Whirlwind Heat - Do rabbits wonder?

Whirlwind Heat- Do rabbits wonder?

Third Man / XL / Zomba
VÖ: 16.06.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Falscher Hase

Eine alte Geschichte. Wer es im Musik-Biz zu etwas bringen will, der sollte möglichst fest am Allerwertesten der ein oder anderen wichtigen Person kleben. Und wenn man es gar auf eine ausgemachte Seltenheit wie, sagen wir, einen gut dotierten Plattenvertrag abgesehen hat, kann es erst recht nicht schaden, die richtigen Leute zu kennen. So wie Whirlwind Heat. Die sind nämlich gute Kumpels von keinem geringeren als Jack White, dem Offiziellen Retter Der Rockmusik™. Und so sind die Jungs nicht nur als allererste Band auf seinem Third Man-Label untergekommen, der alte Weißstreifen hat auch noch ihr Debütalbum produziert. Beziehungen sind eben alles.

Doch damit noch längst nicht genug. Neben Jack hatten nämlich auch dessen Buddy Brendan Benson und Tagträumer Dave Fridmann von Mercury Rev ihre Finger im Spiel namens "Do rabbits wonder?". Wie das nun klingt? Mächtig konfus. Synthesizer, Baß und Schlagzeug tun sich zusammen und spucken eine ordentliche Ration Krach aus. Es rattert und knattert, und es rappelt und zappelt. Nur ein Ziel scheint es leider nicht vor Augen zu haben. Das spannendste an dieser Band sind die Leute, die gar nicht zur Band gehören.

Natürlich ist das, was hier in ganzen vier Tagen aufgenommen und farbenfroh mit Titeln wie "Green", "White" oder "Red" versehen wurde, nicht immer ohne Reiz. Wenn dem eifrig überköchelnden "Blue" sämtliche Sicherungen rausfliegen oder das nicht minder rasante "Grey" völlig durchknallt, finden auch Whirlwind Heat ihr Plätzchen zwischen all den fröhlich durchdrehenden Art-Punks. Dem Rest dieser guten halben Stunde Neulärm gehen allerdings schneller die Ideen aus, als der frontverrückte David Swanson die Knöpfchen an seinem Moog-Synthie drücken kann. Hat man sich erst mal auf die epileptischen Anfälle der Songs eingestellt, kann hier nichts mehr erschüttern, überraschen oder wenigstens kicken. Bleibt ein großer Haufen Holterdipolter, der gerne Kunst wäre. Und der, man muß die Aufforderung zum billigen Wortspiel leider annehmen, ist so viel farbloser als seine Songtitel.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Orange
  • Blue
  • Grey

Tracklist

  1. Orange
  2. Black
  3. Purple
  4. Tan
  5. Green
  6. Blue
  7. Yellow
  8. Pink
  9. Red
  10. Brown
  11. Silver
  12. White
  13. Grey

Gesamtspielzeit: 34:20 min.

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