Juicy Junk - Mission sungun

Juicy Junk- Mission sungun

Drakkar / BMG
VÖ: 30.06.2003

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Müllschlucker

Das mußte ja passieren! Nachdem Linkin Park und Evanescence das Niemandsland zwischen New Metal und Gothic Rock für den Pop entdeckt haben, kriechen auch schon die ersten deutschen Anwärter aus den Löchern und schielen nach Aufmerksamkeit und schnellem Ruhm. Juicy Junk. Saftiger Abfall. Kommt hin. Aber dazu später.

Widmen wir uns zunächst einmal den zwerchfelljuckenden Nebenerscheinungen, den diese fünf Düsterkasper mit ihrem Vorabvideo "Sungun" unters Volk gebracht haben. Vor Pathos tropfend flüstert eine Stimme einen Blödsinn von fünf Göttern zusammen, die einst so grandiose Musik spielten, daß sie damit einen neuen Planeten erschufen und so die überraschte Galaxie ins Chaos stürzten. Zur Strafe schickte sie der Oberste Rat der Götter ins Exil. Nun aber suchen die Ex-Götter nach fünf Musikern, die alles wieder ins Reine bringen sollen. Zu diesem gequirlten Mist an Hintergrundgeschichte stolpert eine Handvoll indisponierter Mucker (lebendig) durch eine durcheinandergewirbelte Landschaft (computeranimiert). Und während sich in Schlafanzügen steckende Ersatz-Superhelden zu einem unsäglichen Faith-No-More-Plagiat vermöbeln, dessen grimmig guckender Sänger exakt einen roten Skischuh anhat, kann der Zuschauer nicht anders, als sich den Bauch zu halten.

Immerhin. Ohne die visuelle Komponente wären die Hände vermutlich gleich Richtung Ohren geschnellt. Die Düsseldorfer sondern nämlich klebrigen Darkwave vermengt mit gestümpertem Sprechgesang und aufgedunsenen Prollriffs ab. Angenehm wie Blähungen in der Sauna. Wenn dann auch noch die hirnerweichte SciFi-Story aus dem Video als Legende für das Debütalbum "Mission sungun" herhalten darf, entleert sich der Magen ganz freiwillig. Passend dazu jodelt Patton-Klon Mars herum, als hätte man ihm Abführmittel ins Frühstücksmüsli gekippt. "Rough shit on a new level." Hämorrhoiden aller Länder, versteckt Euch.

Freund Mars schreit sich aber nicht nur ständig heiser. Gelegentlich schummelt er auch mal die obligatorische Halbballade dazwischen. Machen die Guano Apes und die H-BlockX ja auch immer wieder. Jeder bekommt eben genau das Vorbild, das er verdient. Verbockt hat das Elend auf "Mission sungun" übrigens Wolfsheim-Produzent José Alvarez-Brill. Der hat den Dreh derart raus, daß man immer mal wieder das Gefühl hat, hier würden sich Fury In The Slaughterhouse an kernigem New Metal versuchen. Kann nicht gutgehen? Stimmt. Gothic, Hardrock, Reggae, Funk, Synthpop - alles wird versucht, nichts funktioniert. Irgendwer hat da wohl den guten Oscar Wilde gehörig mißverstanden. "Von allem nur das Beste" war bekanntlich dessen Devise. Dumm nur, daß man dieses Beste nicht findet, wenn man ständig nur im Müll wühlt. Ganz unten im schimmelnden Unrat wartet nämlich nur eines: saftiger Abfall.

(Oliver Ding)

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Highlights

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Tracklist

  1. Legend of the gods of rock (Pt. 1)
  2. Sungun
  3. Sunny day
  4. Me again
  5. China white
  6. Nowhere man
  7. Real
  8. Legends of the gods of rock (Pt. 2)
  9. Juicy junk
  10. Nobody
  11. God knows
  12. Starseed
  13. Fall
  14. Be apart
  15. Legends of the gods of rock (Pt. 3)
  16. Dumpy moon

Gesamtspielzeit: 56:27 min.

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