Kjetil Mulelid Trio - What you thought was home

Kjetil Mulelid Trio- What you thought was home

Rune Grammofon / Cargo
VÖ: 30.08.2019

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Jazz, aber ...

Norwegens Jazz-Szene scheint gut vernetzt zu sein, Beispiel: Da ist Kjetil Mulelid, mit 28 Jahren eines der jungen Gesichter am Klavier. Er steht dem Kjetil Mulelid Trio vor, mit Andreas Skar Winter am Schlagzeug und Bjørn Marius Hegge am Kontrabass. Mulelids Mitstreiter haben dabei noch eigene Bands am Laufen, betätigen sich mal bei diesem Projekt, mal an jenem. Ausgebildet wurden die drei Musiker an der Musikhochschule von Trondheim, exzellente Lehrer sind dem Vernehmen nach dort angestellt, aber das Wichtigste ist natürlich, dass man allerhand Mitspieler für zukünftige Projekte findet.

Das Kjetil Mulelid Trio hat mit "What you thought was home" nun die zweite LP herausgebracht, und eines fällt direkt auf: Die drei Musiker wollen weder ein prätentiöses Virtuosentum aufs Podest stellen, noch machen sie es dem Hörer besonders schwer, diese acht Stücke von Anfang an ins Herz zu schließen. "Bruremarsj (Wedding march) ergötzt sich einfach an einer wehmütig verträumten Melodie, welche man auch in Herz-Schmerz-Dramen an geeigneter Stelle einbinden könnte. Es gibt ein paar Triller, einige Verzierungen, doch die emotional eindeutige Richtung des Klavierspiels muss nur sacht von der Rhythmusgruppe getragen werden, um eine volle Wirkung zu entfalten. Natürlich weist dies alles eine nahe Verwandschaft zum Jazz auf, doch ist hier der melodische Schmelz unverstellt greifbar. Schön übrigens, wie das Schlagzeug im Hintergrund des Titelstückes so manche bescheidene Drehung und Spirale aufführt, während sich das Klavier sanft tastend durch den nebeligen Herbstpark tastet. Entspannung mit melancholischer Süße, für lange Blicke aufs Meer oder, wenn dies zu weit entfernt liegt, auf einen See, man mag träumen zu dieser Musik.

Der "Folk song" hinterlässt dagegen einen tieferen rhythmischen Fußabdruck, hier sind Kontrabass und Schlagzeug die dominanten Kräfte, wobei es sich Mulelid nicht nehmen lässt, eine leicht swingende Kaffeehaus-Melodie beizusteuern. Diejenige in "A cautionary tale against a repetitive life" könnte hingegen sowohl das Leitmotiv für eine Rockoper oder, etwas bescheidender, für ein Melodrama im Vorabend-Programm sein. Mulelid und seine Mitspieler wollen in erster Linie unterhalten, bauen aber wie im zuletzt genannten Stück auch Brüche ein, indem sie zum Beispiel mit Wiederholungen Drone-artiger Töne den Song in eine ganz andere Richtung führen. Schwer verdaulich ist aber auch das nicht, keiner sollte von dieser Platte KUNST verlangen, das Zusammenspiel jedoch dieses Trios, sowie die anrührenden Melodien zeugen von großer Könnerschaft.

(Martin Makolies)

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Highlights

  • Bruremarsj (Wedding march)
  • Far away
  • A cautionary tale against a repetitive life

Tracklist

  1. What you thought was home
  2. Folk song
  3. Bruremarsj (Wedding march)
  4. Tales
  5. Far away
  6. A cautionary tale against a repetitive life
  7. Waltz for Ima
  8. Whenwinter turns into spring
  9. Homecoming

Gesamtspielzeit: 37:08 min.

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Armin

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2019-09-25 20:44:09 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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