HGich.T - Jeder ist eine Schmetterlingin

HGich.T- Jeder ist eine Schmetterlingin

Tapete / Indigo
VÖ: 17.05.2019

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Pipikacka

HGich.T sind der Klospruch, den die Reinigungsfachkraft nicht wegbekommen hat. Ein Mahn- und Denkmal des schlechten Geschmacks. Ihre Kunst besteht darin, sich überhaupt keine Mühe zu geben und dabei trotzdem Spaß zu haben. Was live schon immer hervorragend funktioniert hat, gerät auf ihren Alben zur Geduldsprobe. Die visuelle Komponente ist bei HGich.T fundamentaler Bestandteil des Gesamtprodukts. Reduziert man ihr Schaffen auf die akustische Seite, bleibt wenig Hörbares übrig. "Jeder ist eine Schmetterlingin", das mittlerweile sechste Album der Hanseaten, bildet keine Ausnahme. Räudig produzierte Beats treffen auf beiläufig eingelallte Dada-Texte. Kennt man alles, der Überraschungseffekt ist längst dahin. Hits wie "Die affengeile Klopapiernummer" oder "Tutenchamun" gehören der Vergangenheit an. Im Jahr 2019 sind HGich.T auf bestem Wege, sich überflüssig zu machen.

Das alles ist ihnen wahrscheinlich vollkommen egal und das ist auch gut so. Und manchmal gibt es sie noch, diese Momente des grandiosen Wahnsinns. Wer schon immer mal wissen wollte, worum es in "Der Herr der Ringe" eigentlich geht, möge "Aragon" (sic!) hören und staunen. Wenn Tolkien das noch erlebt hätte, wäre er wahrscheinlich freiwillig in einen Vulkan gesprungen. Auch "Titteschön" ist mindestens bescheuert, höchstwahrscheinlich aber wichtig. Wofür? Den Weltfrieden oder sowas in der Art. HGich.T entziehen sich konventionellen Bewertungskriterien. Sie produzieren Schrott, garnieren ihn mit Konfetti und schmieren so lange Pudding drüber, bis der kleine Hunger kommt. Gnade ist konterrevolutionär. Inhalte müssen nicht überwunden werden, wenn es keinen Grund dafür gibt. Wer die sechs Minuten von "Kinder der Raver" ohne Hirnschaden übersteht, ist wie gemacht für diese Welt.

Die Geschichten, die Anna-Maria Kaiser erzählt, wenden sich an ein bestimmtes Publikum. Wenn er über "Hackertools" referiert, merkt man, dass er sich gut auskennt. Währenddessen blubbert der Synthiebass bongartig vor sich hin. Der Song ist ein Plädoyer für ein freies Internet. Oder auch nicht. Da Musik zu den Stärken der Band zählt, ist mit "Demo der Dämonen" ein richtiger Metal-Song auf "Jeder ist eine Schmetterlingin". Variatio delectat. Es gilt weiterhin: HGich.T kann man nur unerträglich scheiße oder ausreichend geil finden. Als Verantwortlicher für diese Rezension kann sich der Autor erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Die vernünftige Lösung wäre, sich die Hände über die Ohren zu halten und "Pipikacka!" zu skandieren. Aber was heißt das schon, Vernunft.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Aragon
  • Hackertools

Tracklist

  1. Teddy lebt
  2. S-Bahn
  3. DJ18
  4. Aragon
  5. Titteschön
  6. Superschlau
  7. Hackertools
  8. U-Boot
  9. Kinder der Raver
  10. Demo der Dämonen
  11. Parkbank Rider
  12. Engelsdusche
  13. Bullenwache
  14. Apfelsaft

Gesamtspielzeit: 53:44 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Stimmt
2019-05-10 21:39:11 Uhr
Stimmt.

hallogallo

Postings: 187

Registriert seit 03.09.2018

2019-05-10 20:34:50 Uhr
"Hackertools" ist witzig und geradezu aufklärerisch.
Bubbles
2019-05-10 01:19:19 Uhr
Kinder der Raver ist natürlich aus dem Mix geflogen. War nur ein Test.
Böse Helene
2019-05-10 00:25:44 Uhr
K. Acke
Bubbles
2019-05-09 21:28:36 Uhr
Mix 55 (bis jetzt)
1: Madonna I Rise
2: Capital Bra Vladimir Putin
3: HGich.T: Kinder der Raver
4: Hubert Kah: Rosemarie
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