Swervedriver - Future ruins

Swervedriver- Future ruins

Rock Action / PIAS / Rough Trade
VÖ: 25.01.2019

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Weiterhin auf Reisen

Swervedriver fielen schon immer ein bisschen aus dem Rahmen. Ihre Hochphase verbrachte die Band als Teil der Shoegaze-Bewegung um Creation Records, aber genauso wurden sie vom amerikanischen Grunge beeinflusst. Ihr erfolgreichstes Album brachten die Oxforder 1993 heraus, genau in dem Jahr, in dem Shoegaze endgültig für tot erklärt wurde. Ein Vierteljahrhundert später scheint sich Geschichte zu wiederholen. Denn während das gefeierte Comebackalbum der damaligen Labelkollegen Slowdive mit seinem melancholischen Stil perfekt in die aktuelle Dreampop-Generation passt, wirkt der laute Alternative-Rock von Swervedriver wie aus einer anderen Zeit. Eigentlich doch wieder ganz passend für eine Band, die ihre Musik selbst als zeitlosen "Space Travel Rock’n'Roll" bezeichnet. Nur leider blieben auf der Reise Richtung des sechsten Longplayers "Future ruins" die ganz großen Highlights auf der Strecke.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: "Future ruins" ist ganz sicher kein schlechtes Album, vielmehr ein solides Spätwerk. Die erste Single "Mary Winter" suggeriert zu Beginn, dass sich seit den 90ern nichts verändert hat, während man nur darauf wartet, dass die Gitarren richtig durchstarten. Das passiert jedoch nicht, sondern Swervedriver bleiben lieber im Midtempo stecken. Was beim ersten Hören vielleicht enttäuscht, entfaltet mit der Zeit aber durchaus eine ansprechende Atmosphäre. Gerade die ruhigeren Songs gelingen der Band mittlerweile am besten. Da wäre das nachdenkliche "Drone lover", das zeigt, dass Adam Franklin immer noch ein guter Sänger ist, und ganz besonders "Spiked flower" mit der mit Abstand schönsten Gitarrenmelodie des Albums. Hier gelingt diese kurz vor dem endgültigen Ausbruch stehengebliebene spätsommerliche Stimmung perfekt und lässt einen gespannt auf die weitere Zukunft der Band schauen.

Und doch vermisst man den einen oder anderen Song, in dem Lautstärke und Tempo mal richtig aufgedreht werden, oder den einen oder anderen überraschenden Melodiewechsel, der an die jugendliche Stimmung großer Hits wie "Duel" erinnert. So bleibt "Future ruins" zwar auf einem durchgehend akzeptablen Niveau – mit Ausnahme von Franklins irritierendem Selbstgespräch "Everybodys going somewhere and no-one's going anywhere" haben sich Swervedriver ihren guten Geschmack bewahrt. Aber zu Zeiten der Albumklassiker "Raise" und "Mezcal head" wären die meisten dieser neuen Songs wohl eher als ziemlich gute B-Seiten veröffentlicht worden. Die alten Fans werden sich auch darüber freuen. Am Rest wird es wahrscheinlich sowieso vorbeigehen.

(Theo Flint)

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Highlights

  • Mary Winter
  • Spiked flower

Tracklist

  1. Mary Winter
  2. The lonely crowd fades in the air
  3. Future ruins
  4. Theeascending
  5. Drone lover
  6. Spiked flower
  7. Everybody's going somewhere and no-one's going anywhere
  8. Golden remedy
  9. Good times are so hard to follow
  10. Radio-silent

Gesamtspielzeit: 44:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Postings: 16343

Registriert seit 08.01.2012

2019-01-24 21:22:32 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?


Viva los Swervies
2019-01-08 21:02:51 Uhr
Hoffe, dass es auf der neuen Platte auch wieder etwas größere Riffs wie auf den frühen EPs und LPs gibt. Die letzte Scheibe “I Wasn’t Born To Lose You” ist sehr gut, kann aber dem Meisterwerk "Mezcal Head", immerhin eine der besten Platten der 90er, nicht ganz das Wasser reichen. Dafür war sie doch alles in allem etwas zu zurückgenommen. Bin gespannt, was da kommen wird.

Armin

Postings: 16343

Registriert seit 08.01.2012

2018-10-30 19:38:34 Uhr - Newsbeitrag


SWERVEDRIVER

Match made in heaven: das schottische Rock Action Label hat jüngst die britische Alternative-Rock Band Swervedriver unter Vertrag genommen und freut sich, deren neues Album “Future Ruins” für den 25.01.2019 ankündigen zu können!



In “Mary Winter”, dem mächtigen und sofort fesselnden Albumopener, geht es im klassichen Swervedriver Stil um einen Reisenden, der aus seiner eigenen Welt herausschleudert.
“In ‘Mary Winter’, the character is a spaceman who’s trying to remember what life is really like,” erklärt Sänger und Gitarrist Adam Franklin den neuen Song. “There’s a lot of foreboding with regard to the future on this album.”

Das Thema Reisen war bei Swervedriver, die ihre Musik 1990 als “space travel rock’n’roll” bezeichneten, auf den ersten vier Alben - “Raise” (1991), “Mezcal Head” (1993), “Ejector Seat Reservation” (1995) und “99th Dream” (1997) - allgegenwärtig.
17 Jahre hat es gedauert, bis 2015 ihr fünftes Album “I Wasn’t Born To Lose You” erschien.

Und jetzt geht die Reise mit “Future Ruins” weiter. Die Band hält die Spannung aus dem Hier und Jetzt und ihrer Breitwand-Realitätsflucht hoch - wie das bildhafte Albumartwork, das die monochrom gehaltenen Gerippe von Coney Island wie ein post mortem Foto einer gescheiterten Utopie zeigt. “I love being back in this band,” sagt Adam. “We’re playing places that we’ve either not played in a long time or new places, like Singapore, where there were 20 year old kids there and they’re singing the words to the new songs… We don’t want to be the band that just plays the old albums. We’re glad to have a whole bunch of new songs. We’re on it again.”
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