Misery Loves Co. - Your vision was never mine to share

Misery Loves Co.- Your vision was never mine to share

Earache
VÖ: 06.03.2000

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Emotionale Achterbahnfahrt

Ruhig, fast ein wenig besinnlich, beginnen die Schweden von Misery Loves Co. ihr neues Album. Der Opener und Titeltrack "Your vision was never mine to share" läßt nichts von der teilweise brachialen Kraft der folgenden Stücke ahnen und führt den Hörer ein in eine Welt voller Zerrissenheit und Emotionen. Eine wohl plazierte Gitarrenattacke unterbricht den Song immer wieder und deutet an, was ziemlich schnell auf die Ohren des Konsumenten einschlagen wird.

Schon mit dem zweiten Track "No exit" folgt ein Parforceritt auf heftig sägenden Gitarren und einem energischer werdenden Sänger Patrik Wiren. "On top of the world" drückt dann wieder auf die Bremse und entwickelt sich nach zurückhaltendem Beginn zu einem hervorragenden Midtempo-Song. Hier zeigt sich, daß die Band vor allem im Bereich des Songwriting entscheidend zugelegt hat, denn es gelingt, eine hervorragend durchkomponierte Struktur mit einer enormen inneren Spannung zu erschaffen. Der Song endet in einer klaustrophobischen Massivität, die alles vorher Aufgebaute mit sich reißt.

Das musikalische Auf und Ab geht weiter. "Like a suicide" beginnt mit fetten Gitarrenriffs und der eindringlichen Stimme Wirens, die beschwörend auf ihr Gegenüber einwirkt. Die schleppende und düstere Atmosphäre des Songs, phasenweise durch kurze Momente des Innehaltens unterbrochen, gipfelt in einem Gitarren- und Drumgewitter und wird von Wiren zum unversöhnlichen Ende gebracht. "Rise and fall" erinnert dann ein wenig an Marilyn Manson, der sich als musikalisches Vorbild ansonsten eher im Hintergrund aufhält. Nicht nur der Titel, auch der musikalische Teil dieses Stückes kann stellvertretend für diese Platte gelten, denn auch hier gelingt es der Band, ein intensives Gefühlskarussell aufzubauen und den Hörer zu einer Fahrt einzuladen. "Damage driven" schlägt wieder ruhigere Töne an und hält diese bis auf einen rauheren Schluss konsequent durch.

Eine eventuelle Höchstnote, die sich nach den ersten Songs durchaus aufdrängt, verbietet sich dann gegen Ende des Silberlings leider doch. Misery Loves Co. haben sich mit "Your vision was never mine to share" auf jeden Fall zurückgemeldet in der ersten Liga der härteren Klänge. Sie besetzen zwar keine ganz eigene Schublade, denn die musikalische Verwandtschaft zu Bands wie Filter, den Nine Inch Nails oder Orgy ist nicht zu überhören, aber nichtsdestotrotz gelingt es den Schweden, eine gehörige Portion Eigenständigkeit mit ins Feld zu führen. Wer sie vor einigen Jahren als Vorband von Paradise Lost gesehen und gehört hat, hätte wohl nicht geglaubt, jemals ein solch gutes Album vorgelegt zu bekommen.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Your vision was never mine to share
  • On top of the world
  • Into the grey

Tracklist

  1. Your vision was never mine to share
  2. No exit
  3. On top of the world
  4. Like a suicide
  5. Rise and fall
  6. Damage driven
  7. Never gonna grow up
  8. Into the grey
  9. The drowning man
  10. When everything dies

Gesamtspielzeit: 50:00 min.

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