The Thrills - So much for the city

The Thrills- So much for the city

Virgin / EMI
VÖ: 28.07.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Stadt der Bengel

Sommerpop. Braungebrannte Sunnyboys, das Surfbrett geschultert, grinsen unter dicken Wuschelfrisuren hervor und singen gutgelaunte Wohlfühlliedchen von Stränden, Partys und Strandpartys. Reichlich gezuckerte Melodien und kalorienbombende Refrains schmelzen einem bei aller Hitze doch erst im Ohr zusammen und verleben dort eine ziemlich gute Zeit. Die Musikanten werden von einer solchen Fröhlichkeit gepackt, daß man sie fast schon für die TV-Total-Band halten könnte. Und die Sonne geht die nächsten sechs Wochen eh nur noch in Dur auf. Sommerpop. Man kann es echt nicht mehr hören.

Einmal muß man trotzdem noch. Es gibt schließlich schon jetzt kein Vorbeikommen mehr an ihnen, den Thrills. Ist aber vollkommen in Ordnung. Was hier nämlich zur Zeit durch die britischen Charts kreuzzieht, darf durchaus zur guten Seite gezählt werden. Niemals aufdringlicher und trotzdem stets überschwenglicher Piano-Pop, Banjos, Orgeln, Mundharmonikas und eine Sanduhr, die vor 30 Jahren zum letzten Mal umgedreht wurde. Es ist luftig und leicht, es shalalat und shubidut, und das Trommelfell kriegt trotzdem keinen Sonnenbrand davon.

"So much for the city" heißt das Album, das drüben jeder haben will. Warum das so ist? Weil die Single "Santa Cruz (You're not that far)" einem die schönsten Pazifikstrände ins eigene Wohnzimmer holt vielleicht. Oder wegen "Your love is like Las Vegas", dieser herzlich lächelnden Verliebtsein-Hymne. Gut möglich auch, daß die insulare Begeisterung von den Besonderheiten der Platte, dem schwingenden Country-Coup "Say it ain't so" oder den melancholischen Zwischentönen in "Hollywood kids" herrührt. Die Thrills haben jedenfalls Charme und machen Laune. Nicht schlecht für ein paar Jungs aus Dublin. Schließlich hat man dort erwiesenermaßen circa null Sonnentage im Jahr.

Natürlich ist das aber nur die halbe Wahrheit. So sehr man hier auch aus Irland kommen mag, in erster Linie ist "So much for the city" doch entstanden, weil es die fünf Thrills immer wieder in wärmere Gefilde zieht. Schon vor ein paar Jahren saßen sie auf einem Sofa am Strand von San Diego und schrieben Songs, ihr Debütalbum haben sie nun in Los Angeles aufgenommen. Kein Wunder also, daß einen der Westcoast-Pop hier aus jeder einzelnen Note anspringt. Ganz gleich, ob mit Schwung wie in "Don't steal our son" oder sanft wie der wolkenverhangene letzte Song. Das richtige Album für 40°C-im-Schatten-Tage. California, here we come.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Santa Cruz (You\'re not that far)
  • Don\'t steal our sun
  • Your love is like Las Vegas
  • \'Til the tide creeps in

Tracklist

  1. Santa Cruz (You're not that far)
  2. Big sur
  3. Don't steal our sun
  4. Deckchairs and cigarettes
  5. One horse town
  6. Old friends, new lovers
  7. Say it ain't so
  8. Hollywood kids
  9. Just travelling through
  10. Your love is like Las Vegas
  11. 'Til the tide creeps in

Gesamtspielzeit: 46:32 min.

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