Fuctape - Fuctape

Fuctape- Fuctape

Sideways
VÖ: 21.06.2019

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Fuctastisch

Machen das F-Wort endlich salonfähig: Fuctape, ein anonymes 20-köpfiges Künstlerkollektiv aus Toronto. Gemeinsam haben sie einen Sound kreiert, der hedonistisch, detailverliebt, unberechenbar, campy, kompromisslos und verdammt unterhaltsam ist. Ihr Debüt kreuzt tollkühn Rap, R'n'B, Punk, Ambient und Dubstep, in der Fuctape-Kiste gibt es Bässe, Synthesizer, Samples, Vocal-Effekte, Auf-die-Schnauze-Beats und Ins-Herz-Melodien satt.

Schon das Intro klingt, als würde sich die Tür zu einer dieser legendären Partys öffnen, und man wird sofort hineingesogen in den Kaninchenbau. Auf die wüste Kombination aus Brostep und Rap in "Devil's chainsaw" folgen mit "Fuct up & wasted" ein Akustik-Punkrock-Quickie und der Telefonstreich "Phoner". Dieses Album will offensichtlich nicht gemütlich oder gefällig sein, was nicht zuletzt auch der akustische Jump-Scare von "Shot in the face" verdeutlicht. Bei Fuctape handelt es sich ganz offensichtlich um Könner mit Humor und Kunst ist für sie keine Einbahnstraße: Auf der Website des Kollektivs kann jeder Fotos hochladen, die dann als alternatives Album-Cover in der Instagram-Galerie von Fuctape veröffentlicht werden.

Auf "Fuctape" prallen Genres und Stimmungen auch innerhalb der Tracks aufeinander: So ist "Someonefinnadietn" halb Eurodance-Hymne, halb R'n'B-Ballade. Der trügerische erste Eindruck ist geradezu programmatisch: Da franst die Schnulze mit Blood-Orange-Falsett in "100k easy" zum Sound-Experiment aus, da umarmen sich bei "Blanket cover the sun" liebevoll Ambient und Oldschool-HipHop, da wird das zunächst flache "Flombay" zum Bass-O-Rama und "Ghost beach" beginnt mit einer Surf-Gitarre und endet als verschmuster TripHop-Song. Neben smoothem HipHop in "Gimme that shit" und "RIP", noch mehr steinerweichenden R'n'B-Schleichern wie "After all these years" und "Shaw-shank", der R'n'B-Dreampop-Mische "Microdose" und dem schrill-schönen "Ave Maria" finden sich mit "I hate u" auch krawalliger Headbanger-Dubstep mit Punk-Attitüde, der saftige Electroclash-Bolzen "Fuct you" und die Afro-House-Nummer "Ugly day" – denn Lieder über schöne Tage gibt es wahrlich genug.

Die Kürze der Songs, von denen tatsächlich nur drei länger sind als eineinhalb Minuten sind, verstärkt die Kontraste nur noch. Heftiges wirkt heftiger und Zerbrechliches so, als wäre es bereits zerbrochen. Bei aller Ironie und parodistischer Zuspitzung kann man das alles dennoch völlig unironisch genießen, zum Beispiel die R'n'B-Praline "Hopeless endlessly", eines der vielen Highlights in diesem gepflegten Chaos. "Fuctape" strahlt die Experimentierfreude früher Gorillaz- und später Radiohead-Alben genauso aus wie die des Debüts von Forest For The Trees oder von Big Dumb Faces "Duke Lion fights the terror!!"– auch wenn letztere beide eher unter der Oberfläche fluoreszieren. Was Künstler eben so tun, wenn sie glauben, dass sie niemandem Rechenschaft schuldig sind: Musik machen, als ob niemand zuhören würde. Und genau dann kann man nicht mehr weghören.

(Claudia Harhammer)

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Highlights

  • Intro
  • After all these years
  • I hate u
  • Blanket cover the sun
  • Hopeless endlessly

Tracklist

  1. Intro
  2. Devil's chainsaw
  3. Fuct up & wasted
  4. Phoner
  5. Someonefinnadietn
  6. Shot in the face
  7. After all these years
  8. I hate u
  9. Microdose
  10. Fuct you
  11. Ugly day
  12. Blanket cover the sun
  13. Shaw-shank
  14. Gimme that shit
  15. 100k easy
  16. Flombay
  17. Ave Maria
  18. Ghost beach
  19. Hopeless endlessly
  20. RIP

Gesamtspielzeit: 22:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

tjsifi

Postings: 323

Registriert seit 22.09.2015

2019-07-25 15:14:46 Uhr
@hmmm... zur Mucke würde beides passen.
hmmm...
2019-07-24 20:22:28 Uhr
fvck tape oder fvcked ape?

tjsifi

Postings: 323

Registriert seit 22.09.2015

2019-07-24 14:15:20 Uhr
Spotify Beschreibung trifft es auf den Punkt:

Banksy, Céline Dion , and Wu-Tang Clan , sharing a black liquorice-flavoured ice cream that was served by the baby on the Nirvana album cover while being painted by the ghost of Salvador Dali. In the background David Lynch and André 3000 are shooting a game of dice while being serenaded by Sporty Spice covering Public Enemy's “Fight the Power”. The camera pans left to reveal a young David Bowie wearing Odd Future shorts practicing his moonwalk trying to impress CeeLo Green who’s too busy paying attention to the TV in his lap. On the television is a cockroach walking a maggot on a leash.

tjsifi

Postings: 323

Registriert seit 22.09.2015

2019-07-24 14:12:48 Uhr
Wow...was ist das denn?

Armin

Postings: 15468

Registriert seit 08.01.2012

2019-07-20 22:34:03 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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