Chris Cornell - Chris Cornell

Chris Cornell- Chris Cornell

Interscope / Universal
VÖ: 16.11.2018

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Down on the upside

Wer Chris Cornell war, welchen Einfluss er mit seiner Musik hatte und wie ebenjene sich in den Jahren so entwickelte, das alles sind Inhalte der ersten Stunde des Grundkurses "Grunge und seine Folgen". An dieser Stelle gehen wir also nicht noch einmal in aller Ausführlichkeit auf den Lebenslauf des 2017 verstorbenen Musikers ein, auch wenn die nun erscheinende, unbetitelte Compilation eigentlich genau dazu einlädt. Kurz umreißen müssen wir die wichtigsten Fakten dennoch. In der Deluxe-Edition umfasst die vorliegende Sammlung vier CDs, die sämtliche Eckpunkte in Cornells Karriere abdecken und sich mit den unterschiedlichen künstlerischen Stationen beschäftigen. Da wären also die unvermeidlichen Soundgarden- und Temple-Of-The-Dog-Highlights auf der wichtigen ersten Platte, seine Soloausflüge und das essenzielle Audioslave-Material auf der zweiten, sowie Raritäten, Gemischtes und Live-Aufnahmen auf den weiteren Tonträgern. Viel Holz also, aber Cornells Laufbahn war freilich lang und wechselhaft, da sammelt sich nun mal viel Stoff an.

Interessant ist jedenfalls, in welcher stilistischen Bandbreite Cornell sich bewegte: Zunächst veröffentlichte er mit Soundgarden groovenden, härteren Grunge-Rock, geschult an Black Sabbath und Co., später kam er über verschiedene verschlungene Pfade zum schockierenden Karrieretiefpunkt "Part of me", der hoffentlich nur aus Vollständigkeitsgründen auch auf dieser Compilation enthalten ist: Hier versuchte der charismatische Sänger auf den schnell brausenden Electropop-Zug aufzuspringen, was ihm letzten Endes doch recht ordentlich missglückte. Generell galt "Scream", seine 2009 erschienene, zeitweise Abkehr von der Rockmusik, als riesengroßer Flop, wenngleich der wabernde Titelsong durchaus seinen Reiz hat. Schön auch zu sehen, von welch eigentlich doch hoher Qualität der Output seines Nebenprojekts Audioslave war: Gemeinsam mit Tom Morello, Tim Commerford und Brad Wilk, allesamt einst ursprünglich in Lohn und Brot bei Rage Against The Machine, nahm Cornell drei durchaus überzeugende Rock-Alben auf, die zwar überhaupt nicht mehr zeitgemäß klangen, dafür aber dann auch entsprechend von Pitchfork und Co. verrissen wurden. Alles richtig gemacht, möchte man meinen.

Diese Songsammlung – die Begriffe "Best of" oder "Greatest hits" fallen als Kategorisierungen hinsichtlich der ausufernden, der Komplettierung verpflichteten Songauswahl schon mal weg – führt den Hörer also durch sämtliche Höhen und Tiefen, schließlich sind auch einige der ganz frühen Soundgarden-Stücke schwerer Tobak, strahlen sie doch wenig von der späteren Grandezza aus. Und auch die ein oder andere Ballade, an dieser Stelle sei auf "The promise" verwiesen, trägt zu dick auf und lässt eher ratlos zurück. Es ergibt sich hier ein Bild des Künstlers als Suchender, der immer wieder auch Fehler macht, seine Richtung ändert, stolpert, hinfällt und trotzdem seinen Weg geht. Cornell muss das Scheitern auch bewusst als Chance angesehen haben, anders sind sich einige Projekte eben nicht zu erklären.

Zu seinen wenig überraschenden Karriere-Highlights zählen freilich die Stücke von Temple Of The Dog, der sogenannten Supergroup, die Cornell gemeinsam mit späteren Mitgliedern der Genre-Kollegen von Pearl Jam gründete. Und natürlich wären da die unvermeidlichen, aber dennoch nicht totzukriegenden Hits von Soundgarden und Audioslave, die mittlerweile zum Kanon der modernen Rockmusik gehören. An dieser Stelle gilt es nun also den Blick auf jene Nummern zu richten, die weit weniger bekannt sind als "Black hole sun" oder "Spoonman", aber ebenfalls zu begeistern wissen: "Can't change me" sorgt als dramatische Halbballade immer noch für Gänsehaut und stellt gleichzeitig unter Beweis wie stark Cornells erster Soloausflug "Euphoria morning" wirklich war. Und auch das 2011 erstmals veröffentliche "The keeper" gehört mit seiner intimen Lagerfeuerstimmung zu den heimlichen Stars dieser bombastischen Sammlung, der man eines wirklich zugutehalten muss: Sie bildet die Laufbahn Cornells realitätsgetreu ab. Ohne Beschönigung, ohne Verklärung.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Hunger strike (Temple Of The Dog)
  • Black hole sun (Soundgarden)
  • Spoonman (Soundgarden)
  • Can't change me
  • Like a stone (Audioslave)
  • Be yourself (Audioslave)
  • The keeper
  • A day in the life (live)

Tracklist

  • CD 1
    1. Hunted down (Soundgarden)
    2. Kingdom of come (Soundgarden)
    3. Flower (Soundgarden)
    4. All your lies (Soundgarden)
    5. Loud love (Soundgarden)
    6. Hands all over (Soundgarden)
    7. Say hello 2 Heaven (Temple Of The Dog)
    8. Hunger strike (Temple Of The Dog)
    9. Outshined (Soundgarden)
    10. Rusty cage (Soundgarden)
    11. Seasons
    12. Hey baby (Land of the new rising sun) (M.A.C.C.)
    13. Black hole sun (Soundgarden)
    14. Spoonman (Soundgarden)
    15. Dusty (Soundgarden)
    16. Burden in my hand (Soundgarden)
  • CD 2
    1. Sunshower
    2. Sweet euphoria
    3. Can't change me
    4. Like a stone (Audioslave)
    5. Cochise (Audioslave)
    6. Be yourself (Audioslave)
    7. Doesn't remind me (Audioslave)
    8. Revelations (Audioslave)
    9. Shape of things to come (Audioslave)
    10. You know my name
    11. Billie Jean
    12. Long gone
    13. Scream
    14. Part of me (Steve Aoki remix)
    15. Ave Maria + Intro (Eleven & Chris Cornell)
  • CD 3
    1. Promise (Slash feat. Chris Cornell)
    2. Whole lotta love (Santana feat. Chris Cornell)
    3. Call me a dog (live)
    4. Imagine (live)
    5. I am the highway (Audioslave/live)
    6. The keeper
    7. Been away too long (Soundgarden)
    8. Live to rise (Soundgarden)
    9. Lies (Gabin feat. Chris Cornell)
    10. Misery chain (feat. Joy Williams)
    11. Storm (Soundgarden)
    12. Nearly forgot my broken heart
    13. Only these words
    14. Our time in the universe
    15. Til the sun comes back around
    16. Stay with me baby
    17. The promise
    18. When bad does good
  • CD 4
    1. Into the void (Sealth) (Soundgarden/live)
    2. Mind riot (Soundgarden/live)
    3. Nothing to say (Soundgarden/live)
    4. Jesus Chris pose (Soundgarden/live)
    5. Show me how to live (Audioslave/live)
    6. Wide awake (Audioslave/live)
    7. All night thing (live)
    8. Nothing compares 2 u (live)
    9. One (live)
    10. Reach down (Temple Of The Dog/live)
    11. Stargazer (Temple Of The Dog/live)
    12. Wild world (Yusuf Islam & Chris Cornell)
    13. A day in the life (live)
    14. Redemption song (live)
    15. Thank you (live)

Gesamtspielzeit: 299:19 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Chris C
2018-12-07 21:36:11 Uhr
Kauft Leute, kauft!

Alles andere wäre pietätlos.

Armin

Postings: 13618

Registriert seit 08.01.2012

2018-12-01 00:12:02 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Postings: 13618

Registriert seit 08.01.2012

2018-11-18 12:45:30 Uhr - Newsbeitrag
CHRIS CORNELL – Video zu „When Bad Does Good“ mit Cornells Sohn in der Hauptrolle veröffentlicht / Box-Set ist heute erschienen /

Tribute-Show am 16.01. in L.A.





“For me this video represents my dad and all the art he created throughout his life and what his music meant then and what it means now, not just to me and my family but the city of Seattle and all of his fans” – Christopher Nicholas Cornell



***



Liebe Kolleginnen und Kollegen,



heute ist nicht nur die umfassende Werkschau „Chris Cornell“ erschienen, die die musikalische Laufbahn des Sängers ausgiebig würdigt, sondern auch das Video zu „When Bad Does Good“, dem bis vor kurzem einzigen unveröffentlichten Song des Box-Sets.



Das Video wurde im Herbst gedreht, Regie führte Kevin Kerslake, der auch schon für Soundgardens „Loud Love“ und „Hands All Over“ zuständig war. Wir sehen darin den gemeinsamen Sohn von Chris und Vicky Cornell, Christopher Nicholas Cornell, der seinen Vater in jungen Jahren verkörpert und als Zeitungsjungen beim Austragen der The Seattle Times in dessen Heimatstadt zeigt. Diverse Plätze und Orte, die für Cornells Leben wichtig waren, werden eingeblendet, versehen mit Textzeilen seiner größten Songs.



Schaut Euch das Video hier an:





CHRIS CORNELL – „WHEN BAD DOES GOOD“ (OFFICIAL VIDEO)









“I wanted to highlight an aspect of Chris’ talents often overshadowed by his more obvious virtues (e.g., his monstrous guitar chops, operatic vocal range or commanding physical presence), which is his place as one of this generation’s greatest lyricists….but do it within a specific context that turned a simple, straightforward journey through the streets of Seattle into a eulogy, of sorts, with mystical undertones”, so Regisseur Kevin Kerslake über das Video.



„When Bad Does Good” wurde von Chris Cornell geschrieben, aufgenommen und produziert. Nach seinem Tod fand man das Material in seinem persönlichen Musik-Archiv. Sein enger Freund Josh Brolin erinnerte sich an die Existenz des Songs, Chris Cornells Frau Vicky entschied sich schließlich, ihn endlich mit Cornells Fans zu teilen und auch auf dem Box-Set „Chris Cornell“ zu veröffentlichen, das heute erschienen ist.



***



Veröffentlicht von seiner Frau Vicky Cornell im Namen des Chris Cornell Estate, zelebriert „Chris Cornell“ Leben und Werk des Sängers, begnadeten Songwriters und einer der größten, markantesten und einflussreichsten Stimmen der jüngeren Rockgeschichte. Vicky Cornell arbeitete für die Zusammenstellung des Albums sehr eng mit Chris’ Bandkollegen und Freunden zusammen, um sämtliche Stationen dieser einzigartigen Karriere festzuhalten: „Chris Cornell“ unterstreicht eindrucksvoll, was für einen wichtigen und umfangreichen Beitrag der 1964 in Seattle geborene Musiker zur Musikgeschichte beigesteuert hat. So sind auf dem Album Songs von seinen drei Bands – Soundgarden, Temple of the Dog und Audioslave – genauso vertreten, wie Stücke aus seinem Solo-Backkatalog. Als Produzenten holte sie Brendan O’Brien, mit dem Cornell über Jahre hinweg zusammengearbeitet hatte, ins Boot, während Jeff Ament (Pearl Jam) für das Design und das Packaging von „Chris Cornell“ verantwortlich war.



Das Tracklisting der Super Deluxe Edition findet Ihr unten an.



***





„I Am The Highway: A Tribute to Chris Cornell“

16.01.2019 – Los Angeles (The Forum)





Heute beginnt zudem der Vorverkauf für ein Tribute-Konzert, das unter dem Namen „I Am The Highway: A Tribute to Chris Cornell“ am 16. Januar 2019 im The Forum in Los Angeles stattfinden wird.

Mitglieder von Soundgarden, Temple of the Dog und Audioslave werden auftreten, außerdem sind special Performances von Metallica, den Foo Fighters, Ryan Adams u.v.m. geplant.

Organisiert wird der Abend von Chris‘ Familie und engsten Freunden, darunter Tom Morello, Brad Pitt, Josh und Kathryn Brolin, Jimmy Kimmel, Tom Hanks und Rita Wilson. Jimmy Kimmel wird wiederum durch den Abend führen.



Tickets sind hier ab 19.00h deutscher Zeit erhältlich:

https://www1.ticketmaster.com/event/090055622670B858

https://www.universal-music.de/chris-cornell

http://www.chriscornell.com/

https://www.facebook.com/chriscornell/

https://www.instagram.com/chriscornellofficial/

https://www.youtube.com/ChrisCornellVEVO





TRACKLISTING „CHRIS CORNELL“ (Super Deluxe Edition)





CD 1



Hunted Down [Soundgarden]
Kingdom of Come [Soundgarden]
Flower [Soundgarden]
All Your Lies [Soundgarden]
Loud Love [Soundgarden]
Hands All Over [Soundgarden]
Say Hello 2 Heaven [TOTD]
Hunger Strike [TOTD]
Outshined [Soundgarden]
Rusty Cage [Soundgarden]
Seasons
Hey Baby (Land of the New Rising Sun) [M.A.C.C.]
Black Hole Sun [Soundgarden]
Spoonman [Soundgarden]
Dusty [Soundgarden]
Burden In My Hand [Soundgarden]



CD 2



Sunshower
Sweet Euphoria
Can’t Change Me
Like A Stone [Audioslave]
Cochise [Audioslave]
Be Yourself [Audioslave]
Doesn’t Remind Me [Audioslave]
Revelations [Audioslave]
Shape of Things to Come [Audioslave]
You Know My Name
Billie Jean
Long Gone (Rock Version)
Scream
Part of Me (Steve Aoki Remix)
Ave Maria (with Eleven)



CD 3



Promise [Slash featuring Chris Cornell]
Whole Lotta Love [Santana featuring Chris Cornell]
Call Me A Dog (Live Acoustic)
Imagine (Live Acoustic)
I Am The Highway (Live Acoustic)
The Keeper
Been Away Too Long [Soundgarden]
Live To Rise [Soundgarden]
Lies [Gabin with Chris Cornell & Ace]
Misery Chain [with Joy Williams]
Storm [Soundgarden]
Nearly Forgot My Broken Heart
Only These Words
Our Time In The Universe
‘Til The Sun Comes Back Around
Stay With Me Baby
The Promise
When Bad Goes Good



CD 4



Into The Void (Sealth) (Live at the Paramount) [Soundgarden]
Mind Riot (Live at the Paramount) [Soundgarden]
Nothing To Say (Live in Seattle) [Soundgarden]
Jesus Christ Pose (Live in Oakland) [Soundgarden]
Show Me How To Live (Live in Cuba) [Audioslave]
Wide Awake (Live in Sweden)
All Night Thing (Live in Sweden)
Nothing Comes 2 You (Live at Sirius XM)
One (Live at Beacon Theatre)
Reach Down (Live at the Paramount) [TOTD]
Stargazer (Live at the Paramount) [TOTD]
Wild World (Live at Pantages Theatre) [Yusuf / Cat Stevens with Chris Cornell]
A Day In The Life (Live at the Royal Albert Hall)
Redemption Song (Live at Beacon Theatre) with Toni Cornell]
Thank You (Live in Sweden)



DVD



Flower [SG]
Loud Love [SG]
Hunger Strike [TOTD]
Outshined [SG]
Jesus Christ Pose [SG]
Black Hole Sun [SG]
Fell On Black Days [SG]
Burden In My Hand [SG]
Can’t Change Me
Preaching The End Of The World
Like A Stone [Audioslave]
Cochise [Audioslave]
Show Me How To Live [Audioslave]
Be Yourself [Audioslave]
Original Fire [Audioslave]
Arms Around Your Love
No Such Thing
Long Gone (Rock Version)
Scream
Part of Me
The Keeper
Live To Rise [SG]
By Crooked Steps [SG]
Nearly Forgot My Broken Heart (Lyric Video)
The Promise

Chris C
2018-09-24 19:35:56 Uhr
Kaufen, Leute, kaufen!

Robert G. Blume

Postings: 386

Registriert seit 07.06.2015

2018-09-24 11:44:41 Uhr
Ich habe mich seit seinem Tod nicht mehr getraut, Musik von ihm aufzulegen. Jetzt, wo ich „When Bad Does Good“ höre, werde ich tatsächlich wieder sehr wehmütig, dass diese Stimme verstummt ist. :(
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