Oak - False memory archive

Oak- False memory archive

Karisma / Soulfood
VÖ: 19.10.2018

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Alles in Ordnung

Kleiner Fehler, große Wirkung. Durch eine falsche Beschriftung der Songs wich die Reihenfolge der Tracklist auf der Promo-CD von der finalen Verkaufsversion ab. Der zweite Titel fand sich an 6. Stelle wieder, Nummer 3 auf der 7, Nummer 7 auf der 2 usw. Kann passieren. Hat aber eindrücklich die Binsenweisheit vor Augen geführt, dass ein Album oft mehr ist als die Summe seiner Teile. Denn nach händischer Korrektur wurde aus der bis dato "nur" sehr guten Platte ein Meisterwerk, weil leichte Längen und Unausgewogenheiten plötzlich keine Rolle mehr spielten und darüber hinaus ein deutlicher Zugewinn an Atmosphäre zu verzeichnen war.

Die drei Norweger hinter Oak haben sich also offenbar etwas dabei gedacht, die Titel ihres zweiten Albums genau so und nicht anders anzuordnen. Alles andere wäre bei einem Werk, das mit seinem einerseits harmoniegeladenen, andererseits stets spannenden und überraschenden Liedgut stark an die kunstvollen Prog-Rock-Kompositionen eines Steven Wilson erinnert, auch merkwürdig gewesen. Die Koryphäe aus Hemel Hempstead überlässt schließlich auch nichts dem Zufall. Und tatsächlich entfaltet sich erst in der gedachten Reihenfolge die ganze Dynamik und Sogwirkung von "False memory archive".

Dabei handelt es sich um den Nachfolger zum 2013 veröffentlichten Debüt "Lighthouse", mit dem die Band allerdings noch keine große Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte. Umso erstaunlicher ist es, dass sie fünf Jahre später ein Werk abliefert, das in den einschlägigen Jahresbestenlisten eigentlich auf den vorderen Plätzen landen müsste. Steven Wilson ist dabei nicht die einzige hochkarätige Referenz, die einem beim Hören des Albums in den Sinn kommt. Das phasenweise düster grummelnde "The light" lässt zum Beispiel an Major Parkinson denken, bettet sich im Verlauf aber auch in flauschigere Pink-Floyd-Gefilde ein.

Überhaupt ist es letztlich seine warme Melancholie, die den Ausschlag dazu gibt, "False memory archive" besagten Meisterwerk-Status zu verleihen. Den größten Anteil daran haben fraglos die vor allem in "We, the drowned", "Claire de lune", im Titeltrack, "Lost causes" und in "These are the stars we're aiming for" – im Grunde also durchweg – gänsehautfördernden Gesangslinien von Simen Valldal Johannessen, dessen Timbre an eine Mischung aus Talk-Talk-Sänger Mark Hollis und Katatonia-Shouter Jonas Renske erinnert.

Recht viel Namedropping? Bei einer Band, die ihre Hausaufgaben gemacht hat und mannigfaltige Einflüsse von Opeth über Simon & Garfunkel bis John Williams nennt, nahezu unvermeidlich. Ein Referenzen-Mashup ist "False memory archive" dabei allerdings nicht geworden, sondern vielmehr eine Erfahrung, die der Idealvorstellung all jener, denen oben (oder auch unten) genannte Künstler sympathisch sind, ziemlich nahekommen dürfte.

(André Schuder)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Claire de lune
  • False memory archive
  • These are the stars we're aiming for

Tracklist

  1. We, the drowned
  2. Claire de lune
  3. False memory archive
  4. Lost causes
  5. Intermezzo
  6. The lights
  7. These are the stars we're aiming for
  8. Transparent eyes
  9. Psalm 51

Gesamtspielzeit: 54:56 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Voyage 34

Postings: 85

Registriert seit 11.09.2018

2018-11-15 11:46:08 Uhr
Also Dredg und Wilson höre ich auch nicht wirklich raus. Riverside ein bisschen. Katatonia sehr viel. Die Referenzen haben es für mich auf jeden Fall spannender Klingen lassen als es dann eigentlich war :-/
Onesidezero
2018-11-15 11:38:47 Uhr
Also ich höre da nix von Dredg und auch nicht von SW. Ist irgendwie Katatonia light.

Gibt mir absolut nix.

Hoschi

Postings: 54

Registriert seit 16.01.2017

2018-11-14 12:53:54 Uhr
Also Dredg, egal welches Album von denen, hör ich genauso wenig raus wie einen Steven Wilson.
Das Ganze erinnert mich fast durchgehend eher an Katatonia welche doch die interessanteren Melodie Bögen haben (Fall of hearts, Last song before the fade).
Ab und an blitzen auch mal Haken durch, deren neues Werk leider auch nicht so gut gelungen ist wie seinerzeit Affinity.
Somit heißt es weiter warten auf ein neues Steven Wilson Album(ganz überzeugend fand ich to the Bones nicht).

Oak- false memory archive 6/10
Das wirkt mir alles zu einschläfernd.
Freakshow68
2018-11-13 18:39:43 Uhr
Also...sorry...aber mir gefällt das Album gsr nicht. Bei dem Gesang bekomme ich die Schlafkrankheit. Außerdem klingt das alles krampfhaft nach Porcupine Tree nur in Langweilig.Ich brauchs nicht.

Mr Oh so

Postings: 1194

Registriert seit 13.06.2013

2018-11-11 23:00:56 Uhr
Hab mich auch etwas zu knapp ausgedrückt. Der Gesang gefällt mir nicht, der Stil insgesamt erinnert mich an Riverside. Zugegeben, ich hab nur einmal reingehört, aber ist wohl nicht so mein Ding.
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.