Fever 333 - Strength in numb333rs

Fever 333- Strength in numb333rs

Roadrunner / Warner
VÖ: 18.01.2019

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Raider heißt jetzt Twix

"There's a motherfucking fever coming!", brüllt Jason Butler im Intro "…" mit einer Inbrunst, die Großes ahnen lässt. Und die Erwartungshaltung aus der Szene ist groß, hatte Butler für sein neues Projekt nicht nur seine Post-Hardcore-Band Letlive. eingestampft, sondern mit Fever 333 auch und vor allem ein politisches Zeichen setzen wollen. "Rapcore" nennt sich das Genre der Wahl, das mutig Hiphop und Rockmusik mit wilder Energie und Lyrics, die zum Umsturz auf- und mehr Gleichheit einfordern, kombinieren soll. Aber Moment mal – kennt man das nicht von irgendwo her?

Ihre politischen Ambitionen in allen Ehren, aber Fever 333 machen nichts neu, manches mittelmäßig und das meiste schlichtweg langweilig. Wer sich die folgenden Zeilen sparen will: "Strength in numb333rs" klingt in jeder Sekunde wie eine schlechtere und etwas härtere Kopie der frühen Rage Against The Machine. Völlig aus der Zeit gefallen wirken die uninspirierten Breakdowns, ihre Aufforderung zur Revolution aufgesetzt, ihre kitschigen Balladenversuche geradezu peinlich. Denn die schlecht gealterten Genres Crossover und New Metal im Jahre 2019 noch zu zelebrieren, lässt den gewieften Hörer zumindest die Nase rümpfen – wenn das Trio dazu noch die stumpfen Breakdowns von Limp Bizkit und die überzeichneten Kitsch-Hymnen der späten Linkin Park übrnimmt, fragt man sich doch, wieso gerade diese Band in den vergangenen Monaten einen nicht zu verachtenden Szene-Hype auslöste.

Zehn völlig vorhersehbare Songs mit dicker Produktion und dünnem musikalischem Inhalt sprechen nämlich eine andere Sprache. Die Vorabsingle "Burn it" sieht sich zu allem Überfluss noch in der Tradition der großen Reformisten, Rebellen und Revolutionäre: "I got a mouth like Malcolm / And hands just like Ali / Black Panther, white mother / You better not try me / I got a mind like Martin / Visions of Rodney King." Darauf folgt eine Formel, die sich für alle Songs des Albums vereinheitlichen lässt: Screamo-Rap im Stile eines hyperventilierenden Zack De La Rocha, sülziger Gesang wie die missratenen Versuche Chester Benningtons, "One more light" zu einem großen Album zu machen, und austauschbare Breakdowns, die in den besten Momenten zum seichten Kopfnicken einladen, in keinem Moment aber an die Destruktivität ihrer Genre-Vorbilder heranreichen.

Mit einem derart ambitionierten Projekt, Rockmusik wieder zu politisieren und die Grenzen zwischen Rap und Rock einzureißen, scheiterten unlängst auch Prophets Of Rage kläglich. Wie zumindest die musikalische Verschmelzung der Energie von Gitarrenmusik und dem zeitgemäßen Sound von HipHop funktionieren kann, haben in den letzten Jahren streckenweise Emo- und Hardcore-Rapper um Lil Peep, XXXTentacion, Scarlxrd oder Nothing,Nowhere. bewiesen. "Strength in numb333rs" aber steuert der Debatte nicht mehr bei als Parolen wie "Fuck the majority", "Stand up or die on your knees" und "Fight the power", ist musikalisch völlig uninteressant und hinterlässt in seiner Pseudo-Intellektualität trotzdem das unangenehme Gefühl der maßlosen Selbstüberschätzung.

(Julius Krämer)

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Highlights

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Tracklist

  1. ...
  2. Burn it
  3. Animal
  4. Prey for me/3
  5. One of us
  6. Inglewood/3
  7. The innocent
  8. Out of control/3
  9. Am I here
  10. Coup d'etalk

Gesamtspielzeit: 41:14 min.

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tjsifi

Postings: 236

Registriert seit 22.09.2015

2019-01-22 13:32:31 Uhr
Nach ein paar Durchgängen finde ich das Album nicht schlecht aber die EP war imo ein deutliches Stück stärker.
Best Lyrics / much deep
2019-01-17 12:35:20 Uhr
No, you can't keep us
No, you can't keep us under your thumb
You can't keep us
No, you can't keep us under your thumb
You can't keep us
No, you can't keep us under your thumb
You can't keep us
No, you can't keep us under your thumb
[BLEGH]
You can't keep us under your thumb
No!
No, you can't keep us under your thumb
F3ck, hell no!
No, you can't keep us under your thumb
MaxwellMurder
2019-01-16 12:32:30 Uhr
Bin übrigens selbst Aphex
MaxwellMurder
2019-01-15 19:18:36 Uhr
Außerdem hat Aphex mit seiner Kritik an John Feldman nicht Unrecht. Blink-182 hat er bei California auch überredet ihr bisheriges Material (was laut Aussage der Band wohl ihr selbstbetiteltes Album angeknüpft war; dem einizigne blink-Album, dass wirklich musikalischen Tiefgang entwickelt hat) über Bord zu werfen und mit ihnen ein neues Album im Studio zu schreiben. Das Ergebnis? Songs, die eher wie ein Abziehbild der späten 90er-Blink klingen und nicht einmal davor zurückschrecken den Fäkalhumor aus dieser Zeit wieder auszupacken.
MaxwellMurder
2019-01-15 19:13:34 Uhr
"Wie zumindest die musikalische Verschmelzung der Energie von Gitarrenmusik und dem zeitgemäßen Sound von HipHop funktionieren kann, haben in den letzten Jahren streckenweise Emo- und Hardcore-Rapper um Lil Peep, XXXTentacion, Scarlxrd oder Nothing,Nowhere."

Nein. Einfach nur nein. Was möchtegern-eloquente Feullitonverschnitte da als musikalische Bedeutsamkeit hineininterpretieren, ändert nichts an der Tatsache, dass die Musik nichts weiter als unausgegorene Scheiße ist.
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