Junkie XL - Radio JXL: A broadcast from the computer hell cabin

Junkie XL- Radio JXL: A broadcast from the computer hell cabin

Roadrunner / Universal
VÖ: 02.06.2003

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Radio Gaga

Der König ist tot, es lebe der König! Wozu ein toter Monarch nicht alles gut sein kann, wissen wir spätestens seit dem Monster-Ohwurm "A little less conversation". Dank penetranter Rotation auf allen Kanälen ist aus dem zuvor nur einem überschaubarem Kreis bekannten Amsterdamer Dance-Exporteur JXL, respektive Junkie XL, AKA Tom Holkenborg, eine richtig große Nummer geworden. Die Nummer Eins der Charts in sage und schreibe 24 Ländern zu erobern, kann sich wahrlich sehen lassen. Und Erfolg regt zum Wiederholungsversuch an: Statt auf kompakt rockende Dancetracks wie auf dem 1997er Debütalbum "Saturday teenage kicks" zu setzen, karrte man zur fiktiven Radioshow "Radio JXL" die Gaststars gleich Busweise an bzw. holte ihre Stimmen aus dem Archiv. Letzteres gilt für "Don't wake up policeman", einer Neuaufbereitung eines von Peter Tosh mit Sly & Robbie und dem Wailers-Backgroundchor aufgenommenen Fragments. Ersteres für die Auftritte von Ex-Republica Vorturnerin Saffron, die gleich dreimal ran darf, Käseröhre Anouk, Public Enemy Chuck D., Feeder-Fronter Grant Nicholas und - die wohl Prominentesten unter all der Prominenz - Depeche Modes Dave Gahan und The Cures Robert Smith.

Heraus kommt ein Wechselbad der Gefühle, das sich von der Anlage her irgendwo zwischen den Arbeiten von Fatboy Slim, Moby, The Prodigy und Daft Punk, also an der Schnittstelle von Dance, Lärm und ganz viel Popappeal, bewegt. Dem überfliegenden Elvis-Hit noch am nächsten kommt hierbei "Catch up to my step" mit R'n'B-Ikone Solomon Burke. Irgendwie schade, daß, vermutlich vom Kalkül geleitet, dieser mit Abstand kommerziellste Track auch als erste Single auserkoren wurde. Schließlich hat das Album insgesamt wesentlich mehr zu bieten. Abwechslung zum Beispiel.

Mal tönt es aus dem "Radio JXL" mit "Crusher" (feat. Saffron) wie Garbage in der Version X.0, mit "Acces to the excess" (feat. Chuck D.) wie die Asian Dub Foundation im düster polternden Elektrogewand, mit "Never alone" (feat. Terry Hall) wird mal wieder der Ska recycelt, nur um unvermittelt mit "Logos" (feat. Phil Mills) und "Angels" (feat. Gary Numan) auch entspannt schlurfende Synthipop-Songs ans Licht zu bringen. Beschlossen wird dieser überlichtschnelle Rundflug durchs Pop-Universum schließlich nach dem reduzierten Seufzer "Clouds" mit Feeders Grant Nicholas am Mikro mit einem Outro aus dem Star Wars-Geräuschimperium. Ein imposantes, wenn auch zum Teil etwas langatmiges, Stück elektrifizierten Glorienpops zum Angewöhnen. Relativ okay, wie das gesamte Album eben.

Die Spannung hält sich bei soviel Beliebigkeit natürlich irgendwie in Grenzen. Interessierten Konsumenten sei jedoch noch geraten, sich gleich die limitierte Doppel-CD zuzulegen, da sich auf dem zweiten Silberling "3am" eine recht stimmig geratene und im Vergleich zum regulären Album wohltönend homogene Chillout-Performance von Junkie XL befindet.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • Crusher (feat. Saffron)
  • Don't wake up policeman (feat. Peter Tosh)
  • Angels (feat. Gary Numan)
  • Clouds (feat. Grant Nicholas)

Tracklist

  1. Intro 3pm
  2. Crusher (feat. Saffron)
  3. Don't wake up policeman (feat. Peter Tosh)
  4. Spirits (feat. Saffron)
  5. Angels (feat. Gary Numan)
  6. Reload (feat. Dave Gahan)
  7. Perfect blue sky (feat. Robert Smith)
  8. Access to the excess (feat. Chuck D.)
  9. Catch up to my step (feat. Solomon Burke)
  10. Never alone (feat. Terry Hall)
  11. Between these walls (feat. Anouk)
  12. Logos (feat. Phill Mills)
  13. Configuring audio system
  14. Nightmares (feat. Infusion)
  15. Beauty never fades (Saffron)
  16. Rivers(feat. Harland)
  17. Aqua man (feat. Infusion)
  18. Clouds (feat. Grant Nicholas)
  19. JXL radio technical support

Gesamtspielzeit: 67:01 min.

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