Good Riddance - Bound by ties of blood and affection

Good Riddance- Bound by ties of blood and affection

Fat Wreck / SPV
VÖ: 19.05.2003

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Blutsbande

Good Riddance waren in musikalischer Hinsicht seit eh und je das, was der ach so spaßige Herr Westerwelle mitsamt seiner Gefolgschaft im blau-gelben Guidomobil immer sein wollte: die Partei bzw. in diesem Fall die Band der Mitte. Wem auf der einen Seite Punkrock zu melodisch, zu oft durchgekaut oder zu lasch und andererseits lupenreiner Hardcore zu heftig und zu abgestumpft war, konnte sich stets auf Good Riddance verlassen, die immer wieder in regelmäßigen Abständen den geneigten Fat Wreck-Hörer mit einer wohldosierten Mischung aus beiden Stilen zu beglücken wußten.

Im Gegensatz dazu gab es, was Politik angeht, für die inzwischen auch in die Jahre gekommenen vier Kalifornier schon seit ihrer Gründung weder Mittelwege noch falsche Kompromisse. Die Anklage von sozialen und weltpolitischen Mißständen zog sich wie ein roter Faden durch die Lyrics ihrer bisherigen fünf Studioalben, woran sich auch im Falle der vierzehn neuen Songs auf "Bound by ties of blood and affection" nichts geändert hat.

Wieder einmal, wie könnte es in der heutigen Zeit auch anders sein, steht ein gewisser Mr. Bush, dem vermutlich auch die Eselskarikatur auf dem Cover gewidmet sein dürfte, in der Zielscheibe von harscher Kritik und bissigem Spott. Ob dieses Thema nicht so langsam ausgelutscht ist, bleibt allerdings genauso Geschmackssache wie der an Pathos und Aussagekraft kaum zu überbietende, eine Friedenstaube erbeutende Weißkopfadler, der das Backcover des Silberlings ziert.

Abgesehen vom (textlichen) Kampf gegen alte/neue Feinde scheint das Quartett aus Santa Cruz allerdings vergessen zu haben, daß unter Umständen eine gewisse musikalische Weiterentwicklung - auch in diesem Genre - durchaus von Vorteil sein kann. Was das jedoch angeht, schaut hier nicht nur der Esel in die Röhre. Technisch versiert und routiniert werden in einer knappen halben Stunde vierzehn Stücke heruntergebrettert, über die sich kaum streiten läßt. Knackig, kantig, kraftvoll. Bad Religion in Hardcore. So weit, so gut. Nur leider war das auch schon beim '95er Debüt "For God and country" der Fall. Und bei "A comprehensive guide to moderne rebellion". Und bei "Ballads from the revolution". Und bei "Operation Phoenix". Und bei ... Irgendwann hört der Spaß auf.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Saccharine
  • Boxing day
  • Dylan

Tracklist

  1. Made to be broken
  2. More DePalma, less Fellini
  3. Saccharine
  4. Up the affiliates
  5. Boxing day
  6. The dubious glow of excess
  7. Black back confidential
  8. Paean to the enlightenment
  9. There's no "I" in team
  10. The process
  11. Dylan
  12. Remember me
  13. Shame, rights and privilege
  14. Bobby Baun

Gesamtspielzeit: 29:53 min.

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