Wild Cat Strike - Rhubarb nostalgia

Wild Cat Strike- Rhubarb nostalgia

Through Love / Indigo
VÖ: 05.10.2018

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ein Treffen unter Freunden

Diese Rezension enthält eine kleine Nachhilfestunde in Politik, den Versuch, einen fantastischen Stil einem Genre zuzuordnen und einen Song über Rhabarber. Das alles steckt aber nicht nur in dieser Rezension, sondern auch in der Band Wildcat Strike aus Brighton, die jetzt nach sechsjährigem Bestehen ihr Debütalbum veröffentlicht. Auf "Rhubarb nostalgia" finden sich zehn Songs, die sehr locker und leicht anfangen, dann aber an Tiefe gewinnen, eine strudelartige Sogkraft entwickeln und den Hörer geradezu atemlos zurücklassen. Indie- und Folk-Einflüsse mischen sich mit Alternative-Rock-Passagen, die gerade erst durch diesen Gegensatz so richtig reinhauen. Dann weichen die Feel-Good-Melodien einem Beklemmungsgefühl, besonders anschaulich in "Satellite towns", das in fast eine halben Minute Störgeräuschen endet.

Ein weiteres Highlight dieser Art ist der Song "Everyone feels the same", angefangen mit einer schrammeligen Gitarre, die sich mit Leadsänger Danny Byrons Gesang abwechselt, nur begleitet von einem wummernden Schlagzeug. In der Bridge finden diese zwei Motive zusammen, steigern sich und münden in einen chorartigen Refrain, bis die Gitarre wieder einsetzt und die Harmonie zerreißt. Solche plötzlichen Ausbrüche finden sich in fast jedem Song, geben dem Album seine intensive Note und einen hohen Wiedererkennungswert. Außerdem hebt es Wild Cat Strike von all den anderen Indie-Bands ab, die sich in Großbritannien tummeln. Was daran liegen könnte, dass "Rhubarb nostalgia" nicht unter der strengen Aufsicht eines Marketing-Vollprofis entstand, sondern vom Quartett selbst aufgenommen und produziert wurde – in Sessions, die sich weniger wie Arbeit, sondern mehr wie Treffen unter Freunden anfühlten.

Neben den etwas dunkleren Songs gibt es auf "Rhubarb nostalgia" auch solche wie das oben erwähnte "Rhubarb" oder "I feel good": voll Ohrwurmpotenzial und Entspannung, die sofort gute Laune macht. Byrons Stimme, wirkt oft ein bisschen zerbrechlich, schlägt sehr hohe Töne an und rutscht von Klarheit ins Kratzende. Am Schluss noch die angekündigte, politische Nachhilfestunde, die den Namen der Band betrifft: Wild Cat Strike ist normalerweise ein Begriff für einen plötzlichen, ohne Vorwarnung ausbrechenden Arbeitskampf – hier eine Band, deren Songs ohne Vorwarnung aus ihrem angespielten Genre ausbrechen. Ob die Musiker aus Brighton diesen Gedanken in ihre Namenswahl miteinfließen haben lassen? Passend wäre es auf jeden Fall.

(Marie Saverino)

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Highlights

  • Satellite towns
  • Everyone feels the same
  • Good looking

Tracklist

  1. Self help tape
  2. Lemonade
  3. Sickle cell
  4. Satellite towns
  5. I feel good
  6. Thirsty ocean
  7. Everyone feels the same
  8. Good looking
  9. Rhubarb
  10. Another road

Gesamtspielzeit: 36:09 min.

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MasterOfDisaster69

Postings: 413

Registriert seit 19.05.2014

2018-11-05 15:30:52 Uhr
die beiden Highlights "Everyone feels the same" und "Good looking" gefallen schonmal. Schoenes Geschrammel, immer wieder schoen, letzteres teilweise Weezer-lastig.

Danke.

Armin

Postings: 13831

Registriert seit 08.01.2012

2018-11-01 22:23:31 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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