Fidget - Celebrate another day living

Fidget- Celebrate another day living

Supermusic / Zomba
VÖ: 26.05.2003

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Gleichberechtigung

Am Anfang war das Nichts. Dann schuf Gott die Welt und irgendwann auch den Mann. Und aus dessen Rippe dann die Frau (auf die alternativen Versionen dieser Geschichte müssen wir aus Platzgründen verzichten). Die Frau kam also einen Schritt hinter dem Mann. Und daran änderte sich lange Zeit nichts. Erst sehr viel später begannen die Frauen, sich von den Männern zu emanzipieren und eine stärkere Rolle einzunehmen. Seit etlichen Jahren schon schreien sich Männer zu harten Gitarrenriffs die Seele aus dem Leib. Und auch hier dauerte es wieder etwas, bis man Frauen dasselbe erlaubte.

Und nun schießen sie aus dem Boden, die Lambrettanescences und Guano Happies dieser Welt, wobei sich der deutsche Boden als besonders fruchtbar in dieser Beziehung herausgestellt hat. So auch im Fall von FiDGEt, äh, Pardon, Fidget: Sängerin Darline kreischt, als habe gerade jemand ihren Schminkkoffer gestohlen und wird dabei auch noch vom Gitarristen Tom unterstützt - vorbildliche Gleichberechtigung, sollte man meinen. Das Ergebnis klingt allerdings eher nach einem lautstarken Ehekrach zwischen Schwerhörigen, so viel wird unentwegt geschrien.

Was die Ruhrpott-Combo im Vergleich zu beliebigen anderern Crossover-Bands besonders macht, ist die Tatsache, daß sich sonst inmitten des ganzen unkoordinierten Geschreis noch irgendwelche hübschen Melodien entdecken lassen - nicht so bei Fidget. Jede Hardcore-Band würde sich schämen für so viel unkoordiniertes Geknüppel ohne Hand und Fuß, und Mike Patton sollte besser niemandem erzählen, was er hier an Erben hervorgebracht hat. Es gibt Getriebeschäden, die sich angenehmer ins Ohr schmiegen.

Doch nachdem das alles durch ist und das Standardprogramm mit der obligatorischen Ballade "Fourth word" (schlechte Idee, für Balladen sollte man nämlich singen können) abgeschlossen wurde, findet sich mit "Add(nun)" doch noch ein einziger passabler Song. Für ein ganzes Album natürlich eine maue Ausbeute, zumal ganz am Schluß wieder das therapiebedürftige Geröhre einsetzt. Was lehrt uns diese Episode? Gleichberechtigung ist toll, aber wenn eine Sache bei einem Mann schon in die Binsen geht, muß eine Frau das nicht auch noch mitmachen, Es gibt doch auch noch andere Betätigungsfelder. Friseuse zum Beispiel.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Add(nun)

Tracklist

  1. Dustbin laws
  2. Sanity is mother to the hardest riot
  3. Celebrate another day living
  4. Time to go home
  5. Shaping the riverbed
  6. The marks of those
  7. Oreo
  8. Cut
  9. Not a destination... a journey
  10. Tapir
  11. Fourth Word
  12. Add(nun)

Gesamtspielzeit: 53:03 min.

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