Various Artists - Hope

Various Artists- Hope

London / Warner
VÖ: 19.05.2003

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Give peace a chance

Als sich am 15. Februar 2003 weltweit Menschen auf den Straßen versammelten, um gegen den drohenden Irak-Krieg zu demonstrieren, waren auch viele Künstler dabei: Michael Moore drehte mit System Of A Down ihr beeindruckendes Video zu "Boom!", und Fran Healy, seineszeichens Sänger der bisher als eher unpolitisch geltenden Band Travis, war gerade dabei, ein Benefizkonzert zu organisieren. Indes versammelten der Daily Mirror und London Records auch gemeinsam renommierte Künstler, um einen Charity Sampler für die "War child"-Organisation, die sich um die Kinder im Irak kümmert, zusammenzustellen - und auch hier waren Healy und seine Kollegen in der ersten Reihe dabei.

Ihr "The beautiful occupation" klingt zunächst etwas Travis-untypisch, sieht sich aber in der Tradition großer Protestslieder, wie sie Bob Dylan oder John Lennon auch schon verfaßt haben. A propos Dylan: die Nachricht, daß sich Sk8er grrrl Avril Lavigne an "Knockin' on heaven's door" versuchen würde, hat im Vorfeld große Besorgnis ausgelöst - zu Unrecht, wie man sagen muß, denn ihre Version ist zwar nicht sonderlich originell, aber doch grundsolide. Auch andere Musiker versuchen sich - mehr oder weniger erfolgreich - an verstaubtem Liedgut: Während George Michaels Interpretation von Don McLeans "The grave" voller Seele ist, kommt Ronan Keatings "In the ghetto" eher blutleer daher. The Charlatans covern "We gotta have peace" von Curtis Mayfield, und New Order lassen einen mit dem schunkelnden "Vietnam" von Jimmy Cliff trotz des nachdenklichen Textes mal kurz die Grausamkeit der Welt vergessen.

Andere Künstler wie David Bowie oder Spiritualized steuern Remixe eigener Songs bei, die niemandem weh tun, aber auch niemandem helfen. Paul McCartney (mit einer Live-Version von "Calico skies") darf natürlich ebensowenig fehlen wie Moby. Der glatzköpfige Gutmensch aus New York ist mit einem angeblich neuen Track vertreten, der so klingt, wie Moby eben in letzter Zeit immer klingt. Tom McRae sorgt mit seinem "Border song" für reichlich Gänsehaut, ehe Yusuf Islam, der Mann der mal Cat Stevens war, zum Schluß seinen "Peace train" abfahren läßt und beweist, daß er immer noch gute emotionale Songs schreiben kann.

Nach dem äußerst erfreulichen Cover-Sampler "1 love", mit dem man als Musikfreund beim vergangenen Weihnachtsfest "War child" unterstützen konnte, kommt einem "Hope" jedoch mitunter ein wenig langweilig vor. Die ganz großen Kracher sind nicht zu finden, einiges wirkt überschnell eingespielt - aber extreme Situationen erfordern immer schnelles Handeln. Vielleicht wäre eine direkte Spendenüberweisung tatsächlich sinnvoller als der Kauf von "Hope". Doch wenn man damit einen guten Zweck unterstützt und den Kindern im seit Ewigkeiten geschundenen Irak helfen kann, läßt man auch mal ruhigen Gewissens Lee Ryan von Blue "When are we gonna stand up as people / Realise that people were all equal" schmettern. Recht hat er ja.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • The beautiful occupation (Travis)
  • The grave (George Michael)
  • Vietnam (New Order)
  • Border song (Tom McRae)

Tracklist

  1. The beautiful occupation (Travis)
  2. Knockin' on heaven's door (Avril Lavigne)
  3. Calico skies (Paul McCartney)
  4. Everyoneone says 'Hi' (METRO mix) (David Bowie)
  5. The grave (George Michael)
  6. In the ghetto (Ronan Keating)
  7. Stand up as people (Lee Ryan)
  8. Love's in need of love today (Beverly Knight)
  9. Nearer (Moby)
  10. Vietnam (New Order)
  11. Love is the answer (Basement Jaxx feat. Yellowman)
  12. Hold on (War Child mix) (Spritualized)
  13. We gotta have peace (The Charlatans)
  14. Ooh child (Beth Orton)
  15. Border song (Tom McRae)
  16. The wolf covers its tracks (Billy Bragg)
  17. Peace train (Yusuf Islam)

Gesamtspielzeit: 66:46 min.

Referenzen

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