Wintersleep - In the land of

Wintersleep- In the land of

Dine Alone / Membran
VÖ: 26.04.2019

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Fisch / Fleisch

Wintersleep sind eine dieser Bands, die man spätestens dann sofort erkennt, wenn der Gesang einsetzt. Paul Murphys Stimme ist einfach sehr charakteristisch. Aber auch musikalisch waren Wintersleep seit ihrem gleichnamigen 2003er Debüt stets auf ähnlichen Pfaden unterwegs, wenngleich die Band auch nie wieder die Klasse des 2009er "Welcome to the night sky" erreichte. Ihr bisher letztes Album "The great detachment" wagte zwar den ein oder anderen Genresprung, aber die Handschrift der Kanadier war weiterhin mehr als deutlich. Auf ihrem neuen Werk "In the land of" ist auch nicht alles anders, aber es kehrt ein neues, stilprägendes Element in den Sound von Wintersleep ein: Die Freude.

Zunächst hört man davon noch nicht so viel: "Surrender" lässt sich Zeit, um langsam aufzubauen, lässt das Schlagzeug dann Richtung Refrain einmal die Toms entlangtrommeln und Murphy keifen: "I surrender to you." Das ist klassische Wintersleep-Dramaturgie. Auch "Forest fire" macht noch keine Anstalten sonderlich viel gute Laune zu entfallten, spätestens "Beneficiary" jedoch geht es musikalisch dann so richtig gut, auch wenn sich Murphy im Text als Begünstiger eines Völkermordes outet. Die Musik spielt auf wie in Noah And The Whales "L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.", inklusive Handclaps und Singalong. Das ist wahnsinnig eingängig, auch wenn diese Musik-Text-Schere nicht so richtig zu durchschauen ist. Ebenso happy zeigt sich "Never let you go", das zum Tanz ums Lagerfeuer auffordert und auch der wonnige Closer "Free pour" lässt sich die Laune nicht verderben, wenn das Piano heiter aufspielt und der Chor freundetrunken den Refrain entlangschlingert. "Soft focus" hingegen hat ein paar dreckige Gitarren im Gepäck und erinnert ein wenig an Wilco auf "Star wars". Einen Ohrwurm liefert außerdem "The lighthouse", das zunächst mit Akustischer in Moll herannaht, um dann im Chorus die Elektrische losrumpeln und Murphy ins Falsett wechseln zu lassen.

Ist das noch Emo-Rock? Ach, wen juckt's. Es ist ja schön, dass in Hause Wintersleep nicht immer nur alles bitter und tragisch sein muss, aber die vielen Stimmungswechsel auf "In the land of" machen es dem Hörer eben auch ein bisschen schwer, zu folgen. Als wäre die Platte ein pubertierendes Kind, will sie einfach nicht zur Ruhe kommen und weigert sich stur ihre Mitte zu finden. Die Songs lassen sich gegenseitig nicht genug Raum zur Entfaltung, sodass man schnell mürbe wird und vergisst zuzuhören, während die Platte läuft. Bis auf das allzu billig aufgebaute "Terror" gibt es eigentlich keine wirklichen Ausfälle auf "In the land of", als Album aber funktioniert es nicht so doll, weil es weder Fisch noch Fleisch ist.

(Pascal Bremmer)

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Highlights

  • Beneficiary
  • Free pour

Tracklist

  1. Surrender
  2. Forest fire
  3. Beneficiary
  4. Into the shape of your heart
  5. The lighthouse
  6. Never let you go
  7. Soft focus
  8. Waves
  9. Terror
  10. Free pour

Gesamtspielzeit: 43:04 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Editor
2019-04-17 23:30:12 Uhr
@The Machina Of God

Du meinst sicher "Welcome To The Night Sky", oder?

Auf "New Inheritors" ist dieser 5er Pack Experience the jewel, Encyclopedia, Blood collection, New inheritors und Black camera
pures Gold. Stimme, Sound und diese Melodien.

Auf "The great detachment" ist mit Territory ihr bester. Metropolis hat diesen unglaublichen Gänsehaut Vibe.
Tim L.
2019-04-16 02:58:09 Uhr
nacht grüsse aus witten/herdecke bei wetter, hagen, dortmund

rurpot halt :-)))
Tim L.
2019-04-16 02:54:46 Uhr
ok!!

werde die woche in idlewild rinhörn!

auf mein mp3 u5 samsung player, gutes teil

wenn man mp3 player nutzt ist besser so geht smartphone aku nich soooo schnelle leer

mein tipp des tag!!! ;-)
ich
2019-04-15 11:01:48 Uhr
finds eher boring. Wie der Brenner. Aber die neue Idlewild ist überraschend gut geworden.
Tim L.
2019-04-15 05:55:15 Uhr
@The MACHINA of God

neue platte schon gehört?

4+5 sind für mich ALS ANSPIELTIPPS echt sher eingängige coole top songs!

aber vor diesem album hat die band mich net gepackt...
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