The Rasmus - Dead letters

The Rasmus- Dead letters

Motor / Universal
VÖ: 08.07.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Annahme verweigert

Bestandsaufnahme Zweitausendunddrei. Klar, einige tun es. Sich im Schlamm wälzen, Krach machen, Damen rauslassen, die Sau flachlegen. All das. So richtig. Häßliche Vögel wie Lemmy Kilminster, Ozzy Osbourne, Justin Timberlake. Nun gut, der nicht gerade. Der tut nur so als ob. Womit wir bei The Rasmus wären. Die verhalten sich nämlich Timberlake-konform. Da muß man sich gar nicht erst großartig etwas vormachen lassen.

Und trotzdem: Die Masche funktionierte auf der "Into" prächtig. Und funktioniert noch immer. So irgendwie. The Rasmus erforschen diesmal ihre dunkleren Seiten. Wer die Finnen schon kennt, weiß, daß er dabei keine Angst haben muß. Schwiergersöhnchen haben ja schließlich keine Leichen im Keller. Man freut sich, daß endlich einmal mit "In the shadows" wieder richtige Musik die Charts und Airplaylisten regiert. Richtig authentische. Richtig ehrliche, handgemachte. Und so. Meint zumindest der Zyniker. Mit Melodien, die Du selbst mit dreiundzwanzig Jahren und vier Promille noch fröhlich vor dich hinpfeifst. Weil: The Rasmus haben die ja. Mal wieder. Nicht nur mit "In the shadows". Sondern auch in "Still standing", "Time to burn", "The one I love" und wie sie alle heißen mögen. Das alte Lied.

Doch irgendwann hast Du das alles tierisch satt. Ja, es kommt der Zeitpunkt im Leben eines jeden jungen Menschen, da er einen unschönen Blick hinter die Kulissen werfen muß. Die hier mit ihrem schwarzdurchgestylten Potpourri der Teenie-Eitelkeiten zumindest im Ansatz etwas von derbstem Rockertum versprechen. Obwohl The Rasmus ja letztendlich doch nur die braven, unauffälligen, sauberen Jungs von ganz weit nebenan (Finnland eben) sind. Wenn man ganz ehrlich ist. Na?

Bar jeder Maskerade wirst Du sie alle ertappen, die sieben Todsünden einer jeden schlechten Platte. Zum Beispiel, daß im Studio klinisch-bereinigte Breitgitarren erst recht kaum mehr was retten, wenn Song-Patienten wie "In my life" und "Back in the picture" ohnehin schon aus der Radio-aktiv verseuchten Jauchegrube für leidende Schwiegertanten grüßen. Daß Songtitel wie "Not like the other girls" schonmal gar nicht gehen, wenn man nicht demnächst neben Jeanette Biedermann und Xavier Naidoo auf der ARD-Benefizgala für Beckmann-geschädigte Ex-Moderatoren auftreten möchte.

Und mal die Hand aufs Herz: Daß Du neuerdings jeden Morgen zu spät zur Arbeit kommst, weil Mutti die Dusche für drei Stunden blockiert, um sich selbst Gesangsunterricht zu geben, kann einfach kein gutes Zeichen sein. Nein, "Dead letters" gibt Dir nichts. Der Generation HIM mit Frontadonis Lauri Ylönen vielleicht ihren Bryan Adams. Und Deiner kleinen Schwester ein neues Postermotiv. Etikettenschwindel sei Dank.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • In the shadows
  • Funeral song

Tracklist

  1. First day of my life
  2. In the shadows
  3. Still standing
  4. In my life
  5. Time to burn
  6. Guilty
  7. Not like the other girls
  8. The one I love
  9. Back in the picture
  10. Funeral song

Gesamtspielzeit: 39:50 min.

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