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Mikrofisch - Gleichstrom/Wechselstrom

Mikrofisch- Gleichstrom/Wechselstrom

Keplar / Schinderwies / Hausmusik
VÖ: 19.05.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Sesselpupser

"Hello, this is Mikrofisch / Please excuse our bad English." Damit wäre ja gleich von Anfang an alles gesagt. Wenn Silvi Wersi und Pittiplatsch3000-Macher Mave N. Klave zu Bontempi-Beats, Schrammelgitarren und Melodica lossäuseln, entspricht die Akzentuierung der englischen Verse so ziemlich haargenau der Paßgenauigkeit ihrer Wohnzimmer-Arrangements. Wobei das selbstverfreilich nicht abschätzig gemeint ist. Hier in Indiehausen, das im Falle von Mikrofisch aus den Vororten Köln und Nürnberg besteht, hat man's eben einfach. Einfach niedlich.

Da ist es sicherlich kein Zufall, daß der verzärtelte Gesang gerne mal an die bambiäugige Kuscheltruppe Belle & Sebastian erinnert. Oder daß ausgerechnet die putzigen Rollschuhfahrer von Throw That Beat In The Garbagecan gecovert werden. Oder daß der Albumtitel "Gleichstrom/Wechselstrom" nicht ansatzweise mit AC/DC zu tun hat. Weil nämlich die Flying V, Metal-Accessoire Nummer Eins, auf der Cover-Rückseite in Form von Pappmaché und Wollfaden in den Pfoten einer sanft schlummernden Katze liegt. Mikrofisch sind eben einfach zum Knuddeln.

Ganz besonders liebhaben möchte man sie für ihr verhuschtes "Everyday is like Sunday", bei dem sie den Morrissey-Klassiker aus herrlich verschlafenen Augen betrachten. Kaum aufgewacht, also so gegen 16 Uhr nachmittags, singflüstert uns das rheinisch-fränkische Gespann ins Ohr. "In the seaside town / That they forgot to bomb / Come, come, nuclear bomb." Da kann selbst der Meister der unschuldigen Popmelodie sich in Sachen Emphase noch etwas abgucken.

Leider steckt zwischen brausefrischen Albernheiten wie "Be there, be square", den umarmenden Baßläufen von "Planet" und der bedröhnten Verzerrung von "Tired riot" ein Hauch zuviel Drolligkeit und eine Spur zu wenig Aufmischung. Klar, "Gleichstrom/Wechselstrom" ist ganztägig authentisch. Bittersüß und doch fröhlich. Und natürlich voll indie. Aber leider, leider auf Dauer ein wenig antriebslos. Aber sitzen wir nicht alle sonntags lieber im kuscheligen Sessel? Oder bleiben gleich den ganzen Tag im Bett liegen?

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Planet
  • Everyday is like Sunday
  • I like you
  • Mary

Tracklist

  1. Planet
  2. How long does it last?
  3. Everyday is like Sunday
  4. I like you
  5. Be there, be square
  6. Mary
  7. November
  8. Funky kiosk
  9. Vermona cha-cha-cha
  10. Streets
  11. Gedaddel (Wahrscheinlich Quatsch)
  12. Tired riot
  13. Little red go-kart
  14. Reprise

Gesamtspielzeit: 41:55 min.

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