Devil Master - Satan spits on children of light

Devil Master- Satan spits on children of light

Relapse / Rough Trade
VÖ: 01.03.2019

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Feuchte Aussprache

Die Sonne scheint durchs Fenster, auf dem Abstelltisch dampft der Kaffee und die Füße ruhen bequem auf dem Hocker. Was nicht so recht ins Bild passt? Die Musik, die aus den Kopfhörern tönt. Die kommt nämlich von Devil Master aus Philadelphia, deren Debütalbum "Satan spits on children of light" gänzlich andere Stimmungen und Bilder erzeugt. Nacht müsste es jetzt sein, und der Rezensent freundet sich mit dem Gedanken an, dem Friedhof mal einen Besuch abzustatten. Dort dürfte es aber kein Tempolimit geben, denn die morbide Musik von Devil Master ist gewalttätig und legt phasenweise ein Höllentempo vor.

Die rhythmische Grundausstattung hat sich die Band vom Hardcore-Punk geholt, der Gesang ist am Black Metal geschult, während die Gitarren jegliche Facetten von Post-Punk bis hin zu ausblutendem Surf-Rock abarbeiten. Daraus entsteht ein hochexplosives Gemisch, welches vor allen Dingen in den ersten vier Songs den Eindruck erweckt, auf einem entfesselten Höllengefährt unterwegs zu sein, während um einen herum alles in Flammen aufgeht oder gleich zusammenbricht. Die Riffs kommen im schnittigen Stakato oder pulverisieren verhängnisvolle Schleifen drehend das Trommelfell. Die Rhythmusgruppe feuert aus allen Rohren, dass es eine sadistische Freude ist. Arm dran ist der, welcher nach dieser Hatz die Scherben zusammenräumen muss. Die Amerikaner treten live übrigens gruftig geschminkt und in Kapuzenkutten auf, letztere wahrscheinlich, um vor gewaltigen Bierduschen zu schützen. Denn eines macht diese Musik schnell klar: Das hier soll Spaß machen, auch wenn das Setting bedrohlich kohlrabenschwarz ist.

Nun sind Devil Master aber auch so schlau, dass sie ab Albummitte für Abwechslung sorgen. Von den schief aufgehängten Surf-Gitarren war ja schon die Rede, doch entscheidender ist, dass einsetzend mit "Skeleton hand" das Tempo auch mal variiert. Besagter Song wälzt sich genüsslich in doomigen Riffs, kaut auf seinen Opfern erst mal ausgiebig herum, bevor er sie runterschluckt. Und "Desperate shadow" gefällt sich als Brückenschlag zum klassischen Metal in seiner etwas weniger düsteren Erscheinung eh ganz gut . Auch "Nuit" hält das Tempo im mittleren Bereich, was das Augenmerk unangestrengt auf das wuchtige Drumming lenkt, das sich ein Riff-Peeling gönnt, welches gleich das Fleisch von den Knochen schabt.

So walzen Devil Master erst einmal alles nieder, prügeln sich durch die ersten Songs, als gelte es, nichts als verbrannte Erde zu hinterlassen – finden dann jedoch immer wieder Gelenheiten, ihren Sound vielseitiger aufzustellen. Dadurch, dass das "Satan spits on children of light" immer maximal mitreißend ist, entstehen bei dieser turbulenten Beerdigung niemals irgendwelche Längen, das geht rein in Kopf und Knochen. Ganz schön lebendig, dieser Totentanz.

(Martin Makolies)

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Highlights

  • Nightmares in the human collapse
  • Black flame candle
  • Skeleton hand

Tracklist

  1. Listen, sweet demons ...
  2. Nightmares in the human collapse
  3. Black flame candle
  4. Devil is your master
  5. Christ's last hiss
  6. Skeleton hand
  7. Nuit
  8. Gaunt immortality
  9. Desperate shadow
  10. Her thirsty whip
  11. Dance of fullmoon specter
  12. Webs of sorrow
  13. XIII

Gesamtspielzeit: 36:53 min.

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MasterOfDisaster69

Postings: 444

Registriert seit 19.05.2014

2019-05-28 15:19:02 Uhr
geiles Brett. Sehr Schoen. Werde nochmal genauer reinhoeren, aber die ersten 4-5 Songs gehen schonmal gut ab.

Armin

Postings: 15233

Registriert seit 08.01.2012

2019-02-21 20:12:05 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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