R Plus - The last summer

R Plus- The last summer

Loaded / BMG
VÖ: 11.10.2019

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 1/10

Encore une fois

Wisst Ihr noch, was Pogs sind? Nicht? Dann werdet Ihr mit "The last summer", dem Debütalbum von R Plus, wahrscheinlich wenig Spaß haben. Hinter dem unscheinbaren Namen verbirgt sich das Geschwisterpaar Rollo und Dido Armstrong. Die Karrieren beider Musiker sind in die Jahre gekommen. Faithless liegen mehr oder weniger auf Eis, Didos letztes Album erschien zwar 2019, konnte jedoch keine großen Wellen schlagen. Es ist daher durchaus nachvollziehbar, dass sich die beiden zu einer Kollaboration entschlossen haben. "The last summer" macht ungefähr da weiter, wo seinerzeit "God is a DJ" aufgehört hat. Bekömmliche Tanzmusik, die mit einem Bein auf Ibiza und mit dem anderen in der Dorfdisco steht. Der Sound des Albums ist dabei so altmodisch, dass der Eindruck aufkommt, Rollo hätte einfach sein Archiv geplündert.

An der grundsätzlich soliden Qualität des Materials ändert dies freilich nichts. Nur weil die Songs wie von gestern klingen, verlieren sie nicht ihre Existenzberechtigung. Die einzelnen Tracks auf "The last summer" gehen fließend ineinander über, was den Projektcharakter unterstreicht. Es geht eher um das große Ganze als um die Details. Und so beginnt das Album auch. Sphärische Vangelis-Synthies bauen Spannung auf, der große Knall bleibt jedoch aus. Stattdessen versucht sich Rollo in "Together" in einer Imitation von Nalin & Kane. Kennt Ihr nicht? Die waren dank ihres Tracks "Beachball" mal fast so beliebt wie Pogs. In eine ähnliche Kerbe schlägt "Cards", das zwar fast sechs Minuten dauert, aber nicht wirklich im Gehör bleibt. Dido gibt sich alle Mühe, kann jedoch gegen das uninspirierte Gebumper wenig ausrichten.

"Cards" steht zudem in starkem Kontrast zum gelungenen Mittelteil des Albums. Das seichte Gedudel der ersten Tracks weicht zunehmend psychedelischeren Arrangements. Folgerichtig mündet die Musik in das mitreißende "Diving", dessen perkussiver Charakter einen wohltuenden Kontrast zum faden Beginn darstellt. Und dann brechen die Dämme. "Those were the days" gibt Didos Stimme endlich den Raum, den sie braucht. Die Melodie, die sie singt, ist schlicht, aber schön. Hiervon hätte es mehr sein dürfen. Die künstlerische Vision, die hinter dem Album steht, ist zwar jederzeit klar hörbar, es mangelt allerdings an einer fesselnden Umsetzung. So ist es schade um die atmosphärischen Spoken-Word-Elemente und die teils wunderbaren Melodien. "The last summer" soll den Anfang einer ganzen Serie von Alben markieren. Wenn Rollo und Dido da weitermachen, wo das herrliche "Look up!" aufhört, dann besteht immerhin Grund zur Hoffnung.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Diving
  • Those were the days
  • Look up!

Tracklist

  1. Landing
  2. Together
  3. My boy
  4. Clouds like islands
  5. Summer dress
  6. Diving
  7. Ozzie girl
  8. ...On back of a scooter (Fast)
  9. Those were the days
  10. Cards
  11. Teacher's poem
  12. Look up!

Gesamtspielzeit: 42:52 min.

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User Beitrag

Armin

Postings: 16249

Registriert seit 08.01.2012

2019-10-16 21:39:25 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 16249

Registriert seit 08.01.2012

2019-10-10 19:23:07 Uhr - Newsbeitrag
R Plus - Rollo Armstrong (Faithless) & Dido veröffentlichen morgen ihr Debütalbum "The Last Summer"
Das Video zur Single "My Boy" gibt es ab sofort bei youtube

Die warme Jahreszeit neigt sich langsam dem Ende zu, aber R Plus (Rollo Armstrong (Faithless) & Dido) halten die wohligen Erinnerungen an durchtanzte Sommernächte auch mit ihrem neuen Video zu "My Boy" lebendig. Das Debütalbum "The Last Summer" erscheint morgen, 11.10.2019.

▶ Ansehen: R Plus "My Boy" (official Video)



Armin

Postings: 16249

Registriert seit 08.01.2012

2019-09-27 19:44:20 Uhr - Newsbeitrag
R Plus - Rollo Armstrong (Faithless) & Dido kündigen gemeinsames Album an
Die neue Single "My Boy" ab sofort im Stream

"The Last Summer" (Loaded Records / BMG 11.10.2019) ist das erste Album einer geplanten Serie von Rollo Armstrong unter dem Pseudonym R Plus. Bereits die ersten Singles, "Summer Dress" und "Those Were The Days" sorgten für von Spekulationen, denn die Identitäten der Musiker dahinter waren unbekannt.
Doch viele lagen mit ihrer Vermutung richtig - und es kann nun bestätigt werden: Es handelt sich in der Tat um Faithless-Mastermind Rollo Armstrong und das kollaborative "Plus" ist seine jüngere Schwester Dido.

https://rplus.lnk.to/MyBoyPR




R Plus begann, als Rollo mit Dido an ihrem kürzlich veröffentlichten dritten Album "Still On My Mind" arbeitete. Während die Geschwister an ihren Liedern arbeiteten, äußerte Rollo den Wunsch, ein eigenes neues Album zu machen, eine stimmungsvolle Auseinandersetzung mit der Musik, die er am liebsten mag.
Ausgehend von Alben wie Röyksopps "Melody AM" oder Airs "Moon Safari" oder Mobys "Play" oder vielleicht The Orbs "Adventures in..." - Platten, bei denen man sich tief in einen warmen, besonderen, eigenwilligen und stimmigen Sound stürzen kann - möchte "The Last Summer" ein ganzes Album sein - mit einem Anfang, einer Mitte und (ihr habt es erraten) einem Ende.

Es ist ein Album mit Melodie als Kern: Es ist strukturiert, aber einfach, erhebend und ein wenig sehnsüchtig. Es hat einen Sinn für Dinge, die man kennt, die man erkennt, die alle in eine glitzernde Kugel aus Licht und Wundern gehüllt sind....

Oder in anderen Worten:
‘‘Pine forests, clouds like islands, Spanish boys on mopeds, vodka shots & charcoal fires, palm trees, heat on the asphalt, larks and lizards and wasps in the grass, asleep in the dunes and empty pools, old men in old village squares, forever playing cards.
Pickpockets and Burger King, empty beaches, skinny dipping, short dresses ,widows on benches, girls spending their time watching the lifeguards. All day hitchhiking, beach music and bodysurfing, open car windows and fights in bars, all for one and one for all, strays dogs, fans turning, all dressed up for the dance.
Getting dry with sandy towels, sunglasses and cigarettes, stealing food from empty tables: every day like the rest but no day like the last .’
The Last Summer is an album looking back on a summer past: trying to capture the heat, the haze, the friendship and love, the madness and euphoria- sometimes a bit of peace but never much sleep: and, of course, it’s all a little bittersweet, because it’s over, it’s gone, it’s done.
……
“A musical memory for all those who have had a holiday that has been life changing.”
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