Temples - Hot motion

Temples- Hot motion

ATO / [PIAS] Cooperative / Rough Trade
VÖ: 27.09.2019

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Technicolor lovers

Alles anders bei Temples? Eigentlich nicht. Fast gen... Moment! Den Einstieg hatten wir ja bereits. Doof! Es ist aber auch zum Mäusemelken mit den Briten – falls das für den einen oder anderen vielleicht etwas Positives sein kann, denn Fetischisten gibts bekanntlich überall. Zurück zum Thema: Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass Temples ihr letztes Album veröffentlicht haben, sogar mehr als fünf Lenze sind seit dem Debüt "Sun structures" vergangen. Und was soll man da schon sagen? Wirklich etwas verändert hat sich nun mal eben nicht. Nur am Sound justiert die Band rund um Leadsänger James Bagshaw gern weiter, zum Glück – denn so hält auch ihr drittes Werk "Hot motion" den Hörer bei Laune.

Aus dem Dunstkreis der jungen Herren und ihren PR-Leuten klingt das freilich alles etwas anders. Von großer Weiterentwicklung ist da die Rede, dem Finden von etwas völlig Neuem und der gleichzeitigen Rückkehr zu den Anfängen. Ist klar und macht doch alles nix! Es hat uns doch vorher auch schon gut gefallen, und die Temples-Mischung aus Psychedelic-Rock und Pop funktioniert auch auf "Hot motion" prima. Ein Satz aus dem zugehörigen Pressetext passt dann aber doch wie die Faust aufs Auge: Temples wollten, dass das Album klingt, als wäre es mal eben mit einem Technicolor-Farbfilm überzogen worden. Hat auch geklappt – ein warmes, melancholisches Gelb scheint durch quasi jeden der elf neuen Songs, vom wuchtigen Titeltrack und Opener über das leicht angestaubte Selbsthilfebuch vom Dachboden in Form von "The beam" bis zum nach vorne marschierenden und euphorisch mitziehenden "It's all coming out". Ob das so neu ist? Ist doch egal!

Das könnte nämlich auch der Soundtrack irgendwelcher Originalaufnahmen aus den Sechziger- und Siebzigerjahren sein, deswegen eignet sich Temples' Musik auch mit dem dritten Album so hervorragend, um sie gemeinsam mit den Eltern oder, je nach Jahrgang, auch mit den Großeltern zu hören. Arm in Arm schunkelt es sich ohnehin am besten zu "You're either on something", das gar nicht so unbedingt bedröhnt ist, sondern vielmehr nach dem langersehnten Glück sucht. Zum Naturburschen "Not quite the same" verdrückt derweil nicht nur Mama ein kleines Tränchen, während "Monuments" passenderweise in geradezu monumentaler Manier ein angemessen ausladendes Finale voller Kitsch und, im letzten Viertel, sogar Konfetti bietet. Natürlich wollen wir der Band hier nichts in Abrede stellen – auch das stetige Verbessern der bereits vorhandenen Stärken kann ja durchaus eine Weiterentwicklung sein. Deswegen meinen wir es auch so lieb wie nur möglich, wenn wir sagen: Alles gemacht wie bisher? Dann war auch alles richtig.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Hot motion
  • The beam
  • Monuments

Tracklist

  1. Hot motion
  2. You're either on something
  3. Holy horses
  4. The howl
  5. Context
  6. The beam
  7. Not quite the same
  8. Atomise
  9. It's all coming out
  10. Step down
  11. Monuments

Gesamtspielzeit: 45:20 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Postings: 15979

Registriert seit 08.01.2012

2019-10-02 23:23:03 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

The MACHINA of God

Postings: 17589

Registriert seit 07.06.2013

2019-09-27 18:11:43 Uhr
Ist jetzt draußen. Hab das bis eben gar nicht mitbekommen. Das Debut war klasse, der Zweitlich leider nur nett.

Armin

Postings: 15979

Registriert seit 08.01.2012

2019-06-05 19:09:29 Uhr - Newsbeitrag
TEMPLES

Temples geben erstmals Details zu ihrem kommenden Album "Hot Motion" bekannt: Es wird am 27.09. über ATO Records erscheinen und stellt damit das Debüt auf dem namhaften Indie-Label dar. Mit diesen wunderbaren Neuigkeiten geht die Veröffentlichung eines hypnotischen Performance-Videos des Titeltracks "Hot Motion" einher. Ein Song über ”die Spannungen von Verlangen, Träumen und Albträumen.“



"Hot Motion” folgt den Alben “Sun Structures” (2014) und “Volcano” (2017). Das dritte, brillant ausgearbeitete und verwobene Album tobt sich tiefer in dunkleren kreativen Gefilden aus. Ein prachtvoller musikalischer Farbfilm legt sich auf den Großteil, allerdings unterlegt mit einem David Lynch-artigen Unterton, dessen Schwere “Hot Motions” davon zu schweben drohende Momente wieder einfängt.

“Ich bin gespannt auf die Reaktionen der Leute, die das Album zum ersten Mal hören”, freut sich Sänger und Gitarrist James Bagshaw, in dessen Haus im englischen Northamptonshire auch das dritte Temples Album aufgenommen wurde. “Sie sind so angelegt, dass sie sofort zünden könnten, gleichzeitig wollten wir natürlich nicht all unsere kreativen Ideen ad acta legen. Diese Balance hinzubekommen, kann schon mal schwierig werden. Vielleicht haben wir auf dem vergangenen Album teilweise zu viele Spuren benutzt, um Tiefe zu erzeugen. Wir haben festgestellt, dass Tiefe nicht einfach durch die Vielzahl an Spuren erzeugt wird, sondern auch aus der Intensität einer Idee.”

Während das Trio – komplettiert durch Bassisten Tom Walmsley und Gitarristen Adam Smith - immer noch stolz auf das elektronisch-orchestrierte 2017er Album “Volcano” ist, fühlt sich “Hot Motion” gleichzeitig wie eine Rückkehr zum Geist und zur Begeisterung des Debütalbums “Sun Structures” aus dem Jahr 2014 an. Wobei “Hot Motion” sich wohl von allen drei bisherigen Temples-Alben als das eigenständigste und progressivste erweist.Bekannt durch ihre jahrelang bewiesenen faszinierenden Live-Performances, die den Großteil ihres Publikums in einen regelrechten Sog ziehen und nicht mehr loslässt, kündigt die Band auch direkt eine Herbsttour mit an, die sie in Deutschland nach Berlin, Hamburg und Köln führen wird. Alle Termine findet Ihr in den Tourdaten.

Temples
26.11. Berlin - Festsaal Kreuzberg
28.11. Hamburg - Grünspan
30.11. Köln - Luxor
Booking: Melt! Booking
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