Black Pumas - Black Pumas

Black Pumas- Black Pumas

ATO / [PIAS] Cooperative / Rough Trade
VÖ: 21.06.2019

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

All my favorite colors

Auf dem Papier sind Black Pumas eine ganz neue Band, aber der Geist dieses Duos ist schon sehr viel älter. Instrumentalist Adrian Quesada spielte bei einigen mittelbekannten Latin-Rock-Bands (Brownout, Grupo Fantasma), Sänger Eric Burton ist ein Newcomer, doch sein Stil kommt von den Soulsängern der 70er. Im Pressetext steht zwar "moderner als es die ganzen Retro-Referenzen vermuten lassen", in Wahrheit ist "Black Pumas" jedoch genau das Album für Leute, die sich eigentlich eher für das "neue x-te Santana-Album" interessieren, als für das Debüt einer neuen angesagten Band. Und es gibt in diesen Zeiten und in dieser musikalischen Landschaft ja auch einige Gründe, sich nach dem warmen Sound der 60er und 70er zu sehnen. Und weil Black Pumas eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben, wie das klingen soll, funktioniert es auch heute.

Dass dieses Album wirklich Musik für die Seele ist, merkt man schon von den ersten Momenten an, wenn Burton nach dem Schlagzeug-Intro zum ersten Mal zu singen anfängt. Dieses Gefühl bleibt dann auch das ganze Album über bestehen. Er singt von Sonnenschein, Schwestern und Brüdern, seinen Lieblingsfarben, guten Tagen, blauen Himmeln – alles schon oft gehört, aber nichtsdestotrotz ehrlich und schön vorgetragen. "Black moon rising" und "Colors", die ersten zwei Songs, sind in dieser Hinsicht vielleicht schon die exemplarischsten Beispiele für Black Pumas Botschaft. Besonders "Colors", mit seinen schönen Gitarrenakkorden, einem Boom-Bap-Beat und dem gegen Ende hin ausrastenden Piano.

Der Opener "Black moon rising" erinnert nicht nur namentlich an Creedence Clearwater Revivals "Bad moon rising", denn neben dem Soul-Gedanken spielen die großen Rockbands einen mindestens genauso großen Einfluss. John Lennon und die Beatles sind zu hören, zum Beispiel bei "Know you better", dessen elektrische Gitarren wohl am besten auf "Abbey Road" gepasst hätten. "Fire" ist dann ein astreiner Westernsong, der durch die Kombination von Soul und einem Ennio-Morricone-Fuzz-Sound direkt auf den Soundtrack von "Red Dead Redemption" oder "Django Unchained" gepasst hätte. Passenderweise landet man auf der Suche nach modernen Referenzen auch eher bei den von Ennio Morricone inspirierten The Last Shadow Puppets als bei vielleicht erwarteten Neo-Soul-Künstlern.

Dass der klar definierte Sound wenig Überraschendes bringt, sollte man hier auch als Vorteil und nicht als Kritik sehen. Denn der einzige Song, der aus dem Grundkonzept herausbricht, ist die Closer-Ballade "Sweet conversation", und das ist dann auch der einzig schlechte Song auf dem Album. Und wenn man auf einen heißen Sommerabend wartet, was ja aktuell nicht so lange dauert, und es sich mit dieser Platte auf dem Balkon gemütlich macht, dann kann man ziemlich wenig verkehrt machen.

(Theo Flint)

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Highlights

  • Colors
  • Fire

Tracklist

  1. Black moon rising
  2. Colors
  3. Know you better
  4. FIre
  5. OCT 33
  6. Stay gold
  7. Old man
  8. Confines
  9. Touch the sky
  10. Sweet conversations

Gesamtspielzeit: 39:41 min.

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User Beitrag
PinkDog
2019-07-18 10:14:12 Uhr
1. Black moon rising 6/10
2. Colors 8/10
3. Know you better 8/10
4. FIre 7/10
5. OCT 33 5/10
6. Stay gold 5/10
7. Old man 5/10
8. Confines 6/10
9. Touch the sky 7/10
10.Sweet conversations 5/10

6,2/10
An "Colours" von Graffiti6 kommt es nicht heran.

Armin

Postings: 15208

Registriert seit 08.01.2012

2019-07-08 20:06:38 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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