Press Club - Wasted energy

Press Club- Wasted energy

Hassle / Membran
VÖ: 16.08.2019

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Krachfinken

Blogs mit Namen wie "KillYourStereo" oder "Krachfink" sind lauteren Klängen per se nicht abgeneigt, doch nicht nur diese beiden E-Zines ließen sich Anfang 2019 zu Jubelstürmen hinreißen: Das garstig-wilde und doch überschwänglich-hymnische Garage- und Punk-Kleinod "Late teens" von Press Club verzauberte Schrammelgitarren-Fans und kam wunderbar gelegen, um die alljährliche Winterträgheit aus den Gehörgängen zu fegen. Die Australier enterten die hiesige Musikwelt unvermittelt und unverfroren aus dem Nirgendwo. Denn angesichts der ziemlich abgegrasten Weiden des Genres hatte man nicht unbedingt mit solch hochwertigem und zugleich sättigendem Futter gerechnet. Hymnen wie "Suburbia" oder rotzig-eingängiger Garage-Punk der Marke "Headwreck" hatten sich die Lorbeeren verdient.

Während "Late teens" noch immer heißläuft, legen die Twens aus Down Under gerade mal ein halbes Jahr später ihren Zweitling "Wasted energy" nach. Einerseits natürlich prima, so schnell Nachschub zu erhalten. Andererseits messen sich die zwölf neuen Tracks quasi von Angesicht zu Angesicht mit den liebgewonnenen Vorgängern, weswegen der gewaltig feine Opener "Separate houses" gleich mal die geballte Faust zeigt, bevor er seine Spitzen gen Ende hin gezielt ausbaut. Einen ähnlich tollen Twist erfährt auch das ohnehin feine "Chosen ones", sodass der Hörer ob des Albumtitels nun leicht ins Grübeln gerät. Energieverschwendung? Die beiden Zweieinhalbminüter "Get better" und "Dead or dying" verneinen dies mit zielgerichteter Schnellkraft und Körperlichkeit entschieden.

Der Lärmbatzen "New year's eve" indes setzt nur allzu gern einen drauf, und Frontfrau Nat Foster keift in zynischer Silvester-Seligkeit "We both pray for nothing / I don't give a shit about you, babe." Einige Themen des Albums sind subtiler, kreisen um das allseits umrandete Schicksal, das den mehr oder minder roten Lebensfaden des Einzelnen mit bestimmten Ereignissen heimsucht, welche dann, so unscheinbar sie manchmal wirken, zu Wendepunkten für das restliche Leben werden können. Wer nach dem Erfolg des Debüts nun Zugeständnisse an ein breiteres Publikum befürchtete, kann beruhigt sein: Press Club verändern ihre wilde Formel nicht, sie führen ihren Pop-Appeal lieber ein zweites Mal im schnaubenden Rock'n'Roll-Dress aus.

Noch immer fräsen die Gitarren herzallerliebst und scheppert das Schlagzeug mächtig, nicht nur im verkappten Post-Punker "Behave". Noch immer schlägt Bassist Iain MacRae seine Saiten windschief und fuzzy an, singt und kreischt Foster tolle Refrains wie den von "Obsessing" mit höchster Inbrunst. Die schräge Auskopplung "Thinking about you" reißt das Thema Stalking an und setzt wohl bewusst auf verschlepptes Tempo, damit die Ohnmacht realistisch wirkt. Da Fosters stimmliche Bandbreite umso bewegender daherkommt, wenn die Songs im Tempo variieren und die Breaks wie maßgeschneidert sitzen, erstrahlt die Klasse von Press Club also ein zweites Mal auf voller Bandbreite. Und dann klingen Verse wie "I keep on pretending / That I'm getting better" fast wie Understatement.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Separate houses
  • Chosen ones
  • Obsessing
  • New year's eve

Tracklist

  1. Separate houses
  2. Dead or dying
  3. Thinking about you
  4. Chosen ones
  5. Obsessing
  6. Get better
  7. Behave
  8. New year's eve
  9. How can it not be love?
  10. I'm in hell
  11. Same mistakes
  12. Twenty-three

Gesamtspielzeit: 33:56 min.

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User Beitrag

doept

Postings: 30

Registriert seit 09.12.2018

2019-10-28 18:03:37 Uhr
Naja, OK "scheppern" ist wohl nicht der richtige Ausdruck. Übersteuert trifft es wohl eher...Wurde auch in einigen Rezensionen erwähnt dass es bewusst so produziert wurde.
Kann man machen, ist aber für Leute wie mich mit recht gutem Gehör und einer ganz guten Musikanlage etwas anstrengend.
Aber die Songs (von "Late Teens) an sich sind klasse, und auf dem Nachfolger haben sie es mit die Übersteuerung auch deutlich reduziert - insofern passt der eingeschlagene Weg auf alle Fälle!

wilson

Postings: 152

Registriert seit 10.08.2015

2019-10-28 10:04:08 Uhr
@doept: genau...'ne punkplatte die "scheppert" geht ja gar nicht.

doept

Postings: 30

Registriert seit 09.12.2018

2019-10-27 22:53:09 Uhr
Großartiges Album, das scheinbar nur wenige Leute interessiert was natürlich schade ist.
Hätte ich wetten müssen, dass mich ein Punk/Alternative Rock Album 2019 wirklich überzeugt, hätte ich auch dagegen gewettet...mittlerweile ist die Wette wohl verloren. Kenne kein besseres Album zum Autofahren, Fahrradfahren, Sport machen etc. aus diesem Jahr und würde mir nur wünschen dass der Vorgänger "Late Teens" besser produziert wurde da es teilweise doch etwas zu sehr scheppert.
Hoffentlich kommt die Band noch mal den weiten Weg nach Europa, wäre bestimmt cool sie mal live zu sehen.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 16559

Registriert seit 08.01.2012

2019-10-18 19:12:38 Uhr - Newsbeitrag
PRESS CLUB share video for
Separate Houses - Watch HERE

New album Wasted Energy out now on Hassle Records

"Wasted Energy feels hot with spirit and emotion." - Kerrang! ****
"The emotional clarity never waivers... powerful." - DIY ****
"Consistently thrilling." - Upset ****

Having just wrapped up their biggest headline tour of the UK and Europe, Press Club are releasing Separate Houses, the latest single to come from their second album Wasted Energy. Separate Houses was tracked live at Woodstock Studio, Melbourne and mixed by the band themselves in their studio underneath Melbourne’s Westgate bridge. It is accompanied by a video which puts singer Natalie Foster front and centre, alone, recounting a story of isolation and longing, before being reunited with the band as they play out the song's epic closing refrain.

The song has a kaleidoscope lens of introspection and extrospection and is comprised of three acts. In Act I, Press Club are in a familiar sonic playground of uptempo backbeats, straight 8 guitars, and the trademark melodic delivery of singer, Natalie Foster. Act II hones in on the band's ability to make the listener unnerved without even being in the same room. With shades of the title track from the band's debut, Late Teens, Foster remarkably finds another gear in her voice and unleashes sheer fury into the microphone. Act III is a veritable cracking of the spine, relieving all of the pressure built up over the minutes prior. Both apathetic and euphoric the song draws to a close with another tempo shift and cries "I keep on pretending that I am getting better."

In keeping with their self-made ethos, the band filmed the music video for Separate Houses while on their second tour of Europe. Directed and produced by the band’s guitarist, Greg Rietwyk, the clip was shot across locations in Scotland, England and continental Europe - Press Club made the most of their idyllic surrounds.

Some people view rock and roll as a gratuitous expression of opulence, anti-establishmentarianism and ego. Others view it as an exposé of the inner workings of an artist’s emotions and the most captivating performances draw back the curtains on the artist’s vulnerability. This is Separate Houses. It is the song in which Press Club candidly reveal their vulnerability and their might at its most fierce.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 16559

Registriert seit 08.01.2012

2019-08-26 15:37:50 Uhr - Newsbeitrag
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