Underwater Circus - Grace under pressure

Underwater Circus- Grace under pressure

Pirate / Radar / BMG
VÖ: 02.06.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Blubb blubb

Okay, seien wir ehrlich: MTV-Moderator und Jurymitglied bei der RTL2-Castingshow "Teen star" zu sein, ist der ganz großen Rockstar-Credibility nicht unbedingt zuträglich. Man wird sich immer wieder mit dem Vorwurf der Mauschelei konfrontiert sehen und von "echten" Rockern müde belächelt werden. Welch ein Glück, daß das Markus Schultze nicht wirklich interessiert und er stattdessen lieber die Musik seiner Band Underwater Circus sprechen läßt.

Deren Debüt "Grace under pressure" klingt auf erfrischende Weise nicht nach dem Bemühen einer deutschen Nachwuchsband, wie die englischen und amerikanischen Vorbilder klingen zu wollen. Stattdessen weht einem ein etwas rauher, aber stets harmonischer Sound entgegen, der aber nicht gleich das Toupet vom Haupt weht oder sonstige Negativ-Erscheinungen hervorruft. Die Vorab-Single "Not you" gehört noch zu den schwächeren Tracks, war aber bereits auf dem Soundtrack zum US-Film "Igby goes down" mit Kieran Culkin zu hören.

Gerade wenn wie etwa bei "Michelle" etwas langsamere (aber sicher nicht ruhigere) Töne angeschlagen werden, offenbart sich ein gewisses Talent für Melodien und große Arrangements. Zwischen dreckigem kleinen Geschrömmel und "Yeah!"-Gebrülle ist immer noch genug Zeit für Melodie und Emotion. Nicht jedes Stück zündet wie erhofft, immerhin jedoch gibt es keinen einzigen Totalausfall zu verbuchen. Und wenn man zwischendurch doch ein bißchen zu viel gezappelt hat, darf man beim 99sekündigen "Reprise" kurz Luft holen, ehe es weitergeht. Diese Musiker verstehen sich noch als Dienstleister!

Gerne sucht man ja bei deutschen Bands, die auf englisch rocken, Textbeispiele, die einer gewissen Lächerlichkeit nicht entbehren. Und nun gibt es auch in der Single "Not you" kritische Stellen wie "There's simply nothing you could do / To change my mind / To make me wanna sleep with you" auszumachen. Aber dem stehen dann ungeschminkte Wahrheiten wie "It's a part of the story / 'bout boyfriends and girlfriends / And their ways of making love end / Don't ask me I don't understand / I will never understand" entgegen, die das Album letzten Endes doch passabler erscheinen lassen als vorab befürchtet. Und wenn aus der ganz großen Rockstar-Karriere nichts werden sollte, gibt es für Markus Schultze ja zumindest einen ordentlichen Job, in den er zurückkehren könnte. Aber das klappt schon.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Whole again
  • Michelle
  • Waxing moon

Tracklist

  1. Whole again
  2. Not you
  3. Hold me down
  4. Angels & warriors
  5. Pretend
  6. Michelle
  7. Swingin'
  8. Demons un underwear
  9. Reprise
  10. Waxing moon
  11. Island in the infinite ocean
  12. Inarielle

Gesamtspielzeit: 47:23 min.

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