Eagles Of Death Metal - EODM presents Boots Electric - Performing the best songs we never wrote

Eagles Of Death Metal- EODM presents Boots Electric - Performing the best songs we never wrote

Universal
VÖ: 07.06.2019

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Falsett im Schnauzbart

Ankündigung des Tages: "Bekannte Band covert auf ihrem neuen Album ihre Lieblingssongs." Sensationell. Präzisierung der Ankündigung: "Eagles Of Death Metal spielen auf ihrem neuen Coveralbum unter anderem Songs von George Michael und Mary J. Blige." Mildes Interesse. Wobei man noch ein weiteres Mal präzisieren muss: Eagles Of Death Metal waren und sind in erster Linie Jesse Hughes. Was der Mann mit dem Bart sagt, ist Gesetz. Und wenn ihm der Sinn nach einer Platte mit Fremdmaterial steht, dann wird die eben gemacht. Das Resultat hört auf den griffigen Titel "EODM presents Boots Electric - Performing the best songs we never wrote", womit eine Verbindung zu Hughes Spaßprojekt Boots Electric aus dem Jahr 2011 hergestellt wird. Ganz schön verwirrend das alles. Für den Kopf war die Musik der Kalifornier aber ohnehin nie gedacht. Es muss ins Tanzbein gehen und das möglichst auf direktem Wege.

Aus diesem Grund wagt die Band in Sachen Sound auch keine Experimente. Egal, ob beim eröffnenden Kiss-Klassiker "God of thunder" oder dem direkt darauffolgenden Guns'n'Roses-Song "It's so easy": Es geht stramm vorwärts im Viervierteltakt. Die Handclaps sitzen, die Gitarren schrammeln. Und Hughes? Der nölt weiterhin unnachahmlich per Falsett in den Schnauzbart. Das ist nicht übel, da unterhaltsam, aber sicherlich nichts Weltbewegendes. Die Musiker wissen um ihre Limitierungen und überlassen die Experimente den Fricklern im Studio nebenan. Wobei vom überkandidelten Schwanzrock der frühen Tage nicht mehr viel übrig ist. Zu viel ist passiert seit "Peace love death metal", als dass sich noch im selben infantilen Geiste rocken ließe. Der entspanntere Sound steht der Band jedoch gut zu Gesicht.

"EODM presents: Boots electric - Performing the best songs we never wrote" wäre beinahe nicht der Rede wert, wenn da nicht die besonderen Covers wären. So verliert "Abracadabra" der Steve Miller Band auch in der Eagles-Version nichts von seinem unterkühlten Charme. Auch das eingangs erwähnte "Careless whisper" überrascht. Was böse hätte ins Auge gehen können, zeigt vielmehr, wie unkaputtbar George Michaels Schmachtfetzen ist. An "Family affair" von Mary J. Blige überhebt sich Hughes stimmlich allerdings ein wenig. So richtig schlimm ist aber auch das nicht, ein guter Song bleibt ein guter Song, auch wenn ihn das Krümelmonster singt.

Wenn sich die Band in ihrer Komfortzone bewegt, sorgen die Cover für zustimmendes Kopfnicken. "High voltage / It's a long way to the top (if you wanna rock 'n' roll)" kann zukünftig beispielsweise als Beweis dafür herangezogen werden, dass alle AC/DC-Songs gleich klingen. Unmotiviertes Gedudel wie "The hunger", welches im Original von The Distillers stammt, hätte es allerdings wirklich nicht gebraucht. Dann doch lieber Cat Stevens' "Trouble", das auch nach der Hughesifizierung noch glänzend funktioniert. Am Ende des Tages landet man aber doch wieder bei dem Gefühl nach der ersten Ankündigung. Ein Coveralbum ist ein Coveralbum ist ein Coveralbum. Dieses hier groovt aber immerhin wie Sau.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Abracadabra
  • Careless whisper
  • Trouble

Tracklist

  1. God of thunder
  2. It's so easy
  3. High voltage / It's a long way to the top (if you wanna rock 'n' roll)
  4. So alive
  5. Beat on the brat
  6. Abracadabra
  7. Careless whisper
  8. Family affair
  9. The hunger
  10. Long slow goodbye
  11. Just dropped in (to see what condition my condition is in)
  12. Trouble
  13. Moonage daydream

Gesamtspielzeit: 46:06 min.

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