Mondo Generator - A drug problem that never existed

Mondo Generator- A drug problem that never existed

Ipecac / Southern / EFA
VÖ: 14.07.2003

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

The man who

Wer ist Nick Oliveri? Klar, werden viele sagen, das ist doch der Bassist der Queens Of The Stone Age, der früher mal bei Kyuss war. Wahrscheinlich ist er der beste Freund von Josh Homme; die beiden sind ja schließlich bei allen möglichen Bands und Projekten aktiv und eigentlich immer gemeinsam auf den Platten vertreten. Und außerdem ist Nick Oliveri der Kopf von Mondo Generator, einer weiteren Band aus dem Queens-Desert Sessions-Earthlings?-Masters Of Reality-Umfeld, von der einige schon mal gehört haben, von der aber nur die wenigsten das Debüt-Album "Cocaine rodeo" kennen.

Dabei wäre es sehr sinnvoll, dieses Album zu kennen, wenn man sich eine Vorstellung über das aktuelle Werk "A drug problem that never existed" machen möchte. Zudem sollte man etwas mehr über Nick Oliveri wissen. Zum Beispiel, daß er als Rex Everything die tiefen Töne bei den Dwarves beisteuerte, bis ihn die Band mit der Begründung "Too fucked up" auf die Straße setzte. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Wer ausgerechnet mit diesem Argument ausgerechnet bei den Dwarves rausfliegt, muß schon einen Haufen sehr ausgefallener Gedanken sein Eigen nennen. Im übrigen sei erwähnt, daß Mondo Generator auf dem Zweitling durch Dave Catching, Molly McGuire (beide Earthlings?) und Brant Bjork (Ex-Kyuss, Ex-Fu Manchu) komplettiert werden und mit einer Gästeliste aufwarten, die vom Cover einer "Desert Sessions"-Scheibe abgeschrieben sein könnte.

Jedenfalls haben Mondo Generator mit ihrem neuen Label Ipecac eine Heimat gefunden, die wie der sprichwörtlich Arsch auf den Eimer paßt. Dementsprechend hauen Herr Oliveri und seine Mannen kräftig auf die Kacke. Im Opener "Meth, I hear you callin'" packen Mondo Generator eine Wutkeule aus, die dem Hörer den Angstschweiß auf Stirn treibt. Was ist das? Psychopathen-Punk? Aggro-Core? Erwartungsgemäß fällt die Kategorisierung nicht leicht, Zeit zum Durchatmen bleibt sowieso keine, auch wenn das Tempo im weiteren Verlauf abnimmt. Egal, ob man der Garage huldigt, fröhlich poppigen Sixties-Beat auseinandernimmt oder das psychedelische Potential klassischer Metal-Riffs untersucht: Der Druck der ungezügelten Raserei des Frontmannes bleibt geschwindigkeitsunabhängig bestehen.

Um so größer ist die Überraschung, wenn mit "All I can do" die erste lupenreine Ballade aus den Boxen kriecht. Schmeichelnd umstreicht eine akustische Gitarre das Ohr, liebliche Uh-uh-Chöre tropfen süße Melodien in die Gehörgänge und salben die Wunden, die die vorangegangenen Tracks gerissen haben. "A drug problem that never existed" ist deutlich ambitionierter als das doch im wesentlichen auf den Spaß am Lärm reduzierte "Cocaine rodeo". Mondo Generator werden langsam aber sicher zur nächsten Band aus der ehemals mit Stoner-Rock etikettierten Kreativkommune, die man dringend im Auge behalten sollte. Schon um zu verhindern, das einen dieser tobende Bastard unvermittelt von hinten überrollt.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Meth, I hear you callin\'
  • So high, so low
  • Day I die
  • Four corners

Tracklist

  1. Meth, I hear you callin'
  2. Here we come
  3. So high, so low
  4. Do the headright
  5. Open up and bleed for me
  6. All I can do
  7. F.Y.I'm free
  8. Detroit
  9. Me and you
  10. Like you want
  11. Girl's like christ
  12. Day I die
  13. Jr. high love
  14. Four corners

Gesamtspielzeit: 37:37 min.

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