Callejon - Hartgeld im Club

Callejon- Hartgeld im Club

Century Media / Sony
VÖ: 04.01.2019

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Für Gabi tun sie alles

"Wir wollten mal zeigen, dass der Unterschied zwischen Spießbürgertum und Punk manchmal nur ’ne Rhythmusfrage ist", kommentierte Die-Toten-Hosen-Sänger Campino 1987 den Schlager-Ausflug "Never mind the Hosen – here's Die Roten Rosen". Das in Anlehnung an das legendäre Sex Pistols-Debüt betitelte Album zeigte im Booklet die Band vor einem offenen Grab. Die Beschreibung dazu: "Im stillen Gedenken an den deutschen Schlager." Gut 30 Jahre später versucht sich erneut ein Düsseldorfer Quintett an der Neuinterpretation von genrefremden Liedgut. Und auch wenn die auf ihren selbst komponierten Platten schon schwer erträgliche Metalcore-Kapelle Callejon mit "Hartgeld im Club" nicht Punk und Schlager kombiniert, sondern HipHop und Metal, die in ihren Augen wohl coolsten Musikrichtungen überhaupt, sind sie damit der Hosen-Version von "Im Wagen vor mir" deutlich näher als an mutigem Genre-Crossover.

Szene-vereinende Ambitionen in allen Ehren, doch ist HipHop Ende des Jahres 2018 nicht mehr geprägt von "Präsenz und Antihaltung", wie es der Pressetext besagt, sondern vielmehr von Reproduktion und Angepasstheit. Und so spielen sich Callejon unter dem unfassbar wortgewitzten neuen Namen Kallejon durch "Palmen aus Plastik", "Schlechtes Vorbild" und "So perfekt" und überraschen dabei mit keinem Ton, keinem Arrangement, keinem Rap-Scream. Denn "Hartgeld im Club" ist genauso, wie man es sich vorstellt, wenn eine mittelmäßige Metalcore-Band versucht, halb selbstironisch und halb anbiedernd Deutschrap-Hits nachzuäffen. Nicht mehr und nicht weniger. Erwartungen also erfüllt?

Nein, denn Callejon haben im Vorfeld dem konservativen Innovationsmangel im Metal den Kampf angesagt und versucht, im Fahrtwind des HipHop auch dessen vermeintlich jugendlichen Geist mitzunehmen. Ein großes Missverständnis: Laut Band werde im Rap "mehr denn je auf Regeln geschissen und alles roh, direkt und ungefiltert rausgeballert." Welche avantgardistische Underground-Spielart die Düsseldorfer damit meinen, bleibt schleierhaft – durchgetaktete Major-Produktionen wie Bausas "Was Du Liebe nennst" oder Marterias "Kids (2 Finger an den Kopf)", das ganz nebenbei den kreativen Tiefpunkt der Platte abbildet, sprechen eine andere Sprache.

Der Stumpfsinn einer modernen 08/15-Hartwurstproduktion vereint mit den Mainstream-Ambitionen des HipHop ergeben erwartungsgemäß grausige Klanggebilde, von denen Szene-Kids jeglicher Couleur lieber die Finger lassen sollten. Denn statt sich an zeitgeistigem Trap-Metal à la Scarlxrd oder $uicideBoy$ zu orientieren, ersetzen Callejon lediglich Rap, Synthesizer und 808s durch gescreamte Sprechgesänge, stupides Gitarren-Gewitter und klinische Double-Kicks. Ein Kunstgriff, der aus schlechter Musik noch keinen guten Song macht und selbst guten Rap-Tracks ihren Reiz nimmt. Und auf "Porn from Spain 3" Crossover-Ikone Ice-T auch noch seiner Würde beraubt. Kleine positive Ausreißer nach oben bleiben Sidos "Schlechtes Vorbild" und Caspers "So perfekt" – Songs also, die im Original ohnehin schon gitarrenlastig ausfielen. Callejon wollen schließlich nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, mit Selbstironie den deutschen HipHop persiflieren. Sie haben etwas noch viel Geschmackloseres vollbracht: sich an die den Mainstream beherrschenden Popkultur unserer Zeit angebiedert, den Rap als trojanisches Pferd als Medium für ihr ästhetisch fragwürdiges Metalcore-Gekloppe missbraucht und so ein Album erschaffen, das kein guter HipHop, kein guter Metal und erst Recht kein guter Crossover ist.

(Julius Krämer)

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Highlights

  • -

Tracklist

  1. Von Party zu Party
  2. Schlechtes Vorbild
  3. Kids (2 Finger an den Kopf)
  4. Palmen aus Plastik
  5. Was Du Liebe nennst
  6. Willst Du
  7. Arbeit nervt
  8. Urlaub fürs Gehirn
  9. So perfekt
  10. Bros
  11. Ich rolle mit meim Besten
  12. Hartgeld im Club (feat. Antifuchs & Pilz)
  13. Porn from Spain 3 (feat. Ice-T & K.I.Z.)

Gesamtspielzeit: 45:19 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
@Armin
2018-12-20 21:04:03 Uhr
Meine Meinung ist dass das scheiss Gespame nervt!!!

Armin

Postings: 15755

Registriert seit 08.01.2012

2018-12-20 20:44:52 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 15755

Registriert seit 08.01.2012

2018-11-30 12:56:30 Uhr - Newsbeitrag
Die Düsseldorfer Band CALLEJON hat eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Hiphop-Lieder aller Zeiten - „Was du Liebe nennst“ von Bausa - einmal auf links gedreht. Hier das Ergebnis samt Musikvideo:

CALLEJON - WAS DU LIEBE NENNST (Musikvideo)


„Was du Liebe nennst“ ist auf dem am 04. Januar 2019 erscheinenden neuen Callejon-Album „Hartgeld im Club“ zu finden. Auf der Platte covern Callejon weitere Deutschrap-Songs im Metal-Gewand wie z.B. „Kids (2 Finger an den Kopf)“, „Palmen aus Plastik“, „Bros“, „So perfekt“ usw.

Außerdem gibt es auf der Platte zwei neue Callejon-Songs mit den Feature-Gästen Ice-T (!), K.I.Z, Antifuchs und Pilz.
Blödheit mit P
2018-09-21 22:34:04 Uhr
Was für ein Müll!

Armin

Postings: 15755

Registriert seit 08.01.2012

2018-09-21 20:09:05 Uhr - Newsbeitrag

CALLEJON veröffentlichen Single und Video zu brandneuem Track „Urlaub fürs Gehirn“, der VVK zum neuen Album „Hartgeld im Club“ läuft


Ihr habt Euch lange gedulden müssen, aber nun ist es soweit: Hier kommt „Urlaub fürs Gehirn“, die erste Single von CALLEJONs Coveralbum „Hartgeld im Club“, das am 04. Januar 2019 veröffentlicht wird.


Ein Hip Hop Song im Metal-Gewand und zwei knutschende Typen - was will man mehr?


Und wenn es Dir nicht gefällt: Das ist ok. Auch Du darfst gut finden, was Du willst.


Unter anderem werden auf dem Album folgende Coversongs sein:


Palmen aus Plastik

Von Party zu Party

Bros

Kids (zwei Finger an den Kopf)

Willst Du

Urlaub fürs Gehirn

Ich rolle mit meim Besten

Schlechtes Vorbild

Arbeit nervt

Türlich, Türlich

So perfekt


Außerdem wird das Album mit „Hartgeld im Club“ und „Porn From Spain 3“ zwei brandneue Eigenkompositionen am Start haben.


„Hartgeld im Club“ ist erhältlich als:
• Standard CD Jewelcase
• Lim. Deluxe LP mit 180g Vinyl, CD und Wackel-Cover
• Digital
• Lim. Deluxe Box Set (2CD Digipak & T-Shirt)

ACHTUNG! Das limitierte Deluxe Box Set gibt es ausschließlich bei www.amazon.de und nur während des Vorverkaufs und solange der Vorrat reicht! Das in der Box enthaltene Shirt gibt es wahlweise als T-Shirt oder Girlie-Shirt in unterschiedlichen Größen.

Bestellt das Box Set hier: https://callejonband.lnk.to/HartgeldImClubBoxID
Alle anderen Formate gibt es hier: https://callejonband.lnk.to/HartgeldImClubID



CALLEJON live:
31.01. Berlin

01.02. Leipzig

02.02. Hamburg

07.02. Wiesbaden

08.02. Karlsruhe

09.02. Münster

14.02. Bremen

15.02. Hannover

16.02. Düsseldorf

21.02. Nürnberg

22.02. Wien

23.02. München


CALLEJON sind:

BASTIBASTI - Vocals

BERNHARD HORN - Guitars

CHRISTOPH "KOTSCHE" KOTERZINA - Guitars

THORSTEN BECKER - Bass

MAX "KOTZE" KOTZMANN - Drums



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