Von der tänzelnden Spinnertheit und den absurden Abgründen von einst bleibt allerdings erst einmal wenig übrig. Stattdessen schnörkelt man sich um angedeutete Zerbrechlichkeit herum zu versuppten Crescendi und aufgedunsenem Geboller. Die Vorstellungen von Dicke-Hose-Produzent Bob Ezrin leisten dem dezenten Größenwahn Farrells, der sich spätestens auf "Song yet to be sung" bemerkbar machte, anscheinend ungesunden Vorschub.

Das, was da schon beim Killing-Joke-Ripoff "True nature" aus den Boxen donnert, hat wenig mit dem aufregenden Wumms von "Ritual de lo habitual" zu tun. Eine stumpfe und matschige Soße quillt da aus den Lautsprechern, gefällt sich im eigenen Bombast und läßt nur in reduzierteren Augenblicken alte Stärken aufblitzen. Die klinische Produktion entleibt die Grooves und ertränkt die Gitarren in einem ärgerlichen Klumpatsch. Was auf der einen Seite vor lauter Klangschichten kaum gehen kann, erstickt auf der anderen Seite die vielen guten Ansätze mit reichlich Süßholzgeraspel.

Nur in der Single "Just because" und im finsteren "Price I pay" findet sich Grund zum Grinsen. Da sind die Riffs noch knackig und knusprig. Da springt einem die Hymne direkt ins Gesicht, während die Songs beherzt Popo treten ohne auf Hektik zu setzen. Versponnene Gitarrenlinien und heisere Vocals deuten hier an, womit Jane's Addiction einmal mehr für Furore hätten sorgen können. Auch "The riches" oder das Titelstück könnte man mit gutem Willen als halbwegs gelungen bezeichnen. Doch zuviel des Konjunktivs. Denn leider wird man sich weder nach dem halbherzigen Songwriting noch nach den seelenlosen Arrangements von "Strays" die Hälse recken. Das Mittelmaß regiert. Been caught yawning.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Just because
  • Price I pay

Tracklist

  1. True nature
  2. Strays
  3. Just because
  4. Price I pay
  5. The riches
  6. Super hero
  7. Wrong girl
  8. Everybody's friend
  9. Suffer some
  10. Hypersonic
  11. To match the sun

Gesamtspielzeit: 53:16 min.

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The MACHINA of God

Postings: 14556

Registriert seit 07.06.2013

2013-08-03 20:00:33 Uhr
IMmer noch sehr geil, speziell die Singles.
Wolffather
2011-10-25 00:51:22 Uhr
mindestens eine 8/10, das neue Album finde ich aber fast noch besser
Tama
2011-10-24 22:51:29 Uhr
hab's zur feier des neuen albums mal wieder ausgepackt und ich find's immer noch richtig stark!
The MACHINA of God
2011-10-24 21:37:38 Uhr
Scheisse, hatte gar nciht mehr in Erinnerung, dass das gesamte Album dermaßen rockt. 5/10? Never. Tendiere grad stark Richtung 8.
The MACHINA of God
2011-10-24 21:10:17 Uhr
"True nature" und "Just because" sind schon sehr geil irgendwie.
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