Firebird - No. 3

Firebird- No. 3

Steamhammer / SPV
VÖ: 02.06.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Akte X

Vermutlich ist Bill Steer ein Projekt des FBI. Um die Tauglichkeit ihres Zeugenschutzprogrammes zu testen, wurde dem Ex-Gitarristen der Bands Napalm Death und Cargass eine völlig neue Vergangenheit gezimmert. Niemand hätte etwas gemerkt, wenn man nicht vergessen hätte, seinen Namen zu ändern. Die Musik seiner Band Firebird jedenfalls bringt nicht mal für den Bruchteil einer Sekunde den Gedanken an eine mögliche Metal-Vergangenheit des singenden Bandleaders ans Tageslicht. Daß "No. 3" bei den Metalspezialisten Steamhammer erscheint, hält man nach dm ersten Hördurchgang für einen mysteriösen Fehler.

Spuren von Bills früheren musikalischen Tätigkeiten haben die Geheimdienstspezialisten gründlichst entsorgt und zur Sicherheit andere, gänzlich unverdächtige Einflüsse bei Firebird etabliert. Die Band wurde so retro ausgerichtet, daß der Gedanke an metallische Klänge schon deshalb nicht in Frage kommt, weil der Begriff 'Schwermetall' zu den Zeiten, in denen "No. 3" wurzelt, im Musikkontext noch überhaupt nicht existierte. Hardrock der späten Sechziger bestimmt das Schaffen der Feuervögel. So vollkommen, als habe es Black Sabbath und alles danach niemals gegeben.

In einem streng geheimen, unterirdischen Labor wird jeder neue Song von Bill Steer gründlich untersucht. Den Abschlußtest führt eine unfreiwillige Expertenkommission durch: Ein Haufen Hippies, die unter geheimnisumwitterten Umständen vom Woodstock-Festival verschwanden, werden hier mit Anti-Alterungs-Serum, LSD und sonstigen Nahrungsmitteln versorgt, dürfen der freien Liebe frönen und werden ansonsten von der Außenwelt streng abgeschottet. Zwischen ihren Gesprächen über die Kuba-Krise und Mao Tse Tung werden diese Probanden mit neuem Firebird-Material beschallt. Sobald sie aufhorchen und anfangen, über diese neuartige Musik zu sprechen, ist der Song durchgefallen.

Fast wäre das neue Album von Firebird an dieser Hürde gescheitert. Denn die sonst eher lethargische Hippiekommune war nach dem Genuß von "No. 3" völlig aus dem Häuschen. Tagelang gab es kein anderes Gesprächsthema mehr als "diese neue Scheibe, Mann". Das FBI wollte "No. 3" schon zum Entmodernisieren zurückgeben, als der Ausspruch eines der Probehörers (er ist auf dem Cover abgebildet) Klarheit über die Gründe für die Begeisterung brachte: "Hey, Mann, das hat man alles irgendwie schon mal gehört, aber so groovy war es irgenwie noch nie, Mann!" Recht hat er, auch wenn man heute eher "fett" statt "groovy" sagen würde. Aber das kann er, dem FBI sei Dank, ja nicht wissen, Mann!

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Stoned believer
  • Off the leash
  • Dream ride

Tracklist

  1. Cross the line
  2. Tumbling down
  3. Stoned believer
  4. Station
  5. Hard hearted
  6. End of the day
  7. Long gone
  8. Off the leash
  9. Dream ride
  10. Friend

Gesamtspielzeit: 50:50 min.

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