Lea Finn - One million songs

Lea Finn- One million songs

Edel
VÖ: 19.05.2003

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Melodien für Melonen

Und noch eine. Es ist zwar schon ganze acht Jahre her, daß "Jagged little pill" einen ziemlich großen Stein ins Rollen brachte. Das "Frau-mit-Gitarre"-Genre erfreut sich aber trotzdem noch immer an einem Dauerhoch, von dem der Neue Markt nur träumen kann. Junge Frauen die gut aussehen, singen können, und wissen, wo bei einer Gitarre oben und unten sind, haben nach wie vor schneller einen Plattenvertrag in der Handtasche, als ihnen das Wörtchen "Frauenquote" über die Lippen rutscht. Genau wie diese Dame aus Bremen hier. Die deutsche Alanis. Oder noch schlimmeres.

Lea Finn hat nichts, was sie von den Millionen und Abermillionen weiblicher Songwriter abheben würde. Die ambitionierte Emanze gibt selbst eine formschwache Miss Morissette besser, weil echter. Als Teen-Idol wird Lea in jeder Hinsicht von der erstaunlich talentierten Michelle Branch und sogar Avril Lavigne ausgestochen. Und als handzahmes Unschuldslamm zieht mann jederzeit ein Sweetheart wie Natalie Imbruglia vor. Was natürlich nicht heißt, daß Lea Finn ihre Sache so richtig schlecht machen würde. "Lying" läßt man sich auf der Autobahn im Cabrio zwischen zwei Cardigans-Stücken gerne gefallen, "Anytime again" rockt selbstbewußt und vielseitig. Schon in Ordnung.

Mehr aber wirklich nicht. "One millions songs" langt einfach zu oft deutlich daneben. "Modern girl" macht auf feminstisch, kommt aber nicht über platt kalkulierte Zeilen wie "I like good sex / But I can have it with myself" hinaus. "Lullaby" ist von vorne bis hinten eine dieser schrecklichen Hörfunk-Balladen, wegen denen man immer wieder versucht ist, sein Radio aus dem Fenster zu pfeffern. Der Rest dudelt ohne Charakter oder Belang irgendwo durchs Midtempo-Niemandsland, hat hier und dort mal eine nette Idee, geht aber zu keiner Zeit auch nur den Ansatz eines Risikos ein. Eine Million Lieder. Und alle klingen sie gleich.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Lying
  • Anytime again

Tracklist

  1. Lying
  2. One million songs (refrain)
  3. Modern girl
  4. Everything
  5. Anytime again
  6. Lullaby
  7. Find you
  8. Wonder why
  9. Down
  10. Eternity
  11. Change
  12. The day you went away

Gesamtspielzeit: 50:14 min.

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