The Harmaleighs - She won't make sense

The Harmaleighs- She won't make sense

Heavenly / Nettwerk / Warner
VÖ: 02.08.2019

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Oh, Susan

Eine Angststörung, die so massiv das eigene Leben steuert, dass man ihr einen eigenen Namen gibt, um folglich besser oder zumindest anders mit ihr leben zu können: Haley Grant hat das durchgemacht und taufte jene Angststörung kurzerhand "Susan". Das neue Album "She won't make sense" ihres Musikprojekts The Harmaleighs zeigt Grant und Susan lyrisch in einem Dialog und widmet sich auch den unangenehmen Konflikten der Krankheit. Grant dokumentiert die vielen Formen einer Depression und spricht offen über ihre psychische Gesundheit. Unterstützt wird sie dabei wie immer von Bassistin und Gesangspartnerin Kayle Jasperson.

Der noch recht zaghafte und von Xylophon angeführte Opener "Anthem for the week" stellt direkt die ersten Marotten von Susan vor. "Don't go outside, I don't like the sunshine", singt Grant und wechselt dabei immer wieder zwischen hohem, nasalem Gesang und Kopfstimme und erinnert damit auch an Feist. Musikalisch hat das Duo aus Nashville aber nicht mehr viel mit der kanadischen Sängerin gemein. Den hauptsächlich akustischen Kern ihrer Songs haben The Harmaleighs hinter sich gelassen. Und trotz aller Ernsthaftigkeit des Themas schlägt die musikalische Gefühlswelt in eine unerwartete Richtung: Der Sound ist umfangreicher als bei den zwei Vorgängern von "She won't make sense". Das ist zwar auch Experimentierfreude geschuldet, vor allem aber der Tatsache, dass das Duo im Studio mehr und mehr Unterstützung von anderen Musikern bekommt. Die Entwicklung zu einem volleren, bandähnlichen Klang sei der langfristige Plan der Harmaleighs.

Die hektische Vorabsingle "Sorry I'm busy" besingt schließlich direkt nach dem Opener die alltäglichen Folgen der Angststörung und das ständige Absagen von Verabredungen. "Cancel the plans /They’ll understand/ Until they don’t understand", heißt es im Dialog aus Grant und Susan. Ein vorantreibendes Schlagzeug und E-Gitarren sorgen nicht nur für Tanzbarkeit, sondern repräsentieren auch, wie sich Grant von Susan in die Enge getrieben fühlt. Mit "Talk" entspannt sich der Sound mit gleichbleibendem Rhythmus und sanften Banjo-Klängen im Refrain. Der Song startet allerdings mit der vielsagenden Zeile "I didn't get out of bed again".

Auch vor elektronischen Klängen schrecken The Harmaleighs bei ihrer musikalischen Neu-Aufstellung nicht zurück. "Tidy up" stellt Synthie-Sounds in den Vordergrund und spielt mit langgezogenem Säuseln. In "When I was a kid" kommt das Schlagzeug wieder temperamentvoll zum Einsatz, und "Don't panic" überzeugt mit zarten Lo-Fi-Vibes. Ein versöhnliches Ende hält "She won't make sense" übrigens nicht bereit. Dafür mit "I don't know myself" aber die Einsicht, dass Grant sich zu lange hat von ihrer Krankheit hat leiten lassen und es noch einen anderen (Lebens-)Weg ohne Susan geben muss. Und im besten Fall verspricht der noch weitere musikalische Entwicklungen von den Harmaleighs.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Sorry I'm busy
  • Tidy up
  • Don't panic
  • I don't know myself

Tracklist

  1. Anthem for the weak
  2. Sorry I'm busy
  3. Talk
  4. When I was a kid
  5. Tidy up
  6. Mannequin
  7. Moving my body
  8. Don't panic
  9. Dim the light
  10. I don't know myself

Gesamtspielzeit: 31:25 min.

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User Beitrag

Jennifer

Postings: 1782

Registriert seit 14.05.2013

2019-08-14 09:20:00 Uhr
Der Albumtitel trifft auch auf die angegebene Tracklist zu. Bitte mal überprüfen.

Stimmt, ich habs korrigiert. Vielen Dank für den Hinweis!

nörtz

Postings: 5363

Registriert seit 13.06.2013

2019-08-14 01:11:56 Uhr
Der Albumtitel trifft auch auf die angegebene Tracklist zu. Bitte mal überprüfen.

i didn’t get out of bed again
both my legs must be broken


i wanna go to bed is it night yet?
cancel the plans


Noch nie von denen gehört. Danke für den Tipp.



Armin

Postings: 15468

Registriert seit 08.01.2012

2019-08-04 19:07:17 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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