Staind - 14 shades of grey

Staind- 14 shades of grey

Flip / Elektra / Eastwest / Warner
VÖ: 26.05.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Manic moonlight

Das war nun wirklich ekelerregend. Umringt von unzähligen Kerzen kauerte ein kahlrasierter Kerl auf seinem Höckerchen, probte einen penetranten Hundeblick und winselte schauriger als ein Rudel angeschossener Straßenköter. Selbstmitleidige Zeilen wie "Why must I feel this way?" sprudelten aus seinem trockenen Mund, und nicht mal die Kerzen konnten seine ach so geschundene Seele erleuchten. "It's been awhile" hieß der Song zum Mitleidsclip, Aaron Lewis der Köter und Staind die Band, die mit alledem auch in Deutschland den Durchbruch schaffte. Und im Hintergrund thronte unsichtbar der große Mentor Fred Durst mit der der roten Krone. Kalkül? Kommerz? Kotzspeiübel? Von allem etwas. Aber trotz allem ein cleverer Song, gefolgt von dem nicht minder passablen Album "Break the cycle".

Von Fred Durst allerdings, der in den Liner Notes zu "14 shades of grey" nur noch als A&R und natürlich als Chef des "Flip"-Labels auftaucht, haben sich die Kalifornier nunmehr losgesagt und damit eine wichtige Hürde auf ihrem Weg zur sympathischen Band genommen. Selbst der wenig einladende Albumtitel macht irgendwie Sinn. Die 14 Tracks nämlich gehen dorthin, wo es am meisten weh tut: in die Nacht. Zwischen Dämmerung und Morgengrauen ist die Melancholie am schmerzhaftesten, der Schmerz am melancholichsten und das latente Bedauern von Aaron Lewis genau richtig aufgehoben. Und auch wenn schon der Volksmund weiß, wie grau doch nachts alle Katzen sind und sich die Songs auf "14 shades of grey" entsprechend ähneln, finden Staind zwischen kühlem Mondlicht und endloser Dunkelheit immer wieder den Weg zur gelungenen Rockballade.

"How about you" verblüfft mit einem treibendem Streicherarrangement, während "Fill me up" wie jener Song klingt, den Live schon seit Jahren nicht mehr auf die Reihe bekommen. Und mit "Zoe Jane" gelingt Aaron Lewis nach den mißratenen Versuchen von Creed und eben jenen Live das erste Loblied an die eigene Tochter seit langem, von dem sich der Hörer nicht gleich peinlich berührt abwendet. Den meisten Mut jedoch beweisen die Kalifornier mit "Layne". Für den verdienten Nachruf an Layne Stayley haben Staind nicht nur bis ins Detail den typischen Sound von Alice In Chains wiederbelebt, sondern auch halbwegs passende Worte gefunden: "So to me you'll never fade / Your life you gave, my life you safed / Your name was Layne."

Wie erwartet kommen die Texte von Aaron Lewis nicht durchweg ohne Gefühlsduselei oder jammerndes Einerlei aus. Zu Erkenntnissen wie "I've learned that this life's not just a game / Just a line between the pleasures and the pain" mag man stehen wie man will. Aber zumindest musikalisch spielen Staind heute in einer ganz anderen Liga als Neo-Grunge-Langweiler wie Nickelback oder 3 Doors Down. Und spätestens, wenn Aaron Lewis im abschließenden, irgendwie unpassend betitelten "Intro" die Welt umarmt, reift die Erkenntnis: Grau muß nicht immer farblos sein.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Price to play
  • How about you
  • Falling down

Tracklist

  1. Price to play
  2. How about you
  3. So far away
  4. Yesterday
  5. Fray
  6. Zoe Jane
  7. Fill me up
  8. Layne
  9. Falling down
  10. Reality
  11. Tonight
  12. Could it be
  13. Blow away
  14. Intro

Gesamtspielzeit: 62:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
mot
2004-10-08 16:32:49 Uhr
hmm..wie kann man hier text formatieren und bilder einfügen?
mot
2004-10-08 16:31:58 Uhr
[b][i]..die andere´n[/i][/b]

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3462034480/qid%3D1097245904/028-8953694-1475724

Maren
2004-10-08 13:49:10 Uhr
jo mein ja auch tormented.aber dysfunction is ja auf beiden drauf.freu mich schon voll auf dat 5.Album soll irgendwann in Feb.rauskommen.Hoffe das die dann auch auf Tour kommen.ist meine absoulute lieblingsband!!!!!
Bär
2004-10-07 00:14:43 Uhr
Dysfunction war nicht das erste Album. Davor gab es schon eins namens Tormented.
Badrique
2004-10-07 00:01:15 Uhr
Ja Maren da geb ich dir recht: Die erste ist die Beste!Mudshovel ist der Übersong aber auch Suffocate und Raw sind sehr geil!
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