Carla Bruni - Quelqu'un m'a dit

Carla Bruni- Quelqu'un m'a dit

Naïve / SPV
VÖ: 23.06.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Strange and beautiful

"Nobody's perfect", eine so alte wie abgedroschene Weisheit, die sich immer wieder bestätigt. Aber bei manchen Geschöpfen bekommt man doch Zweifel. Carla Bruni wirkt so elegant, daß sie für Lagerfeld, Dior und wiesiealleheißen jahrelang die Laufstege zum Erzittern gebracht hat. Carla Bruni blickt so einnehmend drein, daß man "Quelqu'un m'a dit" alleine schon des Covers wegen haben möchte. Und Carla Bruni singt so ergreifend, daß sie von ihrem Debüt in Frankreich bis heute über 650.000 Exemplare verkauft und mindestens genausoviele Herzen höher schlagen lassen hat.

Tränendrüsen werden zu Wasserfällen, wenn die 34jährige, gebürtige Italienerin zum Opener "Quelqu'un m'a dit" ansetzt. Zu zarter Gitarre und einem Hauch von Streichern darbt sie "C'est quelqu'un qui m'a dit que tu m'aimais encore". Der Mann ist weg, und doch will sie es nicht glauben, solange ihr immer wieder irgendjemand flüstert, daß er sie noch liebe. "Wäre das möglich?" fragt sie vorsichtig. Wenn ihre rauchige Stimme nur noch sprachlos "Mmh mmh mmh mmh mmh mmh" atmet, müßte der Verflossene eigentlich nicht mehr anders können, als zu ihr zurückzukehren. Und die ganze Männerwelt möchte allzu gerne die Gitarre sein, mit der Carla Bruni auf ihrem Cover schmust.

Das Debüt des inzwischen verheirateten Ex-Models, das mal treffend als "der schlimmste Alptraum jedes glücklich verheirateten Mannes" betitelt wurde, ist nichts als ein musikgewordener Hundeblick, anziehend und unwiderstehlich. "La noyée" von Serge Gainsbourg klingt aus ihrem Mund fast so bewegend wie vom Meister selbst. Der besungene "Raphaël" müßte sich für ihre Ode unglaublich geehrt fühlen. Und wenn sie sich in "Le plus beau du quartier" als Schönste des ganzen Viertels vorstellt, schwingt natürlich Ironie mit. Aber erst in zweiter Linie.

Ist diese Dame also tatsächlich perfekt? Läßt sich denn gar kein Makel finden? Leider doch. Über das ganze Album hinweg verliert sich ihre Kombination aus sanfter Stimme, sanfter Instrumentierung und sanften Songs ein wenig in der eigenen Gefälligkeit. Und auch wenn es oft genug Carla Brunis Stimme ist, die ihre Kompositionen vor der Mittelmäßigkeit bewahrt, ist "Quelqu'un m'a dit" bestimmt nicht jedermanns Sache. Wer Norah Jones zu schläfrig findet, der wird bei Carla Bruni endgültig die Augen zuklappen. Und von ihr träumen, statt ihrer Musik zu lauschen.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Quelqu'un m'a dit
  • La noyée

Tracklist

  1. Quelqu'un m'a dit
  2. Raphaël
  3. Tout le monde
  4. La noyée
  5. Le toi du moi
  6. Le ciel dans une chambre
  7. J'en connais
  8. Le plus beau du quartier
  9. Chanson triste
  10. L'excessive
  11. L'amour
  12. La dernière minute

Gesamtspielzeit: 37:24 min.

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