Shards - Find sound

Shards- Find sound

Caroline / Universal
VÖ: 30.08.2019

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Gesang vereint

Gesang ist universell. Jede Kultur dieses Planeten kennt Formen der Vokalmusik. Und jeder Mensch hat mindestens schon einmal gedankenverloren vor sich hin gesungen. Am meisten macht Singen jedoch mit anderen Spaß. Das hat sich wahrscheinlich auch Kieran Brunt gedacht. Der englische Komponist und Arrangeur, der unter anderem schon mit Anna von Hausswolff zusammengearbeitet hat, erkundet mit seinem neuen Projekt Shards die Stimme und ihre diversen Ausdrucksformen. Und so hat er einige fähige Vokalisten um sich geschart, um seine künstlerische Vision Realität werden zu lassen. Das Debüt hört auf den Namen "Find sound", was programmatisch zu verstehen ist. In elf Tracks gelingt es den zwölf Musikern nicht nur, einen ureigenen Klang zu kreieren, sondern den Hörer auf eine Reise zu schicken.

Die instrumentale Begleitung beschränkt sich auf das absolut Nötige. Hier ein Synthesizer, dort ein wenig Percussion, selten mehr. Dies erweist sich als Glücksgriff, denn so gehört die Bühne ganz den Vokalisten. Aus einer meditativen Grundstimmung heraus entwickeln Shards tief berührende Songs. Wer "Sleep" von Max Richter mochte, wird auch "Find sound" lieben. Wenn etwa in "Thoughts" sakral anmutende Harmonien übereinandergeschichtet werden, stellt sich unmittelbar Gänsehaut ein. Auch "Beams" zelebriert die Innerlichkeit. Während andere Ambient-Projekte sich gerne in fahrstuhlmusikalischer Beliebigkeit verlieren, widmen Shards sich mit viel Feingefühl den Details. Beinahe unmerklich baut sich Spannung auf. Ein Drumbeat schält sich aus dem vielstimmigen Choral, Effekte überlagern die Stimmen. Sechseinhalb Minuten dauert der Track, was viel zu kurz ist. Eine halbe Ewigkeit wäre schöner.

Dies ist keine Musik für Hektiker. Konventionelle Songstrukturen werden meist vermieden, allerdings folgt jede Komposition einer klar erkennbaren Dramaturgie. Manchmal dominiert die Melodie, wie beispielsweise in "Summer sickness". Meist steht jedoch die Harmonie im Mittelpunkt. Brunt lässt den verschiedenen Stimmen viel Raum zur Entfaltung. So prallen in "Lost" Sopran und Bass aufeinander. Anfängliche Widersprüche werden im musikalischen Dialog aufgelöst. In eine andere Kerbe schlägt "Nebulous". Hier dominiert ausnahmsweise der Rhythmus. Stimmen und Samples ringen um die Vorherrschaft, während im Hintergrund der Ozean dräut. Unbestreitbarer Höhepunkt des Albums ist jedoch "Unrest", dessen finaler Part an den Zäunen der Wahrnehmung rüttelt. Und das ohne produktionstechnischen Bombast, nur mit Hilfe von Stimmbändern und Resonanzkörpern. Es menschelt gewaltig. Zuhören hilft.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Summer sickness
  • Thoughts
  • Beams
  • Unrest

Tracklist

  1. Find sound
  2. Summer sickness
  3. Dissect
  4. Thoughts
  5. Beams
  6. Lost
  7. Nebulous
  8. Unrest
  9. Inner counterpoint
  10. I needed the sun

Gesamtspielzeit: 35:16 min.

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Armin

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Registriert seit 08.01.2012

2019-08-18 20:47:46 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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