The Strumbellas - Rattlesnake

The Strumbellas- Rattlesnake

Glassnote / Rough Trade
VÖ: 29.03.2019

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

So schön, so schön

Es ist nicht so leicht mit Bands wie The Strumbellas. Da steht auf der einen Seite der erfrischend direkte melodische Zug. Unumwunden bahnt sich stromlinienförmiger Wohlklang seinen Weg, reißt mit, begeistert mitunter, ohne an irgendwelchen Vertracktheiten hängen zu bleiben. Die Kehrseite liegt aber auch auf der Hand: Besonders tief kann man bei einem Album wie "Rattlesnake" nicht graben. Und dieser Umstand verschärft sich noch deutlich, da die Kanadier die bisher ziemlich ausgeprägten melancholischen Zwischentöne ziemlich runter schrauben. Die ersten vier Songs sind ein ziemliches Hauruck-Ding inklusive Versicherung, dass man zu den Tollsten gehört, dass man immer füreinander da ist und vor allem immer dem harten Leben trotzen wird, gähn. Dazu setzt es "Ohohoh"-Chöre von der örtlichen Hundertschaft, charakterbefreite Hochglanzstreicher, und natürlich muss auch ganz viel Druck von perkussiver Seite aufgebaut werden.

Und trotzdem muss man das nicht verdammen, denn ja, die Melodien sind durchaus fein. Und ein paar raffinierte Winkelzüge haben The Strumbellas auch drauf. Da geht in "Salvation" der Beat pünktlich zum Refrain, statt blind zu pushen, schön groovy in die Breite, der ungehemmte Sturm und Drang wird leicht entspannt abgefedert. Die Gitarre von "One hand up" scheint gerade erst auf dem Dachboden gefunden worden zu sein, schön staubig, und den Refrain bekäme Ed Sheeran auch nicht besser hin. Das leicht angestachelte "Running scared (Desert song)" gönnt sich ein paar sonnenbefeuerte Bläser im Refrain und lässt sich vom Schlagzeug nett beackern, fein auch, dass hier tatsächlich bei der Instrumentierung auf eine gewisse Luftigkeit gesetzt wird, anstatt das Ganze zuzupflastern.

Mit "We all need someone" gibt es dann doch noch eine wehmütige Folk-Ballade mit Gospel-Elementen und einer provinziellen Fidel, und man kann auch hier folgendes Urteil fällen: nett, aber austauschbar. Songs wie die Sommerbeschwörung "We were young" oder das nachdenkliche "The party" gehen glatt durch, provozieren dabei keine weitere Auseinandersetzung mit jenen Stücken. Gut aber auf jeden Fall, dass Frontmann Simon Ward und seine fünf Kollegen bei der zweiten Hälfte von "Rattlesnake" doch das eine oder andere Mal den Blues haben. Für eine eher kommerziell ausgerichtete Band wie The Strumbellas ist es da aber selbstverständlich, den kleinen Hoffnungsschimmer immer gleich mitzuliefern. "You make me high in my mind" ist da in einem eher trübe ausstaffierten Stück wie "High" der willkommene Sonnenstrahl. Irgendwo haben sich bei den Strumbellas alle lieb, und Hindernisse können überwunden werden, wenn man zusammenhält, eine einfache Welt, ein harmloser Spaß.

(Martin Makolies)

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Highlights

  • Salvation
  • Running scared (Desert song)

Tracklist

  1. Salvation
  2. I'll wait
  3. One hand up
  4. Running scared (Desert song)
  5. We all need someone
  6. We were young
  7. The party
  8. High
  9. All my life

Gesamtspielzeit: 32:04 min.

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Armin

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2019-03-21 20:29:56 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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