Tacocat - This mess is a place

Tacocat- This mess is a place

Sub Pop / Cargo
VÖ: 03.05.2019

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Planeten-Hopping

Manche Musiker zelebrieren ja gerne den ewig sich wiederholenden Gang des Lebens, nach dem Motto "Wenn sich alles in Kreisen bewegt ..." Nicht so Tacocat aus Seattle mit ihrem dritten Album "This mess is a place". Neustart, das frische Erwachen nach langer, dunkler Nacht, dies sind die Dinge, die im Mittelpunkt stehen. "New world / New shining planet / Confetti raining from the sky" oder auch ganz persönlich: "Not so long ago / I used to feel like / I was too sensitive / To even be alive / But now it's the opposite." Dazu setzt das Quartett um Sängerin Emily Nokes auf frühlingshaft bis sommerlich strahlenden Gitarrenpop, der die Musik von Tacocat um ein paar hundert Meilen nach Süden verschiebt. Zu diesen Songs lässt sich herrlich ein Banana-Split verdrücken oder jene "seven dollar Margharitas / that are bigger than your head".

Es geht schon mit "Hologram" sonnig los, das eröffnende Gitarrenriff ist ein herrlicher Nährboden für slackerhafte Tagträumereien, der Rhythmus besitzt genau dieses Maß an Kraft, welches den Song zwar vorantreibt, aber nicht für Hektik oder Hast sorgt. Dazu gibt es Ohrwurm-Melodien bis unter die Decke, so im domestizierten Punk von "New world", bei dem Nokes zum Refrain den Druck stimmlich etwas erhöht, jedoch nur, um alle Freunde entschieden zu einer ausgelassenen Sause auf dem neuen Planeten einzuladen. Auch der Boardwalk-Funk von "Grain of salt" lässt keinen Raum für Trübsal, obwohl manches Mal auf textlicher Ebene etwas vom Post-Election-Blues Amerikas zu spüren ist: "The joke is / That the joke is already a joke", und weiter: "Can't tell the nightmare from a dream." Doch dazu gibt es viel "Bababa" und "Uhuhu", leichtes Gitarrengeplinger und voluminös Freundliches von der Rhythmusgruppe.

Es ist insgesamt einfach eine tolle Mischung aus vollmundiger Melodieseligkeit, dezent eingestreuten Nachdenklichkeiten und einer einfachen No-Bullshit-Simplizität, die aber niemals banal daherkommt. "Rose colored sky" gefällt sich in optimistischem Pop-Punk, kann seinen dezenten Groll über die von Geburt an Privilegierten aber nur unzureichend verbergen, "I wonder what it feels like / To not even have to try / From the top of the human pyramid / All you see is the rose colored sky." Dabei scheint es selbst so, als seien die wunderbar weichen Melodien Tacocat nur so zugeflogen, siehe Crystal ball" oder das leicht dahingleitende "Little friend". Aber wahrscheinlich steckt dann doch harte Arbeit hinter "This mess is a place", neue Planeten lassen sich schließlich nicht einfach so entdecken.

(Martin Makolies)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Hologram
  • New world
  • Rose colored sky

Tracklist

  1. Hologram
  2. New world
  3. Grains of salt
  4. The joke of life
  5. Little friend
  6. Rose colored sky
  7. The problem
  8. Crystal ball
  9. Meet me at La Palma
  10. Miles and miles

Gesamtspielzeit: 32:27 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Postings: 14821

Registriert seit 08.01.2012

2019-05-09 20:41:46 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?


Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify